Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1903,
Enchadas Rock zu vermeiden, auf Surubahyba zu halten. !/a Sın südlich von
dieser Insel nehıne man Kurs auf Pedra Branca, eine pyramidenförmige, hell-
graue Klippe, die sich für das Auge erst auf dem Wege von der Barre nach
Surubahrba von Maria Miz freimacht.
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8. Rio Grande do Sul. Nach Beri
4. Oktiber 1002 ac ericht des deutschen Konsulats vom
Barre. Die Verhältnisse und Wassertiefen auf der Barre von Rio
Grande do Sul werden jetzt durch die vor einiger Zeit wieder aufgebrochene
SO-Einfahrt beeinflußst, die als gröfste Lotung 4,0 m zeigt und den Seegang
in der SW-Einfahrt erhöht; besonders bei einlaufender Strömung werden am
Kreuzungspunkt der beiden Fahrrinnen starker auf die südwestliche Bank
zusetzender Strom und Wirbel erzeugt, deren Wirkung sich noch im Hafen
bemerkbar macht. Obwohl die südöstliche Einfahrt kürzer als die südwestliche
ist, so kann sie auch von solchen Schiffen, deren Tiefgang ihre Benutzung ge-
stattet, nur bei ganz günstigen Seegangs- und Witterungsverhältnissen befahren
werden, da sie bei nur einigermafsen starkem Winde wegen der hohen Brandung
unpassierbar wird. Es ist zu befürchten, dafs sich die SO-Einfahrt auf Kosten
der SW-Einfahrt, die gröfsere Sicherheit bietet, weiter vertieft. Die weitere
Versandung der SW-Einfahrt wäre dann nach den Erfahrungen früherer Zeiten
ziemlich sicher. Die Einsteuerung in den Hafen würde dann noch gröfsere
Vorsicht fordern als bisber. Schon jetzt ist es allen in Rio Grande do Sul
verkehrenden Schiffen sehr zu empfehlen, bis höchstens 4,8 m Tiefgang zu laden.
Bei gröfserem Tiefgang ist das Passieren der Barre nur ausnahmsweise, am
seltensten im Frühjahr und Sommer (September bis April) möglich. Zu dieser
Zeit herrschen ablandige Winde vor, die den Wasserstand auf der Barre ver-
ringern und starken auslaufenden Strom verursachen. MHochbordige Dampfer,
halb beladen und mit leeren Tanks, deren Schraube teilweise über Wasser
kommt und die dem Winde eine große Angriffsfläche bieten, brauchen zum
Passieren der Barre unbedingt einen starken Schlepper mit besonders starker
Schlepptrosse, um bei ihrer verminderten Manövrierfähigkeit durch die vereinte
Wirkung von Wind, Strom und Seegang nicht aus dem engen Fahrwasser
heraus auf die Bänke getrieben zu werden.
9. Ein neuer Hafen im Staate Rio Grande do Sul. Die schwierigen
Barreverhältnisse des Hafens von Rio Grande do Sul, die den Schiffsverkehr
daselbst sehr behindern, haben die Veranlassung gegeben, dem Plane der KEr-
richtung eines neuen künstlichen Hafens nahe zu treten. Als geeigneter Ort
hierzu ist die Bucht Säo Domingos das Torres, etwa 85 Sm nordöstlich von
Porto Alegre, in Aussicht genommen. Der Plan umfalst aufser der Erbauung
eines künstlichen Hafens die Herstellung einer Eisenbahnverbindung mit Porto
Alegre und dadurch die unmittelbare Verbindung mit dem Hinterlande, von
dem besonders die deutschsprachlichen Ansiedlungen zu erwähnen sind. Gegen-
wärtig liegen dem Abgeorduetenhause drei Pläne für den Bau dieses Hafens
von Privatüirmen vor. Der Ausschufs, dem diese Anträge zur Prüfung über-
wiesen worden sind, ist dem Plane an und für sich durchaus günstig gestimmt,
hat aber Abstand davon genommen, auf die einzelnen Anträge näher einzugehen
and in seinem Gutachten der Kammer einen Gesetzentwurf vorgelegt und zur
Annahme empfohlen, wonach die Bauten für mindestens vier Monate öffentlich
ausgeschrieben werden sollen. Der betreffende Gesetzentwurf dürfte im Laufe
dieses Jahres zur Beratung in der Kammer kommen. Bei dem grofsen Interesse,
das der Bau eines neuen Hafens wegen seiner Wichtigkeit für die weitere ge-
JZeihliche Entwicklung des Nordens und Nordostens des Staates Rio Grande do
Sul und besonders der deutschen Ansiedlungen in den beteiligten Kreisen be-
anspruchen dürfte, erscheint es angezeigt, den bezüglichen Gesetzentwurf folgen
zu lassen:
Art. 1. Die Regierung ist ermächtigt, demjenigen die Erlaubnis zum Bau,
Gebrauch und zur Ausnutzung eines künstlichen Hafens in der Bucht von Säo
Domingos das Torres im Staate Rio Grande do Sul, sowie einer Kisenbahn,
die diesen Hafen mit der Stadt Porto Alegre in Verbindung setzt, zu erteilen,