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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1903, 
„Das Unglück ist verursacht durch einen Fehler in der Deviation des 
Kompasses, die nicht vor Kurzem für den Kurs SzW bestimmt war, obwohl man 
im Januar einen neuen Schornstein eingesetzt hatte und der Kompaß dicht 
bei dem Schornstein stand. Dies war die Ursache davon, daß das Schiff zu 
nahe an Land kam, obwohl es nach dem gegißten Besteck 11 Sm davon entfernt 
sein sollte. 
Der Schiffsführer scheint mit Sachkenntnis und in richtiger Weise 
navigiert zu haben. Die Ausrüstung mit Karten war gut etc.“ 
Die Behörde war, wie folgt, zusammengesetzt: Der englische Generalkonsul 
zu Alexandria, der Kommandant und ein Leutnant z. S. des englischen Kriegs- 
schiffes „Pioneer“, die Kapitäne der englischen Dampfer „Flaminian“ und 
„Rameses“. 
Es ist zu bedauern, daß aus dem Spruch nicht hervorgeht, wie groß der 
Abstand des Kompasses der „Galicia“ von dem Schornsteine war. Vermutlich 
wird er nun, wenn es geglückt ist, das Schiff abzubringen, vergrößert werdep. 
Kleinere Mitteilungen. 
i. Luftspiegelungen zu Neufahrwasser. 30. Mai 1899. Der unter ge- 
wöhnlichen Umständen unter der Kimm liegende Südweststrand von Hela er- 
schien um 11V wie hohes gelbes Felsland, dem Auge ebenso hoch wie 
Adlershorst, und über die Südostspitze von Hela hinweg sah man eine Kimm. 
Die Erscheinung verschwand bis Mittag, sie wurde vom Lotsenberge aus etwa 
51 Augeshöhe beobachtet; zur selben Zeit war aus 15 und 20 m Augeshöhe 
nichts Ungewöhnliches zu sehen. 
11. Mai 1900. Der für gewöhnlich unter der Kimm liegende Leuchtturm 
von Heisternest erschien mittags sehr groß und deutlich; der für gewöhnlich 
sichtbare Leuchtturm von Hela war größer, und die Düne darunter war sichtbar. 
13. Mai 1900. 12" Luftspiegelung. Hela, Adlershorst, Neufähr erscheinen 
über der Kimm in der Luft schwimmend. Die ziemlich nahe Weichsel-Rifftonne 
vertont wie ein Kutter unter Segel. 
19. Juli 1900. Um 11" V ist vom Lotsenberge trotz der etwas diesigen 
Kimm die Halhinsel Hela von der Südostspitze bis etwas nördlich vom Leucht- 
turme Heisternest, durch Luftspiegelung gehoben, sichtbar. Der niedrige Sand- 
strand an der Innenseite von Hela erscheint senkrecht verzerrt wie mäßig hohe 
gelbe Klippen, die Häuser und Bäume von Hela sind nicht besonders verzerrt, 
doch sieht es aus, als ständen sie, die bei gewöhnlicher Luft unter der Kimm 
liegen, auf hohem Lande. 
12. August 1900. Nachmittags Hela durch Luftspiegelung stark gehoben. 
3. September 1900. Während für gewöhnlich bei gut sichtiger Luft das 
Feuer von Hela während seiner Verdunkelung erst in Sicht kommt, wenn man 
von den Molen aus etwa 5 Sm darauf zugelaufen ist, war es um 9 N vom 
Strande aus auch während der Verdunkelung reichlich so gut zu sehen, wie 
unter gewöhnlichen Umständen der Blink. Auch das Feuer von Oxhöft ver- 
schwand nicht während der Verdunkelung, und das Ankerlicht eines 2 Sm (nicht 
weniger) entfernt liegenden Schiffes machte den Eindruck eines Leuchtfeuers. 
12. Oktober 1900. (Beebachtet auf See.) Mit Sonnenaufgang war über 
der Kurischen Nehrung, die aber unter der Kimm lag, durch Luftspiegelung 
stark gehobenes Land sichtbar. Die Kimm erschien bis 10* V in starker Wellen- 
linie oder zackig, ausgenommen im Südwesten, wo der Wind herkam, in kleinen 
Böen von Stärke 2 bis 5 mit Regenschauern. 
2. November 1900. 11* V, Hela: Der Leuchtturm, Wald, Dorf und 
Kirche durch Luftspiegelung gehoben sichtbar. Die Luft war so sichtig, daß 
man das Gerippe der entlaubten Pappel an der Kirche erkennen konnte. Der 
weiße Leuchtturm hob sich am wenigsten gut ab. Ostwärts von Hela war das 
Gehobensein der Kimm bis etwa in der Richtung ONO am Flimmern (Zacken) 
zu erkennen. 
10. Mai 1901. Vom Strande der Westerplatte war der Strand von Hela 
beträchtlich über der Kimm sichtbar, aber der Leuchtturm, Dorf, Wald und
	        
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