Taifun vom 6; bis 8, September 1902 zwischen Yokohama und Kobe, 4?
Abbild. 2.
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Weg des D..Prinzess Irene
Kapl. Dannemann
vom. 6. -8. September 1902.
Der Taifun vom 6. September entwickelte sich in ungewöhnlich kurzer
Zeit zu einem heftigen Sturm und schritt dann unter rasch zunehmender
Ausdehnung in westnordwestlicher Richtung den japanischen Hauptinsein zu.
Um 10 Uhr abends befand sich ganz Japan in seinem Bereich. Auf eine Ent-
{ernung von etwa 800 Sm vom Zentrum wehte der Wind als Sturm mit Stärke 8
und darüber. Die Windrichtungen entsprachen dem Gesetz der Wirbelstürme. Die
für solche charakteristische Gestalt der Isobaren war vollkommen ausgeprägt. Ihr
anfänglich regelmäfsiger und nahezu kreisrunder Verlauf änderte sich bei Be-
rührung mit dem Festlande etwas, und zwar zeigten die Isobaren im nordöst-
lichen Quadranten des Sturmfeldes eine Ausbuchtung (Teilminimum), welche sie
auch im weiteren Verlaufe des Sturmes beibehielten,
Überhaupt war die Gestalt der Isobaren im Gebiete des Taifuns während
seines Fortschreitens . verschiedentlichen Anderungen unterworfen. Nach
vollendeter Entwickelung wiesen die Isobaren elliptische Formen auf, deren
große Achsen zuerst von W nach O, später von SW nach NO und schließlich
am Ende der Bahn SSW—NNO verliefen. Der gröfste Durchmesser des Taifuns
mag etwa 1500 Sm betragen haben; mit Sicherheit läfst sich die Gröfse dieses
schwankenden Wertes aber nicht feststellen. Ebensowenig vermag man absolut
richtige Schlüsse auf den Zustand und Verlauf des Unwetters für Orte zu bilden,
welche nicht im Bereiche der Beobachtungsstationen lagen. Dies gilt besonders
für denjenigen Teil .des Sturmgebiets, welcher über dem Meere lag. Da mit
Ausnahme des hier vorliegenden Falles der „Prinzefs Irene“ keine weiteren
Seebeobachtungen zur Verfügung stehen, so kann sich diese Beschreibung auch
nur auf die Ergebnisse der Festlandbeobachtungen, wie sie aus den Darstellungen
der Wetterkarten hervorgehen, beschränken. Am meisten wurde wiederum der
westliche Teil von Japan, die Insel Kiusiu, der Gewalt dieses Taifuns aus-
gesetzt, da das Zentrum in der Nacht vom 7. zum 8. September über dieselbe
hinwegschritt.
Der niedrigste gemeldete Luftdruck von 730,1 mm wurde in Miyazaki am
8, September vormittags beobachtet. Dann folgten: .
Wajitna mit . . .
Kumamoto . . .
Kagoshima. .
Der Lloyddampfer war zu weit vom Zentrum entfernt, um durch seine
Beobachtungen wesentliche Anhaltspunkte für den Verlauf des Sturmes zu
liefern; sie bestätigen indes in allen Einzelheiten die vom Observatorium zu
Tokio darüber veröffentlichten Angaben.