Maurer, H,: Der magnetische Sturm am 31. Oktober und 1. November 1903, 113
kungen der Horizontalintensität abgeben, werden.ebenso wie die Deklinations-
schwankungen im vorigen Fall aufgezeichnet. Man mißt die Horizontalintensität H
im absoluten Maßsystem: in c. g. s. (Centimeter-Gramm-Sekunde)-Einheiten, von
denen z5zub55 auch wohl als 17 bezeichnet wird... Die durchschnittliche tägliche
Schwankung der Horizontalintensität beträgt in Potsdam 277...
Die Schwankungen der Vertikalintensität verzeichnet ebenso der Licht-
strahl, der von einem an einer Inklinationsnadel festen Spiegel. reflektiert ist.
Diese Nadel ist um eine im magnetischen Meridian liegende und fast durch den
Schwerpunkt der Nadel gehende wagerechte Achse drehbar und durch Anbringen
kleiner Gewichte horizontal eingestellt. Sie ‚zeichnet dann durch ihre Schwan-
kungen die Veränderungen der Vertikalkomponente V der erdmagnetischen Kraft
auf. . Diese wird in den gleichen Einheiten wie die Horizöntalintensität gemessen.
Die -durchschnittliche Größe der täglichen Schwankung der Vertikalintensität
in Potsdam ist 177. ‚Da das Instrument für. Vertikalkraft der geforderten
Genauigkeit wegen wie eine äußerst empfindliche Wage eingestellt werden muß;
ist die Gefahr’sehr groß, daß die Nadel bei starken Schwankungen .der Vertikal-
intensität umschlägt, wie es am 31, X. 1903 nach den der Seewarte. freundlichst
zugestellten Mitteilungen. auf mehreren Observatorien, teils sogar nacheinander
nach beiden Seiten, vorgekommen ist. VL
Von solchen Kurven sind der Deutschen Seewarte und dem Verfasser
Reproduktionen zugegangen von den Observatorien in Wilhelmshaven: von Herrn
Direktor Prof. Dr. Börgen, aus Potsdam. von Herrn Prof. Dr. Schmidt, aus
Bochum, O-Gyalla und Ucele sowie nähere Angaben aus München von Herrn
Dr. Messerschmitt; endlich von Herrn Dr.. Flögel in Ahrensburg eine
Reihe von Augablesungen an einem Deklinatorium.: Allen genannten‘ Herren
sei dafür der warme Dank des Verfassers ausgesprochen. ;
Beschreibung des Verlanfes der Störung: F
Der Vergleich dieser Kurven zeigt, daß der Verlauf der Störung an den
verschiedenen Observratorien sehr gleichartig gewesen ist. Auch die Beschrei-
bungen: der Störung, soweit sie von sonstigen ‚Stationen wie Kew in England,
Val-Joyeux in Frankreich und Pola in Österreich. bekannt geworden sind,
bestätigt dasselbe für diese entfernteren Gebiete.
Auf den Figurentafeln sind von solchen Kurven in möglichst genauen
Reproduktionen diejenigen von Potsdam nach eihem:von Herrn Prof. Ad. Schmidt
gütigst zur Verfügung gestellten Kurvenblatt wiedergegeben, die Kurve von
Bochum nach den von der Berggewerkschaftskasse veröffentlichten Deklinations-
kurven und die Kurven von Uccie nach der kleinen Reproduktion in „Ciel et Terre*
1903, die von Herrn Delpierre im Königlichen Observatorium zu Uccle der
Zeitschrift überlassen wurde. Auf den Ordinaten aller. Kurven bedeutet 1 cm
100y, was als Ost-Westkomponente aufgefaßt, im Winkelmaß der Deklination
18‘ bedeutet. ;
. Der allgemeine Verlauf in ‚großen. Zügen war der folgende: (Die
Zeiten sind nach mittlerer Greenwicher Ortszeit gegeben.) ; Am 30. X. zwischen
9 und 10 Uhr abends zeigte sich ein schwaches Ab- und Wiederzunehmen .der
westlichen Deklination (in Bochum etwa. 10‘) und ein Anwachsen und Abnehmen
von H (in O-Gyalla von etwa 50y). Seitdem blieben beide Nadeln etwas in
Unruhe, bis am 31. X. etwa 6" V die stärkeren Störungen mit einer plötzlichen
Zunahme der Horizontalintensität (Potsdam, Wilhelmshaven und O-Gyalla 70 y,
Pola 63 7, München 58 y, Uccle 45 7) und der westlichen Deklination (Potsdam
9‘, . Wilhelmshaven 10%, München 6,3‘, Kew 7', O-Gyalla 7,5‘, Pola 5‘, Ucele 7)
begannen. Um 7* etwa folgten zwei sehr energische Hin- und Hergänge in
D und H. (Amplituden in D: Wilhelmshaven 45‘, Bochum 26‘, München 23',
Uccle 22‘, Kew 34‘, O-Gyalla 25‘; in H: Potsdam und: Wilhelmshaven 150 y,
Uccle 857, O-Gyalla 95 y); dann zeigen. H und D fallende Tendenz; D erreicht
ein tiefes Minimum um 9!" V (unterm Mittel: . Potsdam 34’,- Wilhelmshaven
mehr als 33%, Bochum 26‘, München 17‘, O-Gyalla 22‘, Ucele 217), H' um 10° V
(unterm Mittel: Potsdam 320y, Wilhelmshaven mehr als 175y, Uccle 160 ys
O-Gyalla mehr als 125 y). . . .
. Dann wachsen D und H, D bis 10/4 V, H bis 11°. V, während V bis
dahin fast ungestört geblieben ist. Das erreichte Maximum beträgt in D,
Ann. d. Hydr. eto., 1904, Heft JIL