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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Nebel und Wind, 
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Das Mittel von Rügenwaldermünde und Helder ist B. 2, das von Scilly und dem 
Atlantischen Ozean B. 3!/s, also Binnenmeere B. 2, Ozean B. 3'/s. Der Einfluß 
der freieren Lage kommt am stärksten zum Ausdruck bei der Reihe Helder, 
Scilly, Ozean mit 1,52, 2,83, 3,71. 
Also je freier die Lage, um 8o höher die Windstärke, wobei Nebel auf- 
tritt. Offenbar gilt aber auch der Satz: Je freier die Lage, um So höher die 
Windstärke an und für sich. In welcher Abhängigkeit voneinander diese beiden 
Sätze stehen, ließe sich nur dann angeben, wenn eine Auszählung aller Beob- 
achtungen über Windstärken stattgefunden hätte, die nicht vorliegt. Außerdem 
darf man von vornherein nicht erwarten, für die Beziehung zwischen Nebel und 
Windstärke in jeder Richtung große Übereinstimmung zu finden, da ohne Zweifel 
die Wärmeunterschiede zwischen Luft und Wasser die Hauptrolle spielen, Diese 
Unterschiede schwanken aber beträchtlich nach Ort und Zeit. ; 
Jahreszeitliche Unterschiede. Nach der Tabelle 1 bilden Helder und 
der Ozean die größten Gegensätze. Sie wurden ausgewählt, um etwaige jahres- 
zeitliche Unterschiede festzustellen. Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 wieder- 
gegeben. 
Tabelle 2. , 
Nebelhäufigkeit und Windstärke nach Jahreszeiten. 
Jahreszeit 
Ü 
1 | 
Windstärke nach Beaufort 
2181 4 151]6|71|8| 9 | 10 
Nebelhäufigkeit in Prozenten: 
Schwer- 
punkt 
Helder 
Winter ....... 
Frühling ....-.- 
Sommer. ...... 
Herbst. 2.2... 
Winter ....... 
Frühling ...... 
Sommer. ...... 
Herbst. ....... 
4,7 662 
3,3 | 62,8 
1,9 | 58,5 
2,5 | 83.0 
14,1: 9,6| 43 | 2,9) LO ke 0,0| 
38,9 | 5,6/| 6.1 | 2,2! 0,6| 0,0! 0,5 
26,4 | 5,7/ 3,8 | 3,7| 0,0 00 0,0 
75 | 46 14 0,7 0,0 0,31 0,0 
0,2 
0,0 
0,0 
0.0 
1,64 
1,38 
1,64 
1,25 
Nor‘ 
Oecı'm 
"409 F0C 
X 
7,3 | 45 
5,0 5,7 | 41,4 
7,4 8,4 | 16,3 
88 66 | 12,2 
‘6,4| 29, 
22,4| 19,8 
1194| 19.0 
:8,6/13,9| 8,6| 5,0) 36 | 14] 462 
18.6116 5,7 3,5 07 | 0,7 | 4.14 
14,3 73 32 05 0383| 0121| 3,47 
15.0103 47 25 09! 06[| 23,98 
Bei Helder fällt die größte Nebelhäufigkeit in allen vier Jahreszeiten: auf 
Stärke B. 1, auf dem Ozean!) dagegen im Winter auf Stärke B. 5, im Frühling 
auf B. 4, im Sommer und Herbst auf B. 3. Ebenso auffallend bleibt der 
Gegensatz, wenn wir die Schwerpunkte vergleichen. Bei Helder steigen die 
Werte von 1,2 im Herbst auf 1,4 im Frühling, 1,6 im Sommer und Winter, 
auf dem Ozean dagegen von 3,5 im Sommer auf 4,0 im Herbst, 4,1 im Frühling 
und 46 im Winter. Bei Helder handelt es sich nur um eine Verschiebung von 
B. 0,4, auf dem Ozean dagegen um eine dreimal größere von B. 1,1. Da einem 
Unterschiede von B. 0,1 in diesem Sinne eine viel größere Bedeutung zukommt, 
als man ibm sonst mit Recht beilegt, handelt es sich hier um ganz wesentliche 
Unterschiede. Die Jahreszeiten, die sonst die größten Gegensätze bilden, 
Winter und Sommer, liefern für Helder denselben Wert 1,64, auf. dem Ozean 
dagegen den größten und den kleinsten Wert. Für den Ozean gilt also der 
Satz: Nebel tritt im Winter bei höheren Windstärken auf als im 
Sommer, mit regelmäßigen Übergängen im Frühling und Herbst. 
Die Unterschiede auf dem Ozean in verschiedener geographischer 
Länge. Tabelle 3 läßt erkennen, daß die Nebelhäufigkeit bei geringer 
Windstärke das ganze Jahr hindurch mit der Länge zunimmt, daß aber 
bei stürmischen Windstärken die Nebelhäufigkeit im Winterhalbjahr 
mit der Länge auch zunimmt, im Sommerhalbjahr dagegen mit der 
Länge abnimmt. 
. 1) Bier ist darunter immer der Nordatlantische Ozean zwischen 40° und 50° N-Br; vom 
Kanal bis zur amerikanischen Küste zu verstehen.
	        
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