Kleinere Mitteilungen,
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Sternbeobachtungen das Great Jeba Flat angesteuert, welches am 1. November
5%. V erreicht wurde. ‚Jetzt wurde Kurs auf das Feuerschiff „Rio Ave“ genommen,
welches 8» 45%» V in Sicht kam. und- 10". 9min V querab war. .. ;
Der Lotse, ein Eingeborener, steuerte mit geringen Abweichungen die in
den Segelanweisungen angegebenen Kurse und wufste mit dem Fahrwasser: gut
Bescheid. Die Lotsen sind von der Regierung angestellt und haben unentgeltlich
zu lotsen, 4% 28min N desselben Tages wurde vor Bissao in der Peilung:
S-Kante der Insel Rey in 135° (SO), Mitte der Insel Passaro in 221° (SW *%4S)
auf 12 m Wasser geankert. ;
5. Bulama (Senegambien). (Nach Reisebericht S, M, S. „Moltke“, Komädt.
Kapt. z..S. Sommerwerck, Oktober 1902,)
Ansteuerung. Am 3. November 8* 30» V wurde, nachdem der Lotse
wieder an Bord genommen war, Anker gelichtet und nach Bulama gedampft.
Der Weg hierher führt zunächst durch den Arcas-Kanal, dessen Passage bei
sichtigem Wetter nicht besonders schwierig ist, da man an der Huk Bulama
Point und der Bake auf den Pedralva Rocks gute Landmarken hat. Nach dem
Passieren von Bulama Point und den südöstlich von demselben liegenden Areia
Branca Shoals hielt sich der Lotse hart an der S-Seite des Bolola-Kanals, um
nach dem Passieren von Nalu Point in die Peilung Colonia Point in eins mit
der zweiten östlich von derselben gelegenen Huk zu steuern. Diese Peilung
führt südlich frei von der Mao-Bank. . Nachdem dieselbe passiert war, wurde
auf die. Reede von Bulama zugehalten, wo 3" 5=in N auf 25 m Wasser querab
von der Landungsbrücke geankert wurde.
Am folgenden Morgen .9* 15%" wurde wieder Anker aufgegangen und
durch den Arcas- und Jeba-Kanal zunächst nach dem Feuerschiff gedampft,. wo
der Lotse 5" 15" N abgesetzt wurde.
6. Albrahäo-Bucht!) (Brasilien). (Nach Reisebericht S. M. S. „Charlotte“,
Komdt. Kapt. z. S. Mandt, Oktober 1902.)
Landmarken. Ein besonders auffälliger Baum tritt auf der Insel Päo
a Pino nicht mehr hervor. Die Insel ist aber ihrer Lage nach mit anderen
nicht zu verwechseln. Sie erscheint allerdings erst aus gröfster Nähe als
Doppelinsel, weil der der Karte nach gröfsere südwestliche Teil lediglich aus
einem flachen .kahlen Felsen besteht, welcher bei Hochwasser zum Teil über-
Autet ist.
Ansteuerung und Ankerplatz. Meio an St-B. lassend, steuere man
recht auf die grofsen Gebäude der Quarantäne-Anstalt los. Die Achse der
Landungsbrücke zeigt mitten in die Bucht. Ist der Brückenkörper bei trübem
Wetter schlecht auszumachen, so halte man die sich am besten bemerkbar
machende südlichste weiße Festmacheboje im Brückenkopf oder eben südlich
frei davon. ' Die Boje lag zur Zeit der Anwesenheit S. M. S. „Charlotte“ auf
10,5 m Wasser.
Das Einlaufen bei.Nacht bietet keine Schwierigkeiten, wenn es sichtig
yenug ist, die Inseln Päo a Pino und Meio zu erkennen. Man steuere auf die
Brücke los, die beiden weifsen Laternen in eins, oder eben von Norden offen
haltend. Sobald auf diesem Kurs die Huk westlich vom Albrahäo-Inselchen
querab ist, ankere man in 12 bis 13 m Wasser.
7. Sepetiba-Bucht?) (Brasilien). (Nach Reisebericht S. M. S. „Charlotte“,
Komdt. Kapt. z. S.. Mandt, Oktober 1902.)
Ansteuerung. Sowohl die englische wie die brasilianische Segelanweisung
im „Handbuch für die Ostküste von Südamerika“ genügen in Verbindung mit
der Karte für Schiffe mittleren Tiefganges durchaus. Tiefgehende Schiffe, welche
den Sattel der Barre zwischen den Inseln Guahyba und Itacurussü (Tacuruzd
der engl. Karte) an der tiefsten Stelle passieren wollen, müssen dicht unter
Guahyba passierend, auf den S-Abhang von Itacurussü halten, bis sie die Areia-
Klippe an St-B.' passiert und Branca-Insel ebenda querab haben. Dann ist, um
) „Handbuch der Ostküste Südamerikas“, S. 298,
3 FEbenda, S. 294.