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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1903, 
Man könnte gegen die Einführung einer gleichmäfsigen Befeuerung dieser 
Art den gewichtigen Einwand erheben, dafs die Einrichtung grofse Unkosten 
verursachen müfste, denn im allgemeinen hat man bis jetzt nirgends ein be- 
stimmtes System für die Verwendung der verschiedenen Feuerarten eingeführt. 
Aufserdem könnte man einwenden, dafs‘ das vorgeschlagene System der Regel 
widerspricht, daß man für jeden einzelnen Fall diejenige Feuerart wählen soll, 
die mit den vorhandenen Beleuchtungsapparaten dem Feuer die gröfste Licht- 
stärke gibt. 
Trotz alledem sind die Vorteile einheitlicher Einrichtung der Leuchtfeuer 
and Nebelsignale sehr grofs. Wie schon erläutert wurde, hat man namentlich 
in engen Durchfahrten allgemeine Regeln nötig, und es ist daher anzunehmen, 
dafs solche Regeln sehr bald eingeführt werden. Es kommt dabei durchaus 
nicht darauf an, die gröfste Lichtstärke und Sichtweite zu erzielen, während es 
dagegen sehr wichtig ist, dals die Art der Leuchttonnen und der Leuchtfeuer 
in den Hafeneinfahrten genügenden Aufschlufs für die Einsteuerung der Schiffe 
gewährt. 
So lange man kein allgemeines System angenommen hat, mul man stets 
während der Fahrt bei Nacht in unbekannten Gewässern die Karten und Hand- 
bücher studieren, was in hohem Grade die Sicherheit des Schiffes gefährdet. 
Internationale Regeln für die Ausnutzung der Art der Feuer und Nebel- 
signale werden also die Schiffahrt bei Nacht wesentlich sicherer machen, denn 
die Seeleute werden dann von vornherein das gebräuchliche System kennen, so 
dafs ein einziger Blick auf die Karte hinreicht, um mit Sicherheit zu 
steuern. 
In Übereinstimmung mit den Gedanken, die hier entwickelt worden sind, 
mul es unbedingt empfohlen werden, die Annahme eines allgemeingiltigen 
Systems zur Verwendung der Leuchtfeuer und Nebelsignale in Küstengewässern 
in Erwägung zu ziehen, selbst wenn die vollständige Verwirklichung des Planes 
noch eine lange Reihe von Jahren fordern sollte. 
Die Lehre von dem Wesen und den Wanderungen der magnetischen 
Pole der Erde. 
Ein Beitrag zur Geschichte der Geophysik. 
Von Dr. Ernst Harald Schütz, Lehrer an der Seefahrtsschnle in Bremen.) 
Besprochen von Dr. H. Maurer. 
Die inhaltreiche Schrift, eine vorzügliche historische uud kritische Darstellung 
der Ansichten und Erfahrungen über die magnetischen Pole der Erde, bietet jedem, 
der sich für Geophysik interessiert, so viel Beachtenswertes, dafs eine kurze 
Inhaltsangabe den Lesern der „Annalen der Hydrographie etc.“ sicher willkommen 
sein und vielleicht manchen zu näherer Beschäftigung mit dem anregenden Buche 
veranlassen wird. Aus der Definition eines magnetischen Erdpoles als Berührungs- 
punkt einer Potentialfläche und der Erdoberfläche wird dargetan, dafs in ihm 
die Horizontalkomponente des Erdmagnetismus verschwindet, alle magnetischen 
Meridiane und alle Isogonen sich schneiden und die Inklinationsnadel senkrecht 
steht. Nach diesen Eigenschaften ist die geographische Bedeutung der Pole zu 
würdigen; man darf ihnen aber nicht zu viel Wichtigkeit zuerkennen, wozu die 
sonstige Bedeutung des Wortes „Magnetpol“ als eines Punktes, in dem man sich 
den Sitz der Gesamtkraft denken darf, verleiten kann. Mit Recht weist der 
Verfasser darauf hin, dafs die gebräuchliche Merkatorprojektion nicht imstande 
ist, ein anschauliches Bild von der Verteilung der magnetischen Eigenschaften 
über die Erdoberfläche zu geben, was auch für alle Isogonenkarten überhaupt 
gilt. Da auf diesen nur der Winkel zwischen dem magnetischen und astrono- 
mischen Meridian zur Darstellung kommt, spielen auf ihnen die astronomischen 
1} Erschienen bei D. Reimer (E. Vohasen), Berlin 1902. 89, 76 Seiten, 5 Karten.
	        
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