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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Die Witterung an der deutschen Küste im Oktober 1903. 
und 2,6° (Neufahrwasser); die für die. drei Termine berechneten Werte weichen 
im‘ allgemeinen nur wenig voneinander ‚ab und lassen durch ihre. .Größen- 
anordnung keinen gleichartigen täglichen Gang hervortreten.. 
Die monatlichen Niederschlagsmengen waren im ganzen recht gleich- 
mäßig verteilt, Durchweg unter 100 mm und. vielfach unter 80 mm, waren 
sie im Osten, während sie sonst mit vereinzelten Ausnahmen 100 mm über- 
stiegen und die größten Werte an der Schleswig-Holsteinschen Küste erreichten. 
Gegen 70 mm in Rügenwaldermünde und 72 mm in Hela hatten Flensburg 
170 mm und Schleimünde 195 mm Regen. Die meisten Tage brachten für die 
ganze Küste Regen. Läßt man den Regentag um 8" V M. E. Z..des gleichnamigen 
Kalendertages beginnen und. sieht man von geringfügigen wie von vereinzelten 
Niederschlägen ab, so fielen diese am 1. ostwärts bis Mecklenburg, 2. bis 9, an 
der ganzen Küste, 10. ostwärts bis Pommern, 11. an der Nordsee, 12. ostwärts 
bis Pommern, 138. bis 17. an der ganzen Küste, 18. ostwärts von Mecklenburg, 
19: und 20, über Rügen und Pommern, 21. bis 23. an der ganzen Küste, 29. an 
der Nordsee, 30. von der Elbe bis Mecklenburg und am 3l. von der Elbe ost- 
wärts. Sehr ergiebige, in 24 Stunden 20,0 mm Üübersteigende Niederschläge 
fielen am I. in Wyk a F. (32) und Schleimünde (20), 4. in Friedrichsort (20), 
Schleimünde (21) und Stolpmünde (28), 5. in Wangeroog (22), Brake (26), 
Glückstadt (24) und Tönning (22), 6. in Schleimünde (21), Rixhöft (26) und 
Pillau (33), 8. in Büsum (21), Flensburg (25) und Thiessow (22), 10. in Tönning 
(25), Friedrichsort (25) und Arcona (21), 12, in Flensburg (20), 13. in Hela (23) 
und am 17. in Ahlbek (21) und Swinemünde (28). Gewitter traten in größerer 
Verbreitung auf am 1. ostwärts bis Mecklenburg, 2. und 5. an der Nordsee, 6. 
an der Ostsee und am 16. an der ganzen Küste. Nebel wurde in größerer Ver- 
breitung beobachtet am I. an der ganzen Küste, 2. an der Ostsee, 29, ostwärts 
bis Mecklenburg, 30. an der Ostsee ostwärts bis Pommern und am 3l. ostwärts 
bis Pommern. 
Als heitere Tage, an denen die nach der Skala-O bis 10. geschätzte 
Bewölkung im arithmetischen Mittel aus den drei Terminbeobachtungen kleiner 
als 2 war, charakterisierten sich über größerem Gebiet der 19. und 20. an der 
Nordsee, der 24. an Teilen der ganzen Küste, der 26. über Rügen und Pommern, 
der. 27, westlich der Elbe und von Rügen ostwärts, der 28. an der Ostsee. und 
der 29. von Mecklenburg ostwärts. 
. Bis zum 8. schritten bei hohem Luftdruck über Südeuropa und einer 
Depression über dem Ozean in rascher Folge Teilminima von Westen her ost- 
wärts bis nordostwärts nördlich an der Küste vorüber und riefen in dem an- 
gegebenen Umfang täglich Regenfälle, sowie vielfach stürmische Winde aus 
westlichen Richtungen und mehrfach ausgebreitete Gewitter‘ hervor; bei vor- 
wiegend südwestlichen Winden blieb das Wetter mild, wenn auch ein Rückgang 
der Temperatur eintrat. 
Der Morgen des 9. zeigte ein neues Teilminimum über dem Süden der 
Nordsee, doch dies nahm eine eigentümliche Entwicklung. Bis zum folgenden 
Morgen näherte es sich der Helgoländer Bucht, dann aber füllte es sich rasch 
aus und verschwand am Il. südostwärts nach Mitteldeutschland hin. Es hatte 
ausgebreitete Niederschläge im Gefolge und führte steife bis stürmische Winde, 
an der Nordsee meist aus dem SW- nach dem NW-Quadranten drehend, an der 
Ostsee bis Rügen hin aber meist aus dem SW- und dem SO-Quadranten herbei, 
Ein bereits seit dem 7. über Skandinavien liegendes  Hochdruckgebiet 
nahm am {0. rasch an Intensität und Ausdehnung‘ nach Süden zu, so daß es 
am Il. an der ganzen Küste östliche Winde hervorrief, die in seinem Bereiche 
noch am 12. und im Osten am 13. anhielten, so daß diese Tage einen starken 
Rückgang der Temperatur brachten. Ein am Morgen des 11. gegenüber dem 
über Skandinavien liegenden Maximum über: dem Ozean erschienenes tiefes 
neues Minimum breitete sein Gebiet durch einen von der Biscayasee nordost- 
wärts vordringenden Ausläufer bis zum 16. ostwärts bis Westrußland aus und 
führte dabei bereits am 13. wieder für den größten Teil der Küste südwestliche 
Winde herbei, so daß alsbald wieder Steigen der Temperatur eintrat. Nachdem 
am 11. überall trockenes Wetter geherrscht hatte, brachte der Ausläufer am 
12. an der Nordsee und am 13. wieder überall Niederschläge und rief unter 
der Einwirkung von Südwest her stark nachdrängenden hoben Druckes ostwärts 
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