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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 32 (1904)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1904, 
läufern bis zum 1l. behauptete. Solche Ausläufer zeigten die Wetterkarten vom 
Morgen des 4., 5., /. und 10, südwärts nach der Biscayasee reichend, den letzteren 
durch ein tiefes Teilminimum über Irland ausgezeichnet, und die weitere Ent- 
wicklung der drei ersteren darin übereinstimmend, daß sie, unter Ausdehnung 
ihres Bereichs bis über die Alpen und teilweise bis Österreich in nordöstlicher 
Richtung der Ostsee rasch zuschritten; in ihrem Gefolge traten die für den 3., 
4. und 11. angegebenen steifen und stürmischen Winde auf. Nachdem zu 
Beginn des Monats Winde aus nördlichen Richtungen geherrscht hatten, brachten 
liese Tage meist Winde aus südlichen Richtungen, an der Ostsee mehr 
kontinentaler, an der westdeutschen Küste aber meist ozeanischer Herkunft, so 
daß dieses Gebiet fast täglich Niederschläge hatte. während die Ostseeküste 
zum großen Teil trocken blieb. 
Abweichend von den drei ersten Ausläufern zeigte derjenige vom 1. und 
il. nur eine geringfügige Entwicklung, während sich das Hochdruckgebiet von 
Osten her, unter starker Zunahme oder Intensität des Maximums, über Skandinavien 
mit antizyklonalen Isobaren ausbreitete. Gegenüber einem sehr intensiven 
Maximum über Innerrußland erschien am Morgen des 12, ein sehr tiefes Minimum 
über der Biscayasee, an Tiefe das Minimum nördlich von Schottland übertreffend. 
Diese durch höchsten Luftdruck über Rußland und den niedrigsten über der 
Biscayasee, mit einer Ausdehnung der Depression von hier über Deutschland, 
gekennzeichnete Wetterlage erhielt sich bis zum 19. An Stelle des ersten 
Minimums vom Morgen des 1l. erschienen andere über der Biscayasee, aber 
eine eigentliche Fortbewegung in östlicher Richtung, nach Art der Ausläufer 
der vorhergehenden Tage blieb aus, wenn auch kleine, in nördlicher Richtung 
iortschreitende, sekundäre Ausläufer am Rande des mehr konstanten Depressions- 
gebietes auftraten. Diese Tage führten zunächst an der Ostsee ziemlich frische 
and im Osten am 11., 13. und 14. vielfach steife, im übrigen aber schwache, 
;ast anhaltend südöstliche Winde herbei, verbunden mit trockenem Wetter, bis 
auf geringe Niederschläge, wie angegeben am 15., 19. und 20. 
Eine Anderung der bestehenden Witterungsverhältnisse erfolgte nicht, 
als nach einem Vordrängen am 19. der hohe Luftdruck am 20. bis 23. fast 
ganz Europa von Osteuropa her beherrschte, und eine Anderung führte auch 
der 24. nicht herbei, als ein Teilminimum in nördlicher Richtung, unter Zurück- 
weichen des Hochdruckgebietes, nach Nordwestdeutschland vordrang; die süd- 
östlichen Winde blieben bestehen, und damit erhielt sich das im ganzen 
lrockene Wetter, wobei auch die unveränderte Herkunft der Winde nur geringe 
Anderungen der Temperatur zur Folge hatte. 
Ein am Morgen des 24, westlich von den Britischen Inseln herannahendes 
Hochdruckgebiet führte eine erhebliche Anderung der Wetterlage herbei, indem 
es sich am 25. über die Nordsee, unter Südwärtsdrängung der dort lagernden 
fachen Depression nach Skandinavien, verlagerte und hier am 26. zu einem 
intensiven Maximum entwickelte, das seinen Bereich zunächst über Nordeuropa 
and dann über ganz Mitteleuropa schnell ausbreitete. Unter der Herrschaft 
dieses Hochdruckgebietes hatte die Küste am 26. bis 28, meist nordöstliche 
Winde, die aber, da das Ostseegebiet noch relativ mild war, einen Rückgang 
der Temperatur nur im äußersten Osten, in Memel, zur Folge hatten, wo diese 
vom 23. bis 28. stark sank. Die beiden letzten Tage zeigten in dem Nord- 
west — Südost über Mitteleuropa gestreckten Hochdruckgebiet zwei getrennte 
Maxima, über Skandinavien und über dem Osten Kontinentaleuropas, und 
brachten dementsprechend an der Küste veränderliche, zunächst westliche 
Winde, so daß die Temperatur am Monatsschluß meist wieder ein wenig anstieg. 
Nachdem das für den 24. erwähnte Minimum am 25. bis 27. an der west- 
deutschen Küste vielfach Niederschläge herbeigeführt hatte, traten solche am 
29, bis 31. nur noch in geringen Beträgen an Teilen der Ostseeküste auf. 
Gedruckt und in Vertrieb bei E, S. Mittler & Sohn 
Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei 
Berlin SW. Koachstraße 68—71
	        
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