Nebel und Wind,
*!1
II. Nebelhäufigkeit und Windrichtung auf dem Nordatlantischen 0zean in der
Zone zwischen 40° bis 50° N-Br. und 10° bis 70° W-Lg,
Vorher wurde darauf hingewiesen, daß ohne eine Auszählung aller Wind-
stärken die Beziehung zwischen Nebelhäufigkeit und Windstärke nicht voll-
ständig klargestellt werden könne; zur Vornahme einer so zeitraubenden Arbeit
schien aber die ganze Frage nicht wichtig genug. Bei der Windrichtung liegt
die Sache anders, da eine Auszählung aller Windrichtungen in der Quadrat-
arbeit der Deutschen Seewarte fertig vorliegt. Bei dem beiläufigen Charakter
dieses Teiles der Untersuchung wurde er auf vier einzelne Monate und den
Nordatlantischen Ozean zwischen 40° und 50° N-Br. beschränkt. ‘
Die jahreszeitlichen Unterschiede ergeben sich aus der Tabelle 5 sowie
aus der Figur 3. Auf die Windrichtungen S, SW und W fallen im
April und Oktober über 1, im Januar und im Jahr ’/%, im Juli nicht
ganz 3/4 aller Nebelbeobachtungen.
Tabelle 5.
Häufigkeit des Nebels und der Windrichtung im Nordatlantischen Ozean
zwischen 40° und 50° N-Br.
Monat
Januar ......
April... ...
Iüuli..... 0.4
Oktober”. ...-.
Jahr ......
Januar +... ..
April... 0...
Juli. ....00004
Oktober .....
Jahr ......
N
Windrichtung _
1 no | O0_| SO _ | _S | SW!| W | NW | Stille
Nebelhäufigkeit in Prozenten. _
36, 28 | 14
7,6 { 6,2 9,3
36 27 | 32
5,6 | 7A | 77
74 23.1
12,5 18,1
5,5. | 17,2
1,7 19,9
28,7
20,4
31,2
18,6
174 62, 64
122, 84| 538
53,5 | 66| 65
140) 651 89
46 | 41 | 50 |, 79 | 181 | 27,2 | 195 | 70 | 66
Prozente der Windrichtungen:
9,9 54 4,5 6,4 12,3
10,0 7,3 | 8,7. 11,0 | 13,6
3,8 69 | 47 5,7 14,3
13,5 79 © 72,0 75 1914
18,4
15,7
' 23,8
14,9
22,5
17,4
20,7
17,0
18,8
14,2 |
11,9
17,8
1,5
2,1
3,2
23
105 | 69 | 68 | 76 | 130 | 182 | 194 | 15,7 | 28
Nimmt man die Unterschiede der entsprechenden Zahleu in den beiden
Hälften der Tabelle 5, die für Januar und Nord 3,6 und 9,9 sind (Unterschied
— 6,3), so heißt das, auf diese Richtung kommen 9,9°% aller Winde, aber nur
3,6%. der Nebelhäufigkeit. ;
Bei Nordwind im Januar tritt also zu wenig Nebel auf. Die Bildung
der Unterschiede ist in Figur 3 schon ausgeführt. Man sieht an der Zeichnung
für Juli z. B., daß auf Südostwind soviel Nebel fällt, wie ihm seiner Häußgkeit
hach zukommt. Auf Ost, Nordost, Nord und Nordwest kommt im Juli zu wenig
Nebel. zu viel auf West. Südwest und Süd.
Die Unterschiede in ihrer Abhängigkeit von der geographischen Länge*
Sie ergeben sich zahlenmäßig aus den Unterschieden zwischen den Einzelwerten
in den beiden Teilen der Tabelle 6, übersichtlicher aus den Zeichnungen der
Figur 3. Aus diesen sieht man z. B., daß auf Südostwind ein Überschuß von Nebel
in. der Mitte des Ozeans fällt, von 30° bis 60° W-Lg. Auf Südwest kommt überall
mehr Nebel, als man nach der Häufigkeit der Richtung erwarten sollte. Die
kleinsten Überschüsse für Südwest fallen auf die europanahen Gewässer zwischen
i0° und 30° W-Lg. Die Richtungen Nordwest durch Nord bis Ost haben in
allen Längen weniger Nebel, als ihnen bei gleichmäßiger Verteilung nach der
Häufigkeit dieser Richtungen zukommen würde.