Die Witterung an der deutschen Küste im September 1903,
Morgentemperaturen, worauf sich am 21. bis 25. wieder ziemlich kühle und in
den letzten Tagen, an der Nordsee seit dem 26., an der Ostsee seit dem 27.,
ziemlich warme Morgen einstellten. Die höchsten Tagestemperaturen zeigten
in der ersten Dekade vielfach große Schwankungen, während die Anderungen
von Tag zu Tag sonst geringfügig waren.
Die Temperatur schwankte au der Küste zwischen 27,9°, dem Maximum
von Keitum und Hamburg, und 5,3°, dem Minimum von Rügenwaldermünde,
also um 22,6°. Sommertage,: an denen die höchste Temperatur 25° erreichte,
wurden in Kiel, Wustrow und Memel. nicht beobachtet, während auf den übrigen
Stationen deren 1 bis 3 gezählt wurden. ;
Die aus den Änderungen der Temperatur von Tag zu Tag ohne Rück-
sicht auf die Vorzeichen der Änderungen für die drei Beobachtungstermine als
arithmetische Mittel berechneten Werte der interdiurnen Veränderlichkeit der
Temperatur- (J. T. V.) lagen mit ihren größten Beträgen zwischen 1,8° (Memel)
und 3,0° (Rügenwaldermünde), und zeigten ihren kleinsten Wert durchweg. am
Morgen wie den größten am Nachmittag.
Die Monatssummen der Niederschläge hatten die kleinsten, mehrfach
unter 20 mm bleibenden Werte an der preußischen Küste, von wo diese
ziemlich stetig nach Pommern hin zunahmen. und etwa von der Odermündung
bis zur Kieler Bucht etwa 60 mm betrugen, bis auf die vorgeschobenen Stationen,
wie auf Rügen, wo größere Regenmengen (bis 93 mm in Wittower Posthaus)
yemessen wurden; an der Nordseeküste waren die Niederschlagsmengen des
Monats viel unregelmäßiger verteilt. Gegen 109 mm auf Helgoland und 121 in
Süderhöft hatten Rixhöft und Pillau nur 18 mm Regen. Läßt man den Nieder-
schlagstag um 8 V des gleichnamigen Kalendertages beginnen und sieht. man
von geringfügigen wie von vereinzelten Niederschlägen ab, so fielen die Nieder-
schläge im September über größerem Gebiete am 5. bis 8, ostwärts bis Mecklen-
burg (6. und 8. bis Rügen), 9. bis 12. an der ganzen Küste, 13. an der schleswig-
holsteinschen Küste und von Rügen ostwärts, 14. westlich der Jade und von
Mecklenburg ostwärts, 15, und 16, ostwärts bis Pommern, 17, ostwärts .bis
Rügen, 26. von der Elbe bis Mecklenburg, 28, zwischen Elbe und Oder und am
29, von Rügen: ostwärts. — Ganz oder fast durchweg trocken waren der I,, 2,,
4., 19. bis 24., 27. und 80. — Sehr ergiebige, in 24 Stunden 20,0 mm über-
steigende Regenmengen wurden beobachtet am 6. in Brake (26), 7. in Büsum (23),
8, auf Helgoland (42), in Süderhöft (34), Tönning (21), Wyk a. F. (29), Flens-
burg (32) und Schleimünde (28), 1l. auf Borkum (23), 14. in Wittower Post-
haus (25), Arkona (28), Thiessow und Greifswalder Oie (43), Ahlbeck (41),
Ziegenort (27), Swinemünde und Kolbergermünde (34), Rügenwaldermünde (36),
Stolpmünde (24): und Leba (21), 15. in Travemünde (21) und am 28. in Wittower
Posthaus (28 mm). .
Gewitter traten in größerer Verbreitung auf am 5..ostwärts bis Mecklen-
burg, in den beiden folgenden Nächten über Mecklenburg, am 12. an der ganzen
Küste und in der Nacht vom 28, zum 29, über Mecklenburg und Rügen.
Nebel herrschte in größerer Ausdehnung am 5. von Mecklenburg ost-
wärts, 16. und 17. an Teilen der Ostsee, 18. ostwärts bis Mecklenburg, 25. an
der Östsee. ostwärts bis zur Oder, 24. an der Ostsee, 26. an der Nordsee,
27, bis 29. an der ganzen Küste und am 30. von der Elbe ostwärts.‘
| Als heitere Tage, an denen die zur Zeit der Terminbeobachtungen nach
der Skale 0 bis 10 geschätzte. Bewölkung im arithmetischen Mittel aus den
Beobachtungen kleiner als 2 war, charakterisierten sich über größerem Gebiete
der I. ostwärts bis Mecklenburg, der 2. an der ganzen Küste, der 3. ostwärts
von Rügen, der 4. an der preußischen Küste, der 5., 6. und 17. ostwärts der
Oder, der 18. von: Rügen ostwärts, der 19. bis 22. an der ganzen Küste, der
23. und 24. an der Nordsee, der 25. von der Elbe ostwärts, sowie der 26. und
27. an der ostdeutschen Küste.
Zu Beginn des Monats lag die Ostseeküste im Bereich eines rasch ost-
wärts fortschreitenden Minimums über dem Rigabusen, das die eingangs an-
geführten stürmischen Winde hervorrief, während der Westen der Küste einem
von Kontinentaleuropa ausgebreiteten Hochdruckgebiete angehörte. Dieses
schnell ostwärts fortschreitende Hochdruckgebiet führte, wie angegeben, heiteres
Wetter und am 3%. an der Nordsee wie noch am 3, an der Ostsee starke
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