accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

Schott, G.: Die niederländische Tiefsee-Expedition: auf der „Siboga“. 2 
IV. Ozeanographische Ergebnisse. 
Eine Bemerkung‘ von Weber!) läßt darauf ‚schließen, daß die Unter- 
suchungen über die Tiefentemperaturen, die Dichtigkeit und den Salzgehalt der 
Gewässer des Archipels noch eine besondere Bearbeitung finden werden, Die 
von Tydeman gegebenen ozeanographischen Ergebnisse bestehen in zwei ganz 
ausgezeichneten, höchst plastisch wirkenden, großen Tiefenkarten des Archipels 
im Maßstabe von 1:5 000 v00 (Java- und Sumatra-Gewässer eingeschlossen) und 
von 1:3000000 (nur die Gewässer von 112° bis 135° O-Lg.) nebst einigen 
Spezial-Tiefenkärtchen. Hierzu gehören auch Listen sämtlicher Lotungen der 
„Siboga“ sowie des niederländischen Vermessungsfahrzeuges „Bali“; die Lotungen 
des letztgenannten Fahrzeuges sind sehr eng gestellt und beziehen sich auf die 
Makassar-Straße, Celebes:See, Banda-See usw. 
Da diese neuen und zahlreichen Lotungen in ganz wesentlichen Punkten 
ansere bisherigen Kenntnisse?) von dem höchst .eigenartigen unterseeischen 
Relief jener Gewässer berichtigen, da ferner die großen Originalkarten des 
„Siboga“-Werkes: bisher‘ nur durch eine ganz kleine vorläufige Textfigur ip 
giner deutschen. Zeitschrift*) vertreten sind, so dürfte die hier beigegebene 
Tiefenkarte (Tafel 6) dankenswert sein, umsomehr, als der Maßstab sogar 
erheblich größer als derjenige in dem Atlas der Seewarte für den Indischen 
Ozean gewählt werden konnte; für die nachfolgenden Ausführungen ist ein Blick 
auf die Karte außerdem unerläßlich. ; 
_ Einige Worte der Vorbemerkung erbeischen die auf ihr eingetragenen 
Namen der einzelnen. Meeresteile deshalb, weil bislang keine volle Überein: 
stimmung in der Bezeichnung der zahlreichen mehr oder weniger ausgedehnten 
Becken des Archipels erzielt ist, und weil die Namengebung der unterseeischen 
Terrainformen jetzt auf der Tagesordnung steht.*) In uuserem vorliegenden 
Falle ist die Einhaltung des Prinzips, die Meeresteile durchweg nach in der 
Nähe liegenden geeigneten Landesteilen zu benennen, ohne weiteres einleuchtend. 
Unsere Tafel 6° bringt in der Hauptsache die auf der. „Siboga“-Karte ein- 
getragenen Benennungen; in der nachstehenden Tabelle sind nur diejenigen 
Namen der „Siboga“-Karte aufgeführt, welche einerseits in dem Stielerschen 
Handatlas, sowohl auf den älteren Blättern als auch in der Neuausgabe (Nr. 67), 
und anderseits in dem schon erwähnten‘ Atlas der Seewarte für den Indischen 
Ozean (Ausgabe 1891, Tafel 2) entweder ganz fehlen oder für andere Meeres- 
teile gebraucht sind oder eine sonst abweichende Namensform zeigen. 
‚Siboga“-Karte 
Bali-See 
Saru-See 
Timor-See 
ohne Namen 
Ceram-See 
Halmahera-See 
Molukken-Passage 
Buton-Passage 
‚Siboga*-Rücken | 
Stielers Atlas 
ohne Namen 
Sunda-See 
Pitts Passage 
ohne Namen 
Mulukken-Straße 
ohne Namen 
N 
Seewarte- Atlas 
ohne Namen 
Pitts "Straße 
ohne Namen 
Molukken-See 
ohne Namen 
Bemerkungen 
Nördlich von Bali und Lombok. 
Nördlich von Savu, zwischen Flores 
und Timor. + & % 
Südösılich von Timor. 
Westlicher Teil der Banda-See. 
Zwischen Sula-Inseln — Obimajor und 
Buru-Ceram 
Südlich von der Gebe-Insel. . 
Zwischen Nord-Celebes u. Halmahera. 
‚Zwischen Buton und Tukang Besi 
’ Inseln (Celebes). ) 
}Siehe Text S. 105. 
Die neu eingeführten Bezeichnungen dürften nahezu alle Anklang finden, 
da ‚es sich meist um morphologisch gut charakterisierte Meeresteile handelt, 
für welche ein eigenes‘ Wort erwünscht, ja notwendig ist. Auch dem Wegfall 
der Bezeichnung „Sunda- See“ wird man zustimmen, gerade weil die Gegend, 
die im Stielerschen Atlas mit Sunda - See bezeichnet ist; kein selbständiges 
ozeanographisches Gebilde, sondern nur einen Teil der Banda- See darstellt. 
i) Peterm. „Geogr. Mitteilungen“, 1900, S. 183. 
2) Vgl. z. B. die Tiefenkarte im „Atlas des Indischen Ozeans“, herausg von der Deutschen 
Seewarte, Hamburg 1891, Taf. 2. , 
3) Peterm. „Geogr. Mitteil.“, 1900, S. 184. 
5 Vgl. hierzu z. B. Supan in Peterm. „Geogr. Mitteil.“, 1903, S. 151.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.