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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1904. 
bis 11% 30a V auf eine Verringerung der Horizontalintensität, von 10* 30®in V 
bis I» N bewegten sich die Schwankungen um einen nicht weit vom normalen 
liegenden Wert. Um 1®*N etwa begann ein rapides Wachsen, das in 20 Minuten 
über 690y betrug, worauf die Lichtspur während der nächsten 2‘/a Stunden 
häufig außerhalb des Papieres lag. Zwischen 3* 50min N und 5* 10 N kreuzte 
die Lichtspur das Blatt von Rand zu Rand, was eine Anderung der Horizontal- 
intensität um mehr als 750y vorstellt. Die Störung in der Vertikalkraft war 
anfänglich klein und wurde bis fast zum Mittag des 31. X. nicht wirklich be- 
deutend; von Mittag bis 7* N zeigten sich zahlreiche starke Schwankungen, 
während die Kurve wiederholt über den Papierrand an der einen Seite ging. 
Etwa um 1* 40%» N brachte eine Schwankung in 5 bis 6 Minuten ein Ab- 
nehmen und Anwachsen um mehr als 350 y; zwischen 5* 10" N und 5* 50a N 
verminderte sich die Vertikalintensität um 450y. Der Sturm ist bei weitem 
der beträchtlichste der in Kew verzeichneten seit dem 13./14. II. 1892 gewesen. 
Charles Chree. 
11. South Kensington. Nach einer Notiz von A. Fowler in „Nature“ 
Bd. 69, S. 6. In Zusammenhang mit dem magnetischen Sturm vom 31. X. 
dürfte es von Interesse sein, zu erfahren, daß zwischen 10* V und 11* V von 
Prof. Callendar und mir gemachte Beobachtungen eine heftige Verzerrung und 
Umkehrung der C-Linie des Wasserstoffs in der Nachbarschaft der großen 
Sonnenfleckgruppe gezeigt haben, die damals etwas den Mittelmeridian der 
Sonne überschritten hatte. Bemerkenswert war die deutliche Loslösung eines 
Teils der dunkeln C-Linie, der die Form eines Wolkenfetzens zeigte und gegen 
das violette Ende hin beträchtlich verschoben erschien. Eine Umkehrung der 
C-Linie über demselben Flecken wurde an den beiden vorhergehenden Tagen 
beobachtet; aber obgleich in diesen Fällen die helle Linie leuchtender als am 
31. X. war, zeigte sich eine viel geringere Verzerrung der dunklen Linie. 
12. Aus dem Aufsatz von W. J. S. Lockyer in „Nature“ Bd. 69, S. 9, 
seien die folgenden Tatsachen hier wiedergegeben: Nach der „Daily Mail“ er- 
klärte die Londoner Telegraphenabteilung den magnetischen Sturm vom 
31. X. 1903 für den außerordentlichsten, der je bekannt geworden ist. Tele- 
gramme, die am 31. X. in Rußland, Spanien, Schweiz, Frankreich, Belgien 
und anderen Ländern aufgegeben wurden und etwa eine Stunde nach der Auf- 
gabe hätten erhalten werden sollen, kamen erst am Sonntag, 1. XI., morgens. 
Mr. Garey, Electrician-in-chief im Postdienst, nannte den Sturm den schwersten 
in den letzten 12 Jahren. Seine Wirkungen wurden zuerst in St. Martin’s-le- 
Grand um 6 45a V am 31. X. empfunden und dauerten etwa bis 5"N. Erst 
um 8 N war der Sturm unmerklich geworden. 
In Frankreich waren die magnetischen Einwirkungen in allen Richtungen, 
aber mit etwas geringerer Stärke nach Nordwest hin, wahrzunehmen. Das 
Pariser Telegraphenamt war von 9* V an außer Verbindung mit dem größten 
Teil der französischen Städte und der zugehörigen Bezirke, und dann ebenso 
mit Amerika, Spanien, Portugal, Italien, Algier, Tunis. Um 4* 30a N war 
die Verbindung wieder hergestellt, wurde aber um 5* 30a N wieder unter- 
brochen. Kurz nach Sonnenuntergang waren aber nahezu alle Verbindungen 
wieder in Ordnung. Der Korrespondent des „Daily Telegraph“ in New York 
vibt an, daß die magnetische Störung praktisch überall in den Vereinigten 
Staaten bemerkt worden sei, da sie die großen Kabelgesellschaften für einige 
Zeit beunruhigten, in der die Telegrapheuleitungen von Chikago nach allen 
Richtungen die Wirkungen empfanden. Auch lange Telephonleitungen waren 
in ähnlicher Weise gestört. Die Störung dauerte 8 Stunden, und in ihrem 
Höhepunkt soll in den Leitungen eine Spannung von 675 Volt — genug, um 
einen Menschen zu töten — vorhanden gewesen sein, ohne daß Batterien an 
die Leitungen angeschlossen waren. Bei dem magnetischen Sturm 1871 hat die 
Eastern Telegraph Company in ihrer Linie Suez—Aden einen Erdstrom von 
170 Volt nachgewiesen. Am 31. X. 1903 früh wurde Nordlicht in New York 
beobachtet, der Nordhimmel wird als eine blendende Entfaltung von Licht und 
Farbe beschrieben. Es wurde in der Stadt zuerst um 2° V gesehen und ver- 
blaßte um 4" V. Nordlicht wurde ferner beobachtet am 31. X. abends in 
[rland und Schottland, während aus Sydney eiu schönes Südlicht mit 
Strahlen bis fast zum Zenit in der Nacht vom 31. X. zum 1. XI. gemeldet wird. 
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