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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1903 
auch dem lebhaftesten Verkehr genügen, weil die Zwischenräume zwischen den 
Rainerischen vier Wellenbrechern ebenfalls für den Verkehr, namentlich für 
den der Boote und der Küstenschiffahrt nutzbar wären. Der Plan Raineris 
spart Kosten, weil seine vier Wellenbrecher zusammen kleiner sind als die 
Wellenbrecher der anderen Pläne; auch im inneren Hafen bedingt dieser Plan 
keinerlei Umbauten und erlaubt die beste Ausnutzung des Vittorio Emanuele- 
Vorhafens, der dann noch vergröfsert und mit Kaianlagen versehen werden 
könnte. Jetzt ist dieser Vorhafen auch dann oft nicht brauchbar, wenn der 
innere Hafen ruhig ist. Im Jahre 1898 machte bekanntlich S. M. S. „Hertha“ 
einen schweren Sturm im Vorhafen durch und erlitt dabei schwere Beschädi- 
gungen. Die Rainerischen Wellenbrecher würden aber nicht nur diesen Vor- 
hafen, sondern aufßserhalb von ihm auch noch eine Reede von 52 ha Fläche 
schützen, die nur gegen SSW zum Teil: offen wäre. 
Ein weiterer Vorzug der Rainerischen Anordnung liegt in der aus Rück- 
sicht auf die Gesundheitsverhältnisse der ganzen Stadt sehr wichtigen freien, 
anbehinderten Wasserbewegung in den verschiedenen Teilen des Hafens. Je 
nach der herrschenden Windrichtung wird der Küstenstrom, der vor dem Hafen 
vorbeistreicht, die städtischen Abwässer mit sich aus dem Innern des Hafens 
heraussaugen, weil die verschiedenen Zugänge zwischen den vier Wellenbrechern 
das gleichzeitige Aus- und Einströmen (an verschiedenen Seiten) gestatten. Um 
im inneren Hafen ebenfalls genügende Spülung zu sichern, soll die Alte Mole 
an ihrer Wurzel von einem tiefen Graben durchschnitten werden, 
Voraussichtlich würde durch die von Raineri vorgeschlagenen verhältnis- 
mäfsig einfachen Schutzbauten schon 1800 m Kailänge im Vittorio Emanuele- 
Vorhafen mit gesicherten Liegeplätzen gewonnen werden, so dafs der Bau des 
bereits geplanten neuen Faro-Hafens sogar vorläufig für einige Zeit noch gespart 
werden könnte. Bei dem schnell zunehmenden Verkehr Genuas wird jedenfalls 
in irgend einer Weise schon bald für die Vermehrung der Kaifläche Sorge ge- 
tragen werden müssen. Erst kürzlich berichtete die „Shipping Gazette“, dafs 
anfang Januar 1903 mehrere Dampfer wegen Überfüllung des Hafens teils nur 
in Leichter löschen, teils überhaupt auf Liegeplätze warten mulsten. Das Gewicht 
der gelöschten und geladenen Seefracht war im Jahre 1901 in Genua schon 
nahezu gleich grofs, wie in dem zum Löschen und Laden vorläufig ganz be- 
trächtlich bequemer eingerichteten und mehr gute Liegeplätze bietenden Hafen 
von Marseille. „Genua la Superba“ wird zuversichtlich ihrem alten Ruhme auf 
dem weiten Gebiete des Seehandels durch zweckmäfsigen Schutz des Hafens 
gegen den schädlichen Seegang neuen friedlichen Lorbeer hinzufügen und die 
Hafenbaumeister Italiens und anderer Länder werden zuversichtlich aus dem 
sinnreich erdachten Plane des erfahrenen Seekapitäns Cav., Salvatore Raineri 
reiche Anregung schöpfen! Dr. E. EA. u. G, Wis. 
Vorschlag zur einheitlichen Einrichtung der Leuchtfeuer und 
Nebelsignale für Küstengewässer., 
Dem internationalen Marinekongrefs in Kopenhagen 1902 vorgelegt 
von Gustar Holm, 
Kommandör der Königl. Dänischen Marine. 
[Übersetzung nach dem französischen Original.] 
Im allgemeinen kann ein Schiff bei Tage mit voller Sicherheit einen 
Hafen ansteuern oder durch Küstengewässer hindurchsteuern, wenn es lediglich 
die Betonnung beachtet, denn wenn auch nicht überall ein einheitliches 
internationales Betonnungssystem durchgeführt ist, wie es die Washingtoner 
Marinekonferenz 1889 empfohlen hat, so haben doch immerhin fast alle See- 
staaten ein bestimmtes Betonnungssystem eingeführt, so dafs man also nach
	        
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