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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1903.
7 | Mittl. Wind-
Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage) stärke (Beaufort)
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Bis Mitte des Monats setzte sich die kalte Witterung der letzten
Novemberhälfte fort, worauf mildes Wetter eintrat, das mit kurzen Unter-
brechungen über Monatsschlufs bis zum 11. Januar andauerte. Bis auf leb-
baftere östliche Winde am 1. bis 3. und ausgebreitete Niederschläge am
I. bis 4. sowie an der Ostsee am 7. und 9. war die erste Hälfte wesentlich
ruhig und trocken und am Schluls vorwiegend heiter, während die zweite fast
täglich ausgebreitete Niederschläge und mehrfach stürmische Winde, teilweise
schwere Stürme brachte.
In den Mittelwerten waren der Luftdruck etwas zu hoch, Temperatur und
Bewölkung, wie auch meist die registrierten Windgeschwindigkeiten kleiner als
die vieljährigen Mittelwerte, während die Niederschlagsmengen ostwärts bis
Mecklenburg zu kleine und im Osten zu grofse Monatssummen ergaben.
Die Temperatur zeigte zwei Perioden mit strengem Frost, mit niedrigsten
Temperaturen um Mitte der ersten Dekade und vor bezw. um Monatsmitte,
getrennt durch Tage mit vermindertem Frost und steigende Temperatur vom
$. bis 10. Nach starker Temperaturzunahme, im Westen vom 13. bis 17., im
Osten vom 15. bis 18., erfolgte meist zunächst ein Sinken und dann bis Monats-
schlufs im ganzen wenig Änderung, bis auf kältere Tage am 22, und 23. und
einzelne besonders warme Tage der letzten Pentade, Seit dem 15. war die
Nordsee-Küste und seit dem 18. auch die Ostsee-Küste, ausgenommen am 22.
und 23. und von Memel, fast durchweg frostfrei,
An Frosttagen, mit Minimumtemperatur unter Null, wurden gezählt an
der Nordsee-Küste 15 bis 17, von Kiel bis Neufahrwasser 17 bis 22, in Memel 28,
während Eistage mit Maximumtemperatur unter Null an der Nordsee 11, in Kiel
und Wustrow 7, in Swinemünde 12, in Rügenwaldermünde und Neufahrwasser 14
und in Memel 19 gezählt wurden. Hier erfolgte im Gegensatz zu den übrigen
Stationen vom 19. bis 22. ein sehr starkes Sinken und anschliefsend bis zum
24. sehr starkes Steigen der Temperatur.
Die Temperatur schwankte an der Küste zwischen dem Maximum von
Wilhelmshaven 10,1° und dem Minimum —— 20,6° von Memel, also um 30,7°,
während die kleinste Schwankung in Keitum gleich 13,2° und die gröfste in
Memel gleich 25,2° beobachtet wurden.
Die mittlere interdiurne Veränderlichkeit der Temperatur (LT. V.), als
arithmetisches Mittel aus den Änderungen der Temperatur von Tag zu Tag
ohne Rücksicht auf das Vorzeichen der Änderungen für die drei Terminbeob-
achtungen berechnet, lag mit ihren gröfsten Werten zwischen 1,6° (Keitum) und
40° (Memel) und zeigte die gröfsten Beträge meist am Morgen.
Infolge des Auftretens hoher Maxima und tiefer Minima wies auch der
Luftdruck im Januar grofse Schwankungen auf, die gröfsten in Neufahrwasser
mit 48,6 und in Memel mit 62,5 mm; hier fiel das Barometer in der Sturmnacht
som 25. zum 26. Dezember von abends 8 bis morgens 8" M. E. Z, um fast
22 mm.
Die monatlichen Niederschlagsmengen zeigten in ihrer Verteilung mehr-
fach bedeutende lokale Abweichungen bis zu 40 mm bei dem Vergleich benach-