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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1903.
sind etwa 500 bis 1000 m nach St-B. (von See kommend) verlegt, was auch,
wenn die eingetragenen Tiefen richtig sind, sehr viel zweckmäfsiger erscheint.
Boje 3 und 4 wurden einfahrend an St-B. gelassen. Am NW-Ende der
East Gate-Bank ist eine schwarze Boje ausgelegt.
11. Die Insel Margarita (Venezuela). (Nach Bericht des Kommandos S. M, S.
„Panther“, K-Kapt. Eckermann, vom 24. November 1902.)
Die Inseln Margarita, Coche und Cubagna haben zusammen etwa
55 000 Einwohner, wovon auf Coche etwa 4500 und auf Cubagna etwa 1500
entfallen. Es sind fast ausschließlich Seeleute. Ihr Hauptgewerbe ist die
Perlenfischerei. Die Gegend südlich und östlich von der Insel Margarita
ist stets stark von Fischerbooten belebt. Die Hauptstadt der Insel, Asuncion,
ist gleichzeitig Sitz des Gouverneurs der Provinz Margarita, Dieser wohnt
jedoch meistens in Pueblo de la Mar. Von der Südküste führt eine Strafse
über Asuncion nach San Juan Griego an der Nordküste; der Güterverkehr erfolgt
aber auf dem Wasserwege um die Ostküste der Insel. Wald gibt es auf der
Insel nur wenig, daher sind Niederschläge selten. Das Klima ist heifs, Fieber
kommt nicht vor. Frischwasser ist in den Küstenplätzen gut, aber knapp.
Pampatar. Bei der Ansteuerung von Osten kann man leicht Moreno
Point mit der Blanco-Insel verwechseln. Diese liegt, von Osten gesehen, rechts
von Moreno Point und erscheint zuerst als Hügel auf dem Lande von Margarita,
Man steuere 274° (W*%N) in die Mitte zwischen Pta. de la Ballena und
der Blanco-Insel auf die Huk zu, welche die Pampatar-Bucht von Port Moreno
trennt. Auf diesem Kurse steuere man in die Verbindungslinie Blanco-Insel—
Fort (über diesem hebt sich ein zweistöckiges gelbes Gebäude deutlich ab) und
ankere in 4 bis 5 Kblg Abstand vom Strande auf 11m Wasser. Der Grund
besteht hier aus Sand mit Muscheln.
Pampatar war früher in spanischer Zeit der Hauptplatz an der S-Küste
und Sitz des Gouverneurs. Jetzt ist es nur ein Fischerdorf, aus dessen Lehm-
häusern sich nur wenige Steinhäuser und die weifs getünchte Kirche mit
niedrigem Turme abheben. Das Fort ist ein altes dunkelgraues Gemäuer dicht
am Strande, von quadratischem Grundrifs, jetzt verfallen und ohne Bedeutung.
Am Orte ist ein Zollbeamter stationiert.
Pueblo de la Mar ist jetzt Verkehrshafen der Insel. Von Pampatar
kommend steuere man in der Mitte zwischen der Blanco-Insel und Moreno Pt.
hindurch, passiere letzteren Vorsprung auf !/s Sm Abstand, halte dann auf
Carenero Pt. zu, bis der Leuchtturm von La Mar 342° (NzW*°/sW) peilt. Dann
steuere man in diese Richtung ein, bis die Insel Blanco in Linie mit Moreno
Pt. peilt. Hier findet man guten Ankergrund auf Sand in 10 m Wasser. Näher
der Küste soll der Grund felsig werden; die Tiefenangaben der Karten sind
dort ungenau. Bei gröfserer Annäherung an Land ist daher Vorsicht geboten.
Da La Mar nur eine offene Reede besitzt, ist es als Ankerplatz für Schiffe nicht
so gut wie Pampatar geeignet.
In Pueblo de la Mar ist eine Anulegebrücke für Boote. Der Ort ist
Kabelstation für zwei französische Kabel nach Carüpano und Cumana.
Vor San Juan Griego ankerte S. M. S. „Panther“ auf dem in der
englischen Segelanweisung angegebenen Platze. Die Angaben über Tiefen und
Grund stimmen. Man liegt dort gegen den NO-Passat geschützt, jedoch ist die um
Galera Pt. herumlaufende Dünung unbequem. Die in der Bucht liegende 4,5 m-
(2% Fad.-) Stelle konnte an der Wasserfärbung nicht ausgemacht werden.
Bei der Zollstation in San Juan Griego werden alle nach der Insel gebrachten
Waren verzollt.
12. Die Gilbert-Inselgruppe. (Hierzu Tafel 4.) Nach Drucklegung des im
vorigen Hefte dieser Zeitschrift erschienenen Berichtes von Kapt. Kessler,
Hamburger Schoner „Neptun“, über die Ansteuerung von Butaritari („Ann. d.
Hydr. etc.“ 1903, S. 29) ist von demselben eine Kartenskizze zu diesem Bericht
eingegangen, die in Tafel 4 wiedergegeben wird.