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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Paulus, A.: Schwerer Orkan im Korallenmeer im März 1903. 
blitzte es am südlichen Horizont. Blitzen und Donner wurde jedoch ’erst 
während des Orkans beobachtet. 
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Die Dauer der Orkane in der Südsee wechselt von mehreren Tagen bis 
zu wenigen Stunden und hängt besonders davon ab, ob sich ein Schiff nördlich 
von den Inselgruppen befindet oder südlich davon. Sie erreichte in diesem Falle 
L00 Stunden. Eine solche Dauer ist sehr selten, und es sind nur wenige Fälle 
von dieser Dauer überhaupt bekannt. 
Windstärke 12 wurde fast während der ganzen Dauer des Orkans beob- 
achtet, Die Zeit der Windstille dauerte 3 Stunden. 3 Stunden vor dieser 
begann der Orkan abzuflauen. Die Gesamtzeitdauer, die das Schiff in der Mitte 
des Orkans zubrachte, betrug also 6 Stunden. 
Der tägliche Gang des Luftdruckes vom 25. Fehruar bis 2. März 
1903. (Hierzu Figur 1.) Die vorliegenden Beobachtungen sind von um so größerem 
Wert, als das Schiff mit einem guten Quecksilberbarometer der Deutschen See- 
warte ausgerüstet war, dessen Stand zum Normal- ; 
barometer genau bestimmt worden war. Auch 
bietet die Person des Beobachters, eines mehr- 
jährigen Mitarbeiters für die Deutsche Seewarte, 
an sich volle Gewähr für die Richtigkeit der 
Aufzeichnungen. 
Betrachtet man die in Figur 1 für die 
Tage und jede Wache vom 25. Februar bis 
2. März angegebenen Barometerstände, so findet 
man bis zu dem großen Fall um 8" N den 
2. März, daß die Schwankungen des Luftdruckes 
während der ganzen Zeit die bekannte täg- 
liche Periode zeigten, nämlich zwei Wellen in 
24 Stunden. Nur am 1. März wurde von 8" N 
bis 12° N anstatt eines Steigens ein bemerkens- 
wertes Fallen des Barometers beobachtet. Auch 
vor dem großen Fall am 2. März zeigt die Kurve 
noch den regelmäßigen Lauf bis um 4" N, von 
wo an sie dann aber auch schnell zu fallen 
beginnt. ; 
Bemerkenswert erscheint auch bei näherer 
Betrachtung, daß der jeweilige Stand des Baro- 
meters, zu ein und derselben Tageszeit beobachtet, 
an allen aufeinander folgenden Tagen tiefer war. Der Luftdruck fiel immer mehr, je 
näher die Orkanzeit heranrückte, so z. B von 12" N am 25. Februar bis 12° N 
am 26. Februar um 0,7 mm, bis zu derselben Stunde am 27, Februar um 1,5 mm, 
bis zum 28, Februar um 1,6 mm und endlich bis zum 1. März um 2,5 mm. Das- 
selbe stetige Fallen von Tag zu Tag findet man auch, wenn man die Zeiten 
um 4" V, 8 V, 12 M, 4" N oder 8: N in den 6 Tagen miteinander vergleicht. 
Hieraus ist zu erkennen, daß der Orkan schon mehrere Tage vorher sein Er- 
scheinen durch die Bewegung des Barometers angezeigt hat. 
Es ist deshalb am Platze, auf‘ die im „Segelbandbuch für den Stillen 
Ozean“ S. 220 gemachte Bemerkung hinzuweisen, für Beobachtungen an Bord, 
wenn nicht ein Schreibbarometer vorhanden ist, tunlichst graphische Auf- 
zeichnungen der Barometerstände in nicht zu kleinem Maßstabe anzulegen, damit 
die von den großen täglichen Schwankungen der Tropen verdeckten allgemeinen 
Änderungen mehr in die Augen fallen. Die Bedeutung eines geringfügigen Fallens 
wächst, je mehr man sich dem Aquator nähert, besonders wenn der Stand schon 
unter dem Mittel ist. Dieses beträgt reduziert in dem Inselgebiet während der 
Orkanzeit etwa 758 bis 757 mm. 
L_ 
Der Gang des Luftdruckes vom 1. März 12" N bis zum 7. März 45 V, 
Figur 2 zeigt die Barometerstände vom Beginn des Orkans bis zu seinem Ende. 
Weitere Beobachtungen sind nicht vorhanden.
	        
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