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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

106 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1904. 
etwa 15°. Es liegen offenbar die gleichen Verhältnisse vor; es handelt sich 
bei dem Gesamtaufbau des Sockels wesentlich um vulkanische Kegel, welche 
das ganze Grundgerüst hergeben, während die Korallen nur für die Ausgestaltung 
der allerobersten Teile des Reliefs in Betracht kommen, und Tydeman wird 
Recht haben, wenn er in den aus der Reihe noch herausfallenden Böschungs- 
winkeln von 50° und 48° bei Lucipara die Neigung erblickt, unter welcher der 
abgestorbene Korallen-Detritus sich abzulagern pflegt, d. h. also den natürlichen 
Josen Schntikegel des festen, lebenden, nahezu senkrecht aufragenden Korallen- 
riffes selbst. 
Es erübrigt noch, einige Bemerkungen über die Tiefseetemperaturen 
dieses östlichen Teiles des hinterindischen Arcbipels anzufügen, welchen wegen 
der Rückschlüsse auf die Verbindung der Becken untereinander und mit den 
Ozeanen eine weitreichende Bedeutung gerade hier innewohnt. Allerdings 
stehen in den bisher veröffentlichten Teilen des „Siboga“-Werkes die hierher 
gehörigen Messungen der „Siboga“ noch nicht; es ist auch nicht klar, ob Weber 
sie schon in vollem Umfange hat verwerten können, da die Angaben, welche 
er z. B. auch in seinem Aufsatz in „Peterm. Geogr. Mitteil.“, 1900 (Heft VII} 
gibt, vielleicht auch auf den Temperaturreihen des „Challenger“ und der 
„Gazelle“ beruhen. Es sind besonders die zahlreichen Stationen der „Gazelle“, 
welche für die kritische Gegend, die Savu-See, Aufklärung geschaffen haben. 
In der Tabelle habe ich alle diese älteren Beobachtungen in freier 
Bearbeitung für 7 Örtlichkeiten zusammengestellt; man darf weder in den 
obersten noch in den untersten Schichten die Fehlergrenze der thermometrischen 
Bestimmung der Wasserwärme auf weniger als + 0,2° C. ansetzen. 
‚Challenger“, 12.11. 75 
__4° N-Br., 130° O-Lg. 
‚Gazelle“, Stat, 105 
0° Br., 132,5° O-Lg. 
‚Challenger“, 20, 22. X. 74 
2 Stationen 
‚Gazelle“, Stat. 102 
_ 38° S-Br., 127,7° O-Lg 
‚Gazelle“, Stat. 99 u. 100 ı 
Mittel aus 2 Stationen . 
‚Gazelle“, Stat. 96, 97 u. 98 
Mittel 
‚Gazelle“, Stat, 95 
11° 8-Br, 121° O-Lg. | 
Meter „ı# 
O0 150 100! 150200 | 400 | 600 | 800 110001500 2000.30004000| & | & 
n9 Celsius n men 
i 
Bemerkungen 
28,0 26,0 240 21,4 19,4 11,0; 7,5} 5,3, 4,71 3,00 22, 2.1! 1,9 14663! 1,9 
20,068 206 DO RLSILE BE] Bol as me‘ a0 20! 70.4080 20 
28275 25,1 21.0] 370. 90 65 52l 453787 8,737 jez65 3,7 
280 ZZ 17.1100: 921 66’ 67] 351 35° 337 33 0U0 30 
28.1270 20,01 21,0 174. 98] 7.11 62481 3,8 3,31 3,3130 
Stationen des offener 
Stillen Ozeans, 
Celebes- See. Von run. 
1300 m ab homotherme 
Schicht. 
Pitts Passage. 
Banda-See. Von rund 
3610 m ab homatleım. 
Savu-See, Größte Tief 
zwischen Sumba u. Sarı 
| 1480 m. Homotherm vor 
ı | rund 1600 m ab. 
TA ; 04m | = > 
27,5 26,1 24,0 18,0! 15,8‘ 10,0: 7,8| 7,0| 5,8 44| 3,0 19° 12 [wo78' 1,2 | Offener Indischer Ozean. 
’ 4 T 
\ ' ' : . 
28,5 26,1 22,0 18,8, 149 8,1 7.1) 6.21 5,3 | 3,8 | 33 3,83° = 
Gehen wir, unter gleichzeitiger Inaugenscheinnahme der Tiefenkarte, von 
Süden nach Norden, so muß — was schon Rottok!) hemerkt — die Savu-See 
gegen den Indischen Ozean von mindestens 2000 m Tiefe ab abgesperrt sein. 
Die neuen Lotungen zwischen Sumba über Savu nach Timor zeigen, daß größere 
Tiefen als 1480 m, d. h. rund 1500 m, nicht existieren; im offenen Indischen 
Ozean begegnet man in dieser Tiefe einer Wasserwärme von 4,4°. Da aber die 
Bodentemperaturen der Savu-See nicht 4,4°, sondern nur 3,3° betragen, so muß 
die Savu-See durch mindestens 170m große Tiefen, in welchen 3,3° zuerst 
auftritt, mit der Banda-See verbunden sein: diese Verbindung öffnet sich in der 
Tat in der Ombai- und Wetter-Passage, welche überall Rinnen von über 2000 m 
aufweisen. Die Banda-See ihrerseits steht durch die Pitts Passage und die 
x 
„Gazelle“- Werk, IT. Band, „Physik und Chemie“, Berlin 1888, 5. 15.
	        
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