Kohlschütter, E.: Folgerungen aus den Koßschen Kimmtiefenbeobachtungen etc.
daß anstatt dessen die Einführung der Lufttemperatur in Augeshöhe in die
Formel geboten erscheint. Dazu kann das oben abgeleitete Gesetz, siehe
Gleichung (37), der Temperaturänderung mit der Höhe dienen; es gilt freilich
streng genommen nur innerhalb der Grenzen von 6 und 42 m, da aber ander-
weite Beobachtungen für die Strecke unter 6 m nicht vorliegen, so bleibt, um
zu einem Resultat zu gelangen, nichts übrig, als Formel (37) auch bis zu 1m
Höhe’ als gültig anzusehen. Bezeichnet man das bisherige A, das auf der Luft-
temperatur in 1m Höhe beruht, mit A, und die Differenz zwischen der Luft-
temperatur t in beliebiger Augeshöhe und der Wassertemperatur tw mit A, SO
sind die Lufttemperaturen in Augeshöhe und in 1m Höhe
t=tw+42
t, >= tw-+ Ay
Durch Subtraktion folgt:
‘= A—(t—t,)
oder nach (37), wobei h, = 1 zu setzen ist
Ar= A-nh—D—202,(YR—1)-
Daraus folgt:
‘ A—-xb-—)1) .
As = 1+2e(fn—ı)
oder mit Vernachlässigung höherer Potenzen:
Ay = B-—nh—-Y—20A(Mh—1)
(44) = A [1—20(Y1—1)]— 70h — 01).
In Formel (43) ist bei der neuen Bezeichnung A, Statt A zu schreiben
und der Wert von A, einzusetzen, dadurch wird:
| Kt =m, VYE+n,rdh— Hm [1—20(VB--1)] 4
die Konstanten sind
\ m, = +109,3" nz = —037" nn, = +22" 202, = — 181%.
551
45)
{m Faktor von A kann man für h einen konstanten Mittelwert einführen,
da das Korrektionsglied nur. unbedeutend ist. Mit dem Wert h=9 m wird
{ Kt = 109,8” 3 —- 0,87” (h — 1) — 24,8" A
46) | oder in Minuten
\ Kt= 1,82 VE— 0,006 (h—1)—041' A.
Die beiden ersten Glieder sind in der Gesamtbeschickung enthalten, deren
Tafeln, wenn erforderlich, nach den hier gefundenen Zahlenwerten zu ändern
sein würden, wobei das zweite Glied seiner Kleinheit wegen wohl vernach-
lässigt werden darf, da es erst von einer Augeshöhe von 12 m etwa ab den
Betrag 0,1‘ erreicht. Zur Berücksichtigung des A enthaltenden Gliedes wird
wohl an Stelle der Koßschen Tafel!) für gewöhnliche Verhältnisse zweck-
"u A Täfelchen für eine Zusatzkorrektion zur Gesamtbeschickung treten,
die nac
(47) Korr, = +0,41 A
zu berechnen sein würde. (Das positive Vorzeichen tritt hier ein, da die Kimm-
tiefe von der gemessenen Höhe abzuziehen ist.) ;
Obwohl die Gleichung (24) und somit auch (46), wie oben nachgewiesen,
nur für bestimmte Grenzen gelten, so wird man vorläufig, bis andere Unter-
suchungen vorliegen, für den praktischen Gebrauch durch Erweiterung der.
Grenzen und Anwendung der Gleichung (46) in allen vorkommenden Fällen
immer noch bessere Resultate bei den Höhenmessungen erzielen, als wenn man
den Unterschied zwischen Wasser und Lufttemperatur außer acht läßt. Daher
sind in dem folgenden Täfelehen der Zusatzkorrektion (47) die Grenzen bis
auf +10° erweitert. 0
) „Mitteilungen aus d. Geb, d. Seewesens“ 1900, S. 438, und „Ann, d. Hydr. etc.“ 1901, S. 167.