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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Narvik 
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Narvik. 
Narvik oder Vietoriahavn, norwegischer Erzverschiffungshafen an der 
O-Seite des Beis Fjord im östlichen Teile des Ofoten Fjords auf ungefähr 68° 
21' N-Br. und 17° 27’ O-Lg., soll während des ganzen Jahres eisfrei sein, und 
liegt im Schutze der Lofoten-Inseln. Vor kurzem hat der Hafen Anschlufs an 
das schwedische Bahnnetz erhalten und ist mit Krzschütten u. s. w. ausgerüstet 
worden. Schon jetzt wird ein grofser Teil der KEisenerze aus den Gellivara- 
Gruben nicht mehr über Luleä, sondern über Narvik verschifft. Der Hafen 
bietet gut geschützten Ankerplatz für Schiffe jeder Gröfse. 
Ansteuerung von Narvik, Kapt. J.H. Bruhn, Dampfer „Hoerde“ der 
Hamburg— Amerika-Linie, berichtet im Fragebogen Nr. 2452, wie folgt; „Bis 
zur Insel Skraaven macht die Ansteuerung keinerlei Schwierigkeiten; bei 
Skraaven kam am 6, Januar 1903 der Lotse mit einem gröfseren gedeckten 
Segelkutter der „Hoerde“ 3 Sm weit entgegen. Auch im Öfoten-Fjord ist die 
Fahrt bei sichtigem Wetter nicht schwierig. Der Fjord “ist genügend befeuert 
und die Landmarken sind gut auszumachen; Landmarken sind die hohen mit 
Schnee bedeckten Berge, dann die Leuchtfeuer und die gröfseren Inseln, Bei 
anhaltendem Nebel oder starkem Schneetreiben ist die Fahrt im Ofoten-Fjord 
schwierig und gefährlich. Die Wassertiefen sind überall so grofs, dafs. das 
Ankern, selbst mit Warpanker und Stahltrosse, ganz ausgeschlossen ist. Die 
einzelnen Stellen, wo man ankern kann, liegen so nahe an der Küste und haben 
so geringe Ausdehnung, dafs es mit grofser Gefahr verbunden -.ist, sie bei un- 
sichtigem Wetter aufzusuchen. Bei ganz unsichtigem Wetter ist man darauf 
angewiesen, so zu manövrieren, dafs das Schiff möglichst wenig seinen Ort ändert. 
Die Einfahrt zum Hafen von Narvik ist rein und bequem, der Hafen ist 
für gröfsere Schiffe gegen alle Winde gut geschützt. . . 
. Für Segelschiffe kann die Einsteuerung in den Ofoten-Fjord durch 
Strömung sehr beeinflußt werden. 
Leuchtfeuer. Alle Leuchtfeuer brannten wie im Verzeichnis angegeben, 
An der Südwestecke zur Einfahrt in den Hafen von Narvik steht das 
letzte elektrische Bogenlicht der Eisenbahnlinie und kann wegen seiner grofsen 
Sichtweite als Einsegelungsfeuer in den Hafen benutzt werden. 
. Lotsenwesen. Bei Skraaven kommt bei unruhiger Witterung ein ge- 
deckter einmastiger Segelkutter, bei ruhigem Wetter ein Ruderboot mit Lotsen 
den Schiffen entgegen. Lotsenzwang besteht sowohl für Seelotsen, wie für 
Rerierlotsen. Die Lotsenfahrzeuge zeigen bei Tage eine weiße Flagge mit 
senkrechten roten Streifen und nachts ein weilses Topplicht und zeitweilig ein 
Flackerfeuer. Lotsengeld nach der gewöhnlichen norwegischen Lotsentaxe. 
Schleppdampfer beabsichtigt die Hamburg—Amerika-Linie zur Hilfe. für 
ihre Schiffe in Narvik zu halten. 
Quarantäne. Die Lotsenstation Skraaven soll zukünftig als Quarantäne- 
station eingerichtet werden. 
Zollbehandlung.. Ein Teil der zollpflichtigen Sachen (Wein, Branntwein, 
Tabak, Zigarren, Kaffee, Tee etc.) wurde im Proviantraume unter Zollverschlufs 
gelegt. Die Zollbehörde macht keine Schwierigkeiten; Schiffsemefsbrief und 
Vorratsliste müssen vorgelegt werden. 
Aukerplatz im Hafen von Narvik. Nach Lotsenangabe kann der Hafen 
in seiner ganzen Ausdehnung zum Ankern benutzt werden. Die Wassertiefe 
beträgt bei mittlerem Wasserstande fast überall etwa 25m. Der Dampfer 
„Hoerde“ mufste zwei Tage ankern, weil. ein anderer Dampfer an der Lade- 
brücke lag. Ankerpeilung der „Hoerde“ auf 25 m, Grund: Lehm, Südwestecke 
der Hafeneinfahrt in 306° (NW3%/4W) und Schornstein der mechanischen Werk- 
stelle in 33° (NOzN). 
Hafenanlagen in Narvik. Im Hafen befinden sich mehrere kleine 
Anlegebrücken mit Lagerschuppen sowie auch eine Anlegebrücke für die 
Ann, d. Hydr. etc., 1903, Heft IL
	        
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