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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 
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wahrscheinlich das treibende Moment bei deren Fortpflanzung ist, dafs aber 
allerdings, leicht begreiflicherweise, nicht nur die unterste, durch den Wind 
am Boden erkennbare Schicht des Wirbels, sondern die Gesamtheit des Luft- 
körpers dabei entscheidend ist. Ist num die linke Seite, wie im vorliegenden 
Falle, sehr viel kälter als die rechte, so bilden sich nicht selten durch die 
gröfsere Dichte der kalten Luft unten starke Gradienten auf der linken Seite 
aus, die aber das Fortschreiten des Wirbels deshalb nicht aufzuhalten vermögen, 
weil sie eben nur bis in relativ geringe Höhe reichen. Höher oben ist die 
Asymmetrie der Cyklone rechts und links der Bahn um so stärker, und die 
Fortpflanzung ist schnell trotz der starken Gegenwinde der linken Seite am 
Erdboden. Vgl. hierzu „Der Fortpflanzungsgradient der Cyklonen“, Meteorol. 
Zeitschrift 1895, S. 223. 
Das Gebiet gröfsten Niederschlags lag nordwestlich vom unteren Minimum 
des Luftdruckes, in der Gegend, in welche dessen Minimum in einer Höhe von 
einigen tausend Metern fiel. Es bildete einen langen, scharf nach NW gegen 
ein vollkommen niederschlagsloses Gebiet abgegrenzten Streifen. Aus der Luft- 
druckverteilung im oberen und unteren Niveau kann man schliefsen, dafs die 
Luftmassen im NW von der genannten Grenze aus dem Hochidruckgebiet im 
NW stammten und daher trocken waren. Die grofse und scharf begrenzte An- 
häufung von Schnee und Staubmassen im nordwestlichen Deutschland führt die 
Herren Hellmann und Meinardus zu der Vermutung, dafs hier die S-liche 
obere Luftströmung, die am Vormittag des 11. März Mitteldeutschland über- 
wehte, ohne an Staub- und Wassergehalt nennenswerte Mengen zu verlieren, 
eine Hemmung ihrer horizontalen Bewegung und Umsetzung derselben in eine 
vertikale erfahren hat, indem die wasserdampfreichen Luftmassen des S-Stroms 
an den kälteren, trockenen, aus Norden stammenden entweder aufgestaut oder auf 
diese hinaufgeschoben worden sind. Letztere Anschauung wird durch einen 
Eiskörnerfall im nordwestlichen Deutschland gestützt. Denn dieser beweist, dafs 
Wassertropfen aus einer wärmeren oberen Schicht durch eine kältere hindurch- 
gefallen und darin überkaltet oder gefroren sind. 
Die Witterung zu Tsingtau im September, Oktober und November 1902, 
nebst einer Zusammenstellung für die vier Jahreszeiten und das Jahr 
Dezember 1901 bis einschliefslich November 1902. 
Bericht der Kaiserlichen Meteorologisch-astronomischen Station zu Tsingtau. 
Die folgende Tabelle enthält die meteorologischen Beobachtungen sowohl 
für die Monatsdrittel als auch für die ganzen Monate September, Oktober und 
November 1902. Im Anschlufs hieran findet sich die Zusammenstellung für die 
zuletzt verflossenen vier Jahreszeiten und das Jahr vom Dezember 1901 bis ein- 
schliefslich November 1902, (Die Berechnung der „Allgemeinen Luftbewegung“ 
unter Zugrundelegung der Windbeobachtungen an den drei Terminen jedes Tages 
— vgl. „Ann. d. Hydr. etc.“ 1900, S. 63 -— ist hier beigefügt worden. D. R.) 
Der Monat September dieses Jahres verlief annähernd ebenso wie der 
gleiche Monat der Vorjahre. 
Die Temperatur der Luft, welche im Monatsmittel 21,1° betrug, war den 
yanzen Monat über ziemlich gleichmäfsig hoch, sie nahm gegen das Ende des 
Monats ganz allmählich ab. 
Die höchste Temperatur im Monat (29,0°), welche für den 16. notiert 
wurde, war ebenso hoch als im vorjährigen September und blieb nur um 1,0° 
gegen die des September 1900 zurück. Die niedrigste Temperatur im Monat 
betrug 11,2°, dieselbe wurde in der Nacht vom 28. zum 29. gemessen, sie war 
am 3,6° niedriger als die niedrigste Temperatur im vorjährigen September und 
zeigte 0,4° tiefer als im September 1900. 
Während des Monats hatte das Maximumthermometer noch an 17 Tagen 
einen Stand von S 925°,
	        
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