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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Kohlschütter, E.: Folgerungen aus den Koßschen Kimmtiefonbeobachtungen etc, 
so daß mit den Zahlenwerten aus (24) 
(26) kK=1— ( 0,946 + 0,00087 (t — 15°) — [0,1922 — 0,00131 (t — 15°)] fe) 
h 
543 
wird. Jetzt läßt sich auch der Unterschied zwischen der Koßschen Inter- 
polationsgröße K und dem Refraktionskoeffizienten k genauer feststellen, als 
dies oben S. 534 möglich war; denn entwickelt man (26), nachdem man die 
Lufttemperatur t = 15° gesetzt hat, so wird 
k = 0,105 + 0,864 A. _ 0,087 2 
Ya ‚oh? 
K = 0,107 4 0,388 2 ist: 
Vh . 
Setzt man beispielsweise wie oben A =5S° h== 10m, so wird 
k=0588 und K = 0721. 
Die Differenz 0,133 oder 23° von k ist so bedeutend, daß unsere Be- 
hauptung, K könne nicht als Refraktionskoeffizient angesehen werden, dadurch 
erwiesen ist. Für kleineres h und größeres A wird die Differenz noch größer. 
Die zweite Aufgabe, die Bestimmung der Entfernung der Kimm, ist 
ebenfalls von Koß in den „Mitteilungen a. d. Gebiete d. Seewesens“ 1901 in 
Angriff genommen . worden, ohne jedoch zu einem überzeugenden Ergebnis 
yeführt zu sein. Hier soll sie zunächst wie bei Koß unter der Voraussetzung der 
kreisförmigen Lichtbahn betrachtet werden; dadurch geht k, in k über, und die 
Formel (4) S. 537 gibt den Kimmabstand 
während 
ya Va 
Ss = V? "Yı=— 
Da nun nach (25) 
yızk= * 
ist, so wird 
‚= 
ader nach Einsetzung der Werte von ce und Kt 
; 2 h 
(27) 8 = area aaa 
Die rechte Seite ist schließlich noch durch 1852 zu dividieren, damit s 
in Seemeilen ausgedrückt erscheint; dies liefert: 
a8 s=m I Ann 
926 are 1“ mYh—n ZA 
wo die numerischen Werte von m und n aus (24) zu entnehmen sind. Bestimmt 
man nun beispielsweise nach dieser Gleichung die Entfernungen der scheinbaren 
Kimm für A=B5° und verschiedene Augeshöhen h, so findet man: | 
bei h= 60 40 20 __ 1031 m 
ss — 8,6 8,33 104 © 8m, 
Diese Zahlen sagen aus, daß man bei A =5° aus 4m Augeshöhe fast 
abenso weit sieht, wie aus 6m, daß man aus 2m Höhe sogar weiter sehen 
kann als aus 6 m und daß schließlich bei 1 m die Kimm unendlich weit entfernt 
ist. Diese offenbar widersinnigen Resultate zwingen dazu, die gemachte Vor- 
aussetzung der Kreisbogenform des Kimmstrables zurückzuweisen und seine 
Form statt dessen aus dem für die Kimmtiefe gefundenen Ausdruck selbst zu 
bestimmen. Wie oben schon betont wurde, ist dies jetzt möglich, da die Formel 
für die Kimmtiefe (24) ausschließlich auf den Koßschen Beobachtungen beruht, 
während Koß selbst es nicht tun konnte, da er seine Arbeiten von vornherein 
auf der Basis der kreisförmigen Lichtbahn aufgebaut hat.
	        
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