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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Nebel und Wind, 
*!1 
II. Nebelhäufigkeit und Windrichtung auf dem Nordatlantischen 0zean in der 
Zone zwischen 40° bis 50° N-Br. und 10° bis 70° W-Lg, 
Vorher wurde darauf hingewiesen, daß ohne eine Auszählung aller Wind- 
stärken die Beziehung zwischen Nebelhäufigkeit und Windstärke nicht voll- 
ständig klargestellt werden könne; zur Vornahme einer so zeitraubenden Arbeit 
schien aber die ganze Frage nicht wichtig genug. Bei der Windrichtung liegt 
die Sache anders, da eine Auszählung aller Windrichtungen in der Quadrat- 
arbeit der Deutschen Seewarte fertig vorliegt. Bei dem beiläufigen Charakter 
dieses Teiles der Untersuchung wurde er auf vier einzelne Monate und den 
Nordatlantischen Ozean zwischen 40° und 50° N-Br. beschränkt. ‘ 
Die jahreszeitlichen Unterschiede ergeben sich aus der Tabelle 5 sowie 
aus der Figur 3. Auf die Windrichtungen S, SW und W fallen im 
April und Oktober über 1, im Januar und im Jahr ’/%, im Juli nicht 
ganz 3/4 aller Nebelbeobachtungen. 
Tabelle 5. 
Häufigkeit des Nebels und der Windrichtung im Nordatlantischen Ozean 
zwischen 40° und 50° N-Br. 
Monat 
Januar ...... 
April... ... 
Iüuli..... 0.4 
Oktober”. ...-. 
Jahr ...... 
Januar +... .. 
April... 0... 
Juli. ....00004 
Oktober ..... 
Jahr ...... 
N 
Windrichtung _ 
1 no | O0_| SO _ | _S | SW!| W | NW | Stille 
Nebelhäufigkeit in Prozenten. _ 
36, 28 | 14 
7,6 { 6,2 9,3 
36 27 | 32 
5,6 | 7A | 77 
74 23.1 
12,5 18,1 
5,5. | 17,2 
1,7 19,9 
28,7 
20,4 
31,2 
18,6 
174 62, 64 
122, 84| 538 
53,5 | 66| 65 
140) 651 89 
46 | 41 | 50 |, 79 | 181 | 27,2 | 195 | 70 | 66 
Prozente der Windrichtungen: 
9,9 54 4,5 6,4 12,3 
10,0 7,3 | 8,7. 11,0 | 13,6 
3,8 69 | 47 5,7 14,3 
13,5 79 © 72,0 75 1914 
18,4 
15,7 
' 23,8 
14,9 
22,5 
17,4 
20,7 
17,0 
18,8 
14,2 | 
11,9 
17,8 
1,5 
2,1 
3,2 
23 
105 | 69 | 68 | 76 | 130 | 182 | 194 | 15,7 | 28 
Nimmt man die Unterschiede der entsprechenden Zahleu in den beiden 
Hälften der Tabelle 5, die für Januar und Nord 3,6 und 9,9 sind (Unterschied 
— 6,3), so heißt das, auf diese Richtung kommen 9,9°% aller Winde, aber nur 
3,6%. der Nebelhäufigkeit. ; 
Bei Nordwind im Januar tritt also zu wenig Nebel auf. Die Bildung 
der Unterschiede ist in Figur 3 schon ausgeführt. Man sieht an der Zeichnung 
für Juli z. B., daß auf Südostwind soviel Nebel fällt, wie ihm seiner Häußgkeit 
hach zukommt. Auf Ost, Nordost, Nord und Nordwest kommt im Juli zu wenig 
Nebel. zu viel auf West. Südwest und Süd. 
Die Unterschiede in ihrer Abhängigkeit von der geographischen Länge* 
Sie ergeben sich zahlenmäßig aus den Unterschieden zwischen den Einzelwerten 
in den beiden Teilen der Tabelle 6, übersichtlicher aus den Zeichnungen der 
Figur 3. Aus diesen sieht man z. B., daß auf Südostwind ein Überschuß von Nebel 
in. der Mitte des Ozeans fällt, von 30° bis 60° W-Lg. Auf Südwest kommt überall 
mehr Nebel, als man nach der Häufigkeit der Richtung erwarten sollte. Die 
kleinsten Überschüsse für Südwest fallen auf die europanahen Gewässer zwischen 
i0° und 30° W-Lg. Die Richtungen Nordwest durch Nord bis Ost haben in 
allen Längen weniger Nebel, als ihnen bei gleichmäßiger Verteilung nach der 
Häufigkeit dieser Richtungen zukommen würde.
	        
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