Nebel und Wind,
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Das Mittel von Rügenwaldermünde und Helder ist B. 2, das von Scilly und dem
Atlantischen Ozean B. 3!/s, also Binnenmeere B. 2, Ozean B. 3'/s. Der Einfluß
der freieren Lage kommt am stärksten zum Ausdruck bei der Reihe Helder,
Scilly, Ozean mit 1,52, 2,83, 3,71.
Also je freier die Lage, um 8o höher die Windstärke, wobei Nebel auf-
tritt. Offenbar gilt aber auch der Satz: Je freier die Lage, um So höher die
Windstärke an und für sich. In welcher Abhängigkeit voneinander diese beiden
Sätze stehen, ließe sich nur dann angeben, wenn eine Auszählung aller Beob-
achtungen über Windstärken stattgefunden hätte, die nicht vorliegt. Außerdem
darf man von vornherein nicht erwarten, für die Beziehung zwischen Nebel und
Windstärke in jeder Richtung große Übereinstimmung zu finden, da ohne Zweifel
die Wärmeunterschiede zwischen Luft und Wasser die Hauptrolle spielen, Diese
Unterschiede schwanken aber beträchtlich nach Ort und Zeit. ;
Jahreszeitliche Unterschiede. Nach der Tabelle 1 bilden Helder und
der Ozean die größten Gegensätze. Sie wurden ausgewählt, um etwaige jahres-
zeitliche Unterschiede festzustellen. Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 wieder-
gegeben.
Tabelle 2. ,
Nebelhäufigkeit und Windstärke nach Jahreszeiten.
Jahreszeit
Ü
1 |
Windstärke nach Beaufort
2181 4 151]6|71|8| 9 | 10
Nebelhäufigkeit in Prozenten:
Schwer-
punkt
Helder
Winter .......
Frühling ....-.-
Sommer. ......
Herbst. 2.2...
Winter .......
Frühling ......
Sommer. ......
Herbst. .......
4,7 662
3,3 | 62,8
1,9 | 58,5
2,5 | 83.0
14,1: 9,6| 43 | 2,9) LO ke 0,0|
38,9 | 5,6/| 6.1 | 2,2! 0,6| 0,0! 0,5
26,4 | 5,7/ 3,8 | 3,7| 0,0 00 0,0
75 | 46 14 0,7 0,0 0,31 0,0
0,2
0,0
0,0
0.0
1,64
1,38
1,64
1,25
Nor‘
Oecı'm
"409 F0C
X
7,3 | 45
5,0 5,7 | 41,4
7,4 8,4 | 16,3
88 66 | 12,2
‘6,4| 29,
22,4| 19,8
1194| 19.0
:8,6/13,9| 8,6| 5,0) 36 | 14] 462
18.6116 5,7 3,5 07 | 0,7 | 4.14
14,3 73 32 05 0383| 0121| 3,47
15.0103 47 25 09! 06[| 23,98
Bei Helder fällt die größte Nebelhäufigkeit in allen vier Jahreszeiten: auf
Stärke B. 1, auf dem Ozean!) dagegen im Winter auf Stärke B. 5, im Frühling
auf B. 4, im Sommer und Herbst auf B. 3. Ebenso auffallend bleibt der
Gegensatz, wenn wir die Schwerpunkte vergleichen. Bei Helder steigen die
Werte von 1,2 im Herbst auf 1,4 im Frühling, 1,6 im Sommer und Winter,
auf dem Ozean dagegen von 3,5 im Sommer auf 4,0 im Herbst, 4,1 im Frühling
und 46 im Winter. Bei Helder handelt es sich nur um eine Verschiebung von
B. 0,4, auf dem Ozean dagegen um eine dreimal größere von B. 1,1. Da einem
Unterschiede von B. 0,1 in diesem Sinne eine viel größere Bedeutung zukommt,
als man ibm sonst mit Recht beilegt, handelt es sich hier um ganz wesentliche
Unterschiede. Die Jahreszeiten, die sonst die größten Gegensätze bilden,
Winter und Sommer, liefern für Helder denselben Wert 1,64, auf. dem Ozean
dagegen den größten und den kleinsten Wert. Für den Ozean gilt also der
Satz: Nebel tritt im Winter bei höheren Windstärken auf als im
Sommer, mit regelmäßigen Übergängen im Frühling und Herbst.
Die Unterschiede auf dem Ozean in verschiedener geographischer
Länge. Tabelle 3 läßt erkennen, daß die Nebelhäufigkeit bei geringer
Windstärke das ganze Jahr hindurch mit der Länge zunimmt, daß aber
bei stürmischen Windstärken die Nebelhäufigkeit im Winterhalbjahr
mit der Länge auch zunimmt, im Sommerhalbjahr dagegen mit der
Länge abnimmt.
. 1) Bier ist darunter immer der Nordatlantische Ozean zwischen 40° und 50° N-Br; vom
Kanal bis zur amerikanischen Küste zu verstehen.