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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Die Witterung an der deutschen Küste im Dezember 1902, 
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barter Stationen; gegenüber Arkona mit 16, Karolinensiel mit 20 und Wismar 
mit 22 mm hatten Neuwerk. und Marienleuchte mit 61 und Memel mit 66 mm 
die gröfsten Monatsbeträge. Läfst man den Niederschlagstag um 8* V Ortszeit 
des gleichnamigen Kalendertages beginnen, und sieht man von vereinzelten und 
geringfügigen Niederschlägen ab, so fielen diese im Januar am I. an der ost- 
deutschen, am 2, und 3. an der ganzen Küste, am 4. von der Elbe bis zur 
Oder, am 7. über Mecklenburg und Pommern, am 9, von der Oder ostwärts, 
am 15. ostwärts bis Mecklenburg, am 16, bis 20, meist an der ganzen, am 2l. 
und 22, an der preufsischen und seit dem 283. meist an der ganzen Küste. 
Gewittererscheinungen wurden am 25. und 26. an der Nordsee sowie am 28, 
auch an der Ostsee vereinzelt zur Zeit stürmischer Böen mit Niederschlägen beob- 
achtet. Ausgebreiteter Nebel herrschte am 10. an der preufsischen Küste, am 
14. und 15. ostwärts bis Rügen, am 16. an der ganzen Küste, am 18. von der 
Elbe bis Rügen, am 20. und 22. an der Nordsee, am 23. bis 25. ostwärts bis 
Pommern und am 31, an der mittleren Ostsee-Küste. Als heitere Tage, an 
denen die nach der Skala 0 bis 10 dreimal am Tage geschätzte Bewölkung im 
Mittel aus diesen Terminbeobachtungen kleiner als 2 war, charakterisierten sich 
über gröfserem Gebiete der Il. von Rügen ostwärts, der. 12, und 13. an der 
ganzen Küste und der 14. und 15. von der Oder ostwärts. 
Die erste Dekade brachte die Entwickelung eines mächtigen Hochdruck- 
gebietes über Europa, das einen zunächst rasch an Intensität zunehmenden -Kern 
höchsten Druckes von Norden her nach Südskandinavien verlagerte und, der 
Lage nach nur vorübergehend ‚verändert, hier erhielt, wo am 5, die höchsten, 
785.mm überschreitenden Barometerstände auftraten. Eine Depression, die sich 
am 2. von den Britischen Inseln her über Kontinentaleuropa ausbreitete, wurde 
am 2, bis 4. nach Südeuropa gedrängt, wobei die Winde aus östlichen Richtungen 
am 32, an der Nordsee teilweise stürmisch und weiter ostwärts bis Rügen vielfach 
steif wurden, wie auch noch am 3. und 4. an der Ostsee stellenweise steife 
östliche Winde auftraten. Nachdem im Bereiche dieser Depression am 1. bis 4. 
die angegebenen Niederschläge aufgetreten waren, erfolgten zunächst nur noch 
an Teilen der Ostsee am 7, und 9. Niederschläge; im übrigen blieb das Wetter 
trocken bis zum 14, Das Hochdruckgebiet breitete sich über ganz Europa bis 
auf den Süden aus. Am 10. zeigte es statt eines Kernes deren zwei, über Süd- 
skandinavien und Polen, und es entwickelte sich, während der erstere zurück- 
trat, das Maximum über Südosteuropa, wobei sich eine Depression am 12. vom 
Ozean über die Britischen Inseln ausdehnte. 
Bei vorwiegend östlichen Winden führten diese Tage zunächst strenge 
Kälte herbei, worauf am 8. bis 10. eine Drehung"der Windfahne nach Nordost mit 
Winden von der Ostsee Abnahme des Frostes brachte, bis wieder ein Recht- 
drehen den Frost förderte und SO-Winde am 11. bis 13. vielfach die niedrigsten 
Temperaturen des Monats zeitigten. Am 13. drehten die Winde an der Nordsee 
nach SW, während sich diese Drehung nach Osten hin verspätete und an der 
ostdeutschen Küste erst am 16. eintrat; die Winde erhielten sich dann bis zum 
30. aus dem SW-Quadranten und drehten nur vorübergehend nach dem NW- 
Quadranten, nur am 22. an der Nordsee und am 19. bis 21. an der Ostsee 
durch die Herrschaft veränderlicher Winde unterbrochen. Mit dem Eintritt 
westlicher Winde setzte das angeführte Steigen der Temperatur ein im Westen 
am 14.,, von der Oder ostwärts am 16: und in Memel erst am 17., und in 
wenigen Tagen trat bereits mildes Wetter ein, das mit nur kurzer Unterbrechung 
bis Monatsschlufs anhielt. 
Vorwiegend westliche Winde und hohe Temperatur charakterisierten die 
fast ständige Herrschaft von Depressionen während der zweiten Monatshälfte, 
die sich entsprechend auch durch die grofse Häufigkeit und Ausbreitung von 
Niederschlägen auszeichnete. 
Zunächst schritt ein tiefes Minimum in den Tagen vom 13. bis 21. fern 
nordwestlich von Schottland her im hohen Norden vorüber und erstreckte 
seinen Einflufs durch Ausbuchtungen und ausgebildete Teilminima zeitweise bis 
zu den Alpen. Ein am 16. von der Nordsee ostwärts schreitender Ausläufer, 
der sich am 17. zu einem tiefen Teilminimum vor dem Riga-Busen ausbildete, 
hatte an der westdeutschen Küste bereits am 16. stellenweise, in der folgenden
	        
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