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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1903,
Passagierdampfer für den Ortsverkehr. Für die Erzausfuhr ist ein grofser
Steinkai für die Erzgesellschaft im Bau; dieser Kai soll in etwa zwei Jahren
fertiggestellt sein. Die jetzige hölzerne Erzladebrücke ist mit einer hohen und
einer niedrigen Schütte versehen; die hochliegende Schütte wird für Schiffe bei
Hochwasser gebraucht, die niedrige dann, wenn die Schiffe niedriger liegen;
die Erze werden ünmittelbar aus Eisenbahnwagen in die Schütte geschüttet.
Vom Schiff wird mit Dampfwinden eine grofse eiserne Vorhängeplatte vor die
Schütte gehängt, damit das Erz senkrecht in den Raum fällt und das Schiff
gegen die mit grofser Wucht herunterschlagenden schweren Erzstücke geschützt
wird, Das Verholen des Schiffes, um die Ladeluken ‘nacheinander unter die
Schütte zu bringen, dauert einige Zeit; zum Vertäuen sind Dalben, Bojen und
Eisenringe bei der Ladebrücke vorhanden. Innerhalb 24 Stunden können etwa
3000 bis 4000 t Erz eingeschüttet werden.
Hafenunkosten betrugen für den Dampfer „Hoerden“:
Lotsengeld einlaufend von See bis Skraaven .
» „ Skraaven bis Narvik
auslaufend gesetzliche Taxe. . .
für den Hafenlotsen der Hamburg
—Awmerika-Linie von und bis Skraaven
Hafengeld (10 Öre für die Registertonne) .
Zollamt für Klarierung . . . ..
Hafenmeistergebühr .. . ..... ..
Bootsmann für Festmachen und Losmachen
Wassergeld . .
Doktorgeld .
Trimmerlohn
217 kg Fleisch
Maklergebühr
164,60 Kr.
127,80
102,12
120,00
323,00
4,00
6,00
20,00
10,00
8,00
210,00 „
217,00 ,
vn .‚ 100,00
zusammen 1412,02 Kr.
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Schiffsausrüstung. Kohlen können in begrenztem Maße von der Erzge-
sellschaft abgelassen werden. Frischer Proviant ist zu haben, andere Schiffs-
ausrüstung nur in begrenztem Mafse.
Trinkwasser liefert die Erzgesellschaft an der Ladebrücke zur Mindest-
gebühr von 10 Kr., die Tonne zu 50 Öre. Bei anhaltendem Frostwetter oder
bei Trockenheit kann nur wenig Wasser geliefert werden. Die Firma Aagaard
& Heitmann ist Agent der Hamburg-— Amerika-Linie,
Kleinere Mitteilungen.
1. Strömungen bei der Insel Juan de Nova. Mozambique-Kanal. Nach
der „Shipping Gazette“ vom 12. Dezember 1902 berichtete ihr Korrespondent
aus Majunga unter dem 23. November desselben Jahres, dafs kurz vorher zwei
Schiffe auf der Insel Juan de Nova verloren gegangen seien, deren Ursache auf
Strömung zurückzuführen war. In dem einen Falle schätzte man sich zur Zeit
der Strandung 25 Sm westlich, in dem andern Falle 30 Sm östlich von den die
Insel besäumenden Riffen. Ein drittes Schiff soll noch den Grund berührt
haben, als es sich 19 Sm von der Insel befand. Der Schreiber jenes Berichtes
hält es für nötig, dafs die Strömungen in der Umgebung jener Insel untersucht
und festgestellt werden.
Hierzu sei bemerkt, dafs die englische Segelanweisung „Africa Pilot“,
HT. Teil, 6. Aufl., vom Jahre 1897 auf S.33 über die Strömungen in jener
Gegend des Mozambique-Kanals das folgende bemerkt:
„Aufserhalb der äufseren Grenze des südlichen Küstenstromes, yon den
Komoren bis jenseits der engsten Stelle des Kanals, darf man sich wenig auf