Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1903.
Bücher und
Karten.
Ausreisen,
Aus der obigen Tabelle ergiebt sich, dafs auf der nördlichen Hälfte des
Weges, zwischen 50° bis 40° N-Br. und 10° bis 40° W-Lg. nordöstliche und süd-
östliche Versetzungen doppelt so häufig sind als südwestliche und nordwestliche
und dafs zwischen 10° und 25° W-Lg. von 10 beobachteten Versetzungen 4 süd-
östlich gewesen sind. In der Mitte des Weges, auf etwa 40° N-Br. und 40° W-Lg.,
sind Versetzungen nach allen Quadranten ziemlich gleich häufig, weiter west-
lich und südlich gewinnen dann südwestliche und nordwestliche Versetzungen
30 die Oberhand, dafs zwischen 50° und 65° W-Lg. %4 aller Versetzungen auf
westliche (südwestliche oder nordwestliche) Richtungen entfallen.
Die mittlere Gröfßse der beobachteten Versetzungen schwankt zwischen
10 und 16 Sm im KEtmal, sie nimmt stets mit der Häufigkeit zu; man
findet demnach zwischen 10° und 25° W-Lg. die stärksten und häufigsten Ver-
setzungen nach Südosten (in extremem Falle sind 33 Sm beobachtet) und
zwischen 50° und 65° W-Lg. die stärksten und häufigsten Versetzungen nach
Nordwesten (in extremem Falle 56-Sm beobachtet). In der Mitte des Weges,
wo man annähernd gleich häufig nach jedem Quadranten versetzt wird, sind
auch nach jedem Quadranten in extreinen Fällen über 40 Sm im Etmal
beobachtet worden.
Das Verhältnis der Häufigkeit der Versetzungen bleibt zu allen Jahres-
zeiten annähernd dasselbe und steht im KEinklange mit den Ergebnissen der
Tabellen „Ann. d. Hydr.“ etc. 1895, S. 434, wonach der Strom vorwiegend nach
Lee und etwas nach rechts setzt. Dementsprechend mufs man auch
b) südlich von 20° N-Br., wo beständig Passat aus ziemlich östlicher
Richtung wehet, stets auf erhebliche westliche bis nordwestliche Versetzung
rechnen.
Man hat hier bei steifem Passat im Juli über 45 Seemeilen west-
liche Versetzung gefunden und wird selbst bei flauem Passat im Februar auf
10 Sm im Etmal rechnen müssen, so dafs beim Anlaufen von Sombrero der
Kurs entsprechend südlicher gesetzt werden mufs,
c) Bei den Virginia-Inseln läuft an der Ostkante des Riffes häufig
nordwestlicher Strom mit 1 Sm stündlicher Geschwindigkeit, doch mufs man
dort auch den Gezeitenstrom in Rechnung ziehen. Der nördliche, gewöhnlich
Flutstrom genannte, beginnt bei Voll- und Neumond um 6*, der südliche nach
12°; im Juli und August überwiegt der südliche, im September, November,
März und April der nördliche Gezeitenstrom.
Ozeanwege, Wetter, Wind, Orkane, Strömungen: Monatskarten
des Nordatlantischen Ozeans und Segelhandbuch für den Nordatlantischen Ozean,
herausgegeben von der Deutschen Seewarte.
Küsten und Häfen. D. Adm-Krt. Nr. C6, der Englische Kanal; Brit.
Adm-Krt. Nr. 1950, Azores; Nr. 1854, San Miguel; Nr. 1855, Fayal, Pico and
San Jorge; Nr. 1940, Horta; Nr. 130, Anguilla to Puerto Rico; Nr. 2183,
Harbour of St. Thomas. „Ann. d, Hydr.“ etc. 1898, St. Thomas; ebenda 1901,
Die Not- und Orderhäfen der Azoren; Gulf of Mexico und Carribean Sea,
Vol. TI, herausgegeben vom Hydrographischen Amt in Washington,
2. Die Seewarte empfiehlt
Dampfern, die nicht an bestimmte Vorschriften gebunden sind, folgende Wege
zwischen dem Kanal und St. Thomas:
a) Im allgemeinen steuere man auf dem Dampferwege Nr. II nach
San Miguel und von da auf dem Dampferwege Nr. IV nach Sombrero. Man
gelangt hierbei rascher als auf dem kürzesten Wege aus dem Bereich der west-
lichen Stürme, in besseres Wetter und günstigere Verhältnisse, die den Umweg
von etwa 100 Sm besonders in den Wintermonaten reichlich aufwiegen.
b) Dampfer, die den Kanal im Juni, Juli oder August bei ziemlich
ruhiger See, leichten südlichen oder westlichen Briesen und steigendem Baro-
meter verlassen, sollten auf dem gröfsten Kreise entlang steuern.
c) Dampfer, die vornehmlich im Herbst nach dem Verlassen des Kanals
zunehmenden, von NO rechtdrehenden Wind bei fallendem Barometer haben,
sollten dem gröfsten Kreise folgen und erst südlich davon steuern, wenn der
Wind über N zurückdreht.