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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Die Witterung zu Tsingtau im September, Oktober und November 1902. etc, 49 
Die Bewölkung des Himmels, welche besonders im zweiten Drittel des 
Monats sehr grofß, dagegen im ersten und letzten Drittel geringer war, betrug 
im Mittel 4,4 Zehntel; dies ist annähernd derselbe Wert, wie er im September 
1900 gefunden wurde; der des September vorigen Jahres wird um 0,5 Zehntel 
überschritten. 
Den 8 heiteren Tagen des Monats stehen fast ebenso viel trübe Tage, 
nämlich 6, gegenüber. 
Die relative Feuchtigkeit der Luft, allmählich gegen das Ende des Monats 
abnehmend und im Monatsmittel 70° betragend, war nur wenig von der in 
den früheren Monaten gleichen Namens beobachteten verschieden. 
Die Gesamtniederschlagsmenge, welche eine Höhe von 59,2 mm während 
des Monats erreichte, ging an fünf regnerischen Tagen nieder. Der letzte Tag 
des Monats brachte noch ein schweres Gewitter, welches um 8" 30=in abends aus 
Nordwest aufkam. Während dieses Gewitters regnete es von 8* 40=in bis 9° Smin 
sehr stark; von 8* 50%" ab war der Regen mit Hagel vermischt, welcher zum 
Teil einen Durchmesser von etwa 15 mm hatte. Dies Gewitter, allmählich. nach 
Südost ziehend, bald schwächer, bald wieder stärker werdend, hörte erst gegen 
Morgen des nächsten Tages auf. 
Die Winde, welche während des Monats zum: gröfsten Teile aus Nord bis 
Westnordwest wehten, entwickelten eine mittlere Stärke von 2,1 der Beaufort- 
Skala. Die stärkeren Winde wehten alle aus nordwestlichen Richtungen, so 
herrschte z. B. vom 21.-abends bis zum Nachmittag des 24, WNW- bis NW- 
Wind mit einer. durchschnittlichen Stärke 6 der Beaufort-Skala, am Morgen 
des 24. in den Böen zeitweise Stärke 8 bis 9 erreichend. Noch an einem Tage 
im Monat, am 3., wurde. NW Stärke 7 bezw. 5 beobachtet. 
Im Monat Oktober waren durchgängig höhere Temperaturen zu ver- 
zeichnen als im gleichen Monat der Vorjahre, so war die mittlere Tagestemperatur 
in diesem Oktober mit 18,0° um 2,4° höher als die im Oktober 1901 und 1900 
und überragte die des Oktober 1899 sogar um 3,3°. Die Hauptursache hierfür 
bilden wohl die Winde, welche im diesjährigen Oktober zum gröfsten Teil aus 
züdlichen Richtungen kamen und die Temperatur hoch erhielten. Das Maximum 
der Temperatur (26,0°) wurde für den 3. Oktober notiert; die niedrigste 
Temperatur im Monat, 9,1°, wurde infolge des vom 13. morgens bis 15. morgens 
frisch aus Nordwest bis Nordnordost wehenden Windes in der Nacht vom 14. 
zum 15, erreicht. 
Die Bewölkung des Himmels, welche während des Monats im Mittel 
3,3 Zehntel betrug, war im letzten Drittel des Monats stärker als in den beiden 
ersten. Das Monatsmittel war um 1,6 Zehntel geringer als im Oktober 1901 
und 1900; es kamen 13 heitere und nur 3 trübe Tage zur Auszählung. Während 
des Monats traten an vier Tagen Regenschauer auf, welche aber im ganzen nur 
7,9 mm Niederschlag brachten. Im vorjährigen Oktober fielen dagegen 147,4 mm 
und im Oktober 1900 91,2 mm Regen. ; 
Die relative Feuchtigkeit der Luft, welche im Mittel 67%o betrug, war 
um 3° geringer als im gleichen Monat der Vorjahre. ; 
Die Winde, welche im Gegensatz zum vorigen Monat wieder mehr aus 
südlichen Richtungen kamen, erreichten eine mittlere Stärke von 2,0 der 
Beaufort-Skala. Nur an einem Tage im Monat, am 29., wurde stärkerer Wind, 
nämlich NNO Stärke 6, beobachtet. 
Der Monat November dieses Jahres war ebenso wie die beiden vorigen 
Monate bedeutend wärmer als der gleiche Monat früherer Jahre. Die 
Schwankungen der Temperatur waren jedoch infolge der häufig wechselnden 
Winde ziemlich grofs, so dafs Erkältungskrankheiten wie Husten und Schnupfen 
unter diesen Verhältnissen ziemlich häufig auftraten. Die mittlere Tages- 
temperatur, welche 11,7° betrug, war um 2,4° höher als im November vorigen 
Jahres, gegen die des November 1900 betrug die Differenz -+ 3,4° und gegen 
die des November 1899 + 3,7°. 
Auch ein Vergleich der höchsten und niedrigsten Temperaturen in den 
verschiedenen Jahren zeigt gegen die diesjährigen erhebliche Unterschiede; dies 
gilt namentlich für die niedrigsten Temperaturen, denn in den drei vorher-
	        
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