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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

360 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1903, 
ähnlicher Gestalt, wie die bisherigen Monatskarten für den nördlichen Atlantischen 
and den nördlichen Stillen Ozean erscheinen. Jedoch werden sie nicht monatlich, 
sondern vierteljährlich herausgegeben werden. Zuerst soll die Karte für den 
Südatlantischen Ozean, und zwar umfassend die Wintermonate 1903/04, erscheinen. 
Sobald diese Karten für ein ganzes Jahr veröffentlicht sind, soll eine gleiche 
Reihe für den südlichen Stillen Ozean in Angriff genommen werden. (Pilot Chart 
of the North Atlantic Ocean, Washington, November 1903.) 
Neuere Veröffentlichungen. 
„Handbuch des Schwarzen und Asowschen Meeres‘‘, 4. Auflage, herausgegeben 
von der hydrographischen Abteilung des russischen Marine-Ministeriums, 
St. Petersburg 1903. 
Die vorliegende 4. Auflage des „Handbuches für das Schwarze und Asowsche Meer“ bedeutet 
einen entschi-denen Fortschritt gegen die dritte Auflage dieses Werkes und, was Ausstattung 
anbelangt, auch gegen die in den letzten Jahren erschienenen drei ersten Bände des Handbuches für 
die Fahrt von Kronstadt nach Wiadiwostok, Die Neuherausgabe des Werkes, die nach dem Vorwort 
zu urteilen, ursprünglich erst nach Beendigung der systematischen Vermessung des Schwarzen und 
Asowschen Meeres geplant war, mußte schon in diesem Jahre erfolgen, da die 3. Auflage vergriffen 
war. Die Verwendung älteren Materials für einzelne Küstenstrecken hat sich daher nicht vermeiden 
lassen. So stützen sich die Angaben über die rumelische und anatolische Küste noch auf die Ver- 
messung vom Jahre 1847 und können daher keinen großen Anspruch auf Genauigkeit und 
Zuverlässigkeit machen. Nur die Beschreibung der Haupthäfen dieses Gebietes ist nach den 
Berichten russischer Seeoffiziere sowie der dortigen russischen Konsuln und Schiffahrtsagenten bis 
auf die neueste Zeit vervollständigt worden. 
Die Anordnung des Stoffes ist bis auf die Einleitung etwas anders als in der dritten 
Auflage, in der zunächst das Schwarze und dann das Asowsche Meer beschrieben wurde, während 
die Küstenheschreibung hier beim Bosporus beginnt, dem Verlaufe der Küste bis zur Straße von 
Kerısch folgt, dann in das Asowsche Meer übergeht und zuletzt an der Ost- und Südseite des 
Schwarzen Meeres zurück zum Ausgangspunkte kommt. Im letzten Abschnitte ist der Bosporus mit 
Konstantinopel neu aufgenommen wurden. In der Einleitung, die von Generalmajor Spindler für 
diese Auflage neu bearbeitet worden ist, werden die physikalischen Verhältnisse des Schwarzen und 
Asowschen Meeres behandelt. Besondere Berücksichtigung haben darin die für die Schiffahrt 
wichtigen Eis-, Wind- und Stromverhältnisse gefunden; auch den Witrterungsverhältnissen im all- 
gemeinen ist hier ein größerer Raum gewidmet worden als in der dritten Auflage. In den folgenden 
11 Abschnitten sind bei der Küsten- und Hafenbeschreibung die Witterungs- und Eisverhältnisse der 
einzelnen Häfen noch besonders nach den dort angestellten langjährigen Beobachtungen eingehend 
behandelt, 
Eine wertvolle Zugabe bildet eine größere Anzahl Tafeln mit 118 Reproduktionen von 
photographischen Küstenaufnahmen, sowie 31 Tafeln mit der graphischen Darstellung der Wind- 
verhältnisse an den wichtigsten Küstenpunkten. Weggelassen sind die in der dritten Auflage ent- 
haltenen Hafenpläne, die durch die beständigen Anderungen für Zwecke der Navigierung schnell 
wertlos werden und dann nur noch zur allgemeinen Orientierung dienen können, wenn gerade keine 
Spezialkarte zur Hand ist. J. Hr. 
Schwarz, Tjard, Marine-Oberbaurat: „Das Linienschiff einst und jetzt‘. 
Zwei Vorträge, gehalten im Institut für Meereskunde zu Berlin. „Meeres- 
kunde“ Bd. I, Heft 2. 8°. 68 S. Mit 32 Abbildungen. Ernst Siegfried 
Mittler und Sohn, Berlin 1903. 
In diesen beiden Vorträgen gibt der Verfasser eine fesselnde Darstellung der Entwicklung 
des Linienschiftbaues unter den wechselseitigen Beziehungen zwischen Technik und Taktik. Ein- 
leitend zeigt derselbe, wie die Taktik des Bugangriffs der Galeerenschlachtflotte, welche durch die 
Inanspruchnahme der Breitseiten für die Rudergänge und Riemen bedingt war, ins Wanken kam, 
als man nach Vervollkommnung der Takelage und hiermit der Segeleigenschaften der Schiffe dazu 
überging hochbordige Seeschiffe zu erbauen und auf die Wirkung der Riemen zur Fortbewegung der 
Schiffe zu verzichten. Danach konnten die Breitseiten zur Aufstellung von Geschützen herangezogen 
werden, und der Schwerpunkt der Angriffswaffe wurde auf das Breitseitfener verlegt. Als günstigste 
Schlachtordnung bildete sich so ‘allmählich die Formation der Schiffe in Linie heraus. Erst am 
Beginn des 15. Jahrhunderts wurde durch den Bau des Zweideckers „Henri Grace de Dieu“ unter 
Heinrich VIIL nach dem Typ der Segellinienschiffe ein Kriegsschiff gebaut, das von den Handels- 
schien sich wesentlich unterschied, Der Verfasser führt dann weiter aus, in welcher Weise die 
Konstruktion der Segellinienschiffe bis zu den ersten Jahrzehnten des 19, Jahrhunderts sich weiter 
entwickelte. Unter dem Einfluß der italienischen Schiffbaumeister, die für den Bau der Linien- 
schiffe von den nordischen Staaten herangezogen wurden, war noch die Schiffsform der Galeeren 
für geraume Zeit dabei maßgebend. Im 18. Jahrhundert nahmen dann die Franzosen in der Entwickelung 
der Schiffsformen die Führung. Denn Frankreich war der erste Staat, der durch Gründung von 
Schiffbauschulen und durch eine planmäßige wissenschaftliche Ausbildung seiner Schiftbauingenieure
	        
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