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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1993 
schnee, doch sah man den roten Schnee in einzelnen Streifen und Flecken bis 
über 2200 m über dem Meere.“ 
Nach Valentin, S. 18, waren die Südabhänge des Gebirges überall viel 
intensiver rötlich gefärbt als die Nordabhänge. Über das auffällige Fehlen 
des Staubes in Süddeutschland spricht sich derselbe Verfasser, wie folgt, 
aus (S. 26): „Beim Übergange der Depression über die Alpen fand der stärkste 
Staubniederschlag statt, und zwar, wie die Niederschläge überhaupt, hauptsächlich 
auf der S-Seite der Alpen, wo es auch zu heftigen Gewitterentladungen kam. In 
Bayern fiel wohl in den Morgenstunden des 11. März leichter Regen, der aber 
keinen Staub mitführte, was wohl dadurch zu erklären ist, dafs der Staub der 
niederen Luftschichten beim Übergange über die Alpen vom Regen und Schnee 
mitgerissen worden war und der in Bayern gefallene Regen nur aus den unteren 
Luftschichten fiel. Der in der Höhe befindliche, wegen seiner Feinheit nur 
langsam sinkende Staub konnte erst nach einiger Zeit in die unteren Schichten 
herabsinken, wo die Regenbildung stattfand.“ 
Da die Temperatur, namentlich beim Beginn der Erscheinung, im Staub- 
fallgebiet weit höher war als nordwestlich davon, so ist die horizontale Druck ver- 
teilung in verschiedenen Höhen nicht dieselbe. Von den Isobarenkärtchen auf 
Tafel 1 stellen fünf die Druckverteilung in 2500 m Höhe über dem Meere 
vom Abend des 9. bis zum Abend des 11. März dar, die erste aber zum Ver- 
gleich diejenige im Meeresniveau beim Beginn dieses Zeitraumes, zur Zeit des 
heftigsten Staubfalles in Tunesien, und die Bahnen der wichtigsten Wirbel- 
zentren. Man findet auf den Kärtchen zugleich durch Punktierung angegeben, in 
welcher Gegend sich um diese Zeit die Staubwolke befand, die sich teils durch 
das Aussehen des Himmels, teils durch Staubfall bei Niederschlägen kurz vor 
oder nach dem betreffenden Termin verriet. 
Wie man sieht, hatte diese mit stürmischer Geschwindigkeit von Nord- 
afrika bis zur Ostsee vordringende Luftmasse zu ihrer Linken ein barometrisches 
Minimum bezw. cyklonisches Wirbelzentrum, das mit fast derselben Geschwindig- 
keit ihr parallel sich fortpflanzte; erst in Norddeutschland wurde das letztere, 
nachdem seine Geschwindigkeit sich verlangsamt hatte, von der mit etwa 20 m 
die Sekunde heranstürmenden Luftmasse überholt, die nun an seine Vorderseite 
und in den N- und W-Quadranten desselben gelangte. 
Herr Valentin faßt die hieraus hervorgehenden allgemeinen Schlüsse 
über das Wesen der Wirbelbewegung in Cyklonen in folgende Sätze zusammen: 
1. „Es scheint, dafs dieselben Luftmassen der Cyklone in mittlerer 
Höhe auf jener Seite der Depression, wo die Windrichtung parallel der 
Cylonenbahn ist, auf grofse Entfernungen nahezu parallel mit der Depression 
weiterziehen; auf dieser Seite der Cyklone werden nur sehr allmählich neue 
Luftmassen (für eine und dieselbe Entfernung vom Zentrum) in die Wirbel- 
bewegung einbezogen; selbstverständlich werden jedoch durch die Ausbreitung 
der cyklonalen Bewegung in gröfserer Entfernung neue Luftmassen in den 
Wirbel einbezogen, ziehen dann auch auf jener Seite der Cyklone, wo die 
Windrichtung parallel der Richtung der Cyklonenbahn ist, nahezu parallel der 
Depression weiter“. 
2. „Haben diese Luftmassen, welche zu einer Cyklonenbahn parallele 
Strömung haben, eine gröfsere absolute Geschwindigkeit als die Fortpflanzung 
der .Cyklone, so schreiten sie im Sinne der Wirbelbewegung langsam zum 
nächsten Quadranten bei gleichzeitiger Annäherung an das Zentrum der De- 
pression vor; die Kurve, welche ein solches Luftteilchen hierbei beschreibt, ist 
in Bezug auf die Cyklone eine Spirale, die auf den Erdboden projizierte Bahn 
ist jedoch nahezu eine Cykloide, Ist die Geschwindigkeit dieser Luftmassen 
kleiner als die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Cyklone, so bleiben sie zurück 
und entfernen sich immer weiter von der Cyklone“. 
3. „Da die Windgeschwindigkeit mit zunehmender Entfernung vom 
Zentrum der Depression im allgemeinen abnimmt, mufs es in einer bestimmten 
Entfernung vom Zentrum immer eine Luftmasse geben, welche ihre relative 
Lage in Bezug auf die Depression unverändert beibehält, vorausgesetzt, dafs 
die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der letzteren konstant und kleiner als die 
yröfste im Bereiche der Cyklone vorkommende Windgeschwindigkeit ist. Die 
Luftmassen aufserhalb dieser bestimmten Schicht können auf dieser Seite der
	        
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