520 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1916,
Sundsvall gemeldet, durch westlichen Wind sei vor Bremö ein 5 bis 6 Sm breites
Band freien Wassers entstanden. Allein von 19 in Sundsvall eingefrorenen
Dampfern wagte sich nur einer, »Heimdall«, hinaus, der offenbar für Eisfahrt,
wenn nicht Eisbrecherdienst, eingerichtet ist, Diesem Dampfer ist damals die
Fahrt nach Stockholm tatsächlich geglückt; er kehrte von da wieder über ein
Band freien Wassers an der Westseite des Nordbottens am 5. I. nach Sundsvall
zurück und wird in späteren Berichten als Eisbrecher oder doch Eishilfe
bringender, gelegentlich auch selbst Eisschaden leidender Dampfer oft erwähnt.
Am 5. I. gelang es auch einem Kanonenboote und einem Eisbrecher das im
Öresund eingefrorene Feuerschiff »Finngrundet« zu befreien, um es für etwa
noch von Norden kommende Dampfer versuchsweise auszulegen. Auch von
anderen Auseisungsarbeiten im südlichen Nordbotten wurde in den folgenden
Tagen berichtet, und am 21.1I. wurde von Gefle gemeldet: »Infolge des Südwest-
sturmes der letzten Tage hat das schwere Packeis in der Gefle-Bucht angefangen,
sich in Bewegung zu setzen, so daß von Limö aus in der Gegend von Eggegrund
bereits ein Streifen offenes Wasser sichtbar ist. Darüber hinaus liegt allerdings
ein schwerer Packeisgürtel, der sich bis Björn erstreckt. Von Orskär "aus ist
kein festes Eis mehr sichtbar, nur von Björn aus sieht man noch Treibeis, Man
erwägt unter diesen Verhältnissen die Auseisung der hier eingefrorenen Dampfer.«
Die letzte Bemerkung deutet schon an, wie sehr man sich in Anbetracht der
hohen Frachten des Kriegswinters 1915/16 hat angelegen sein lassen, jede Ge-
legenheit zum Fahren auszunutzen, Und in der Tat bringen die schwedischen
Eismeldungen aus der folgenden Zeit bis Ende Februar nichts als eine Menge
von Berichten über mühsame, teils recht kostspielige Auseisungen, Eisschäden
und dergl., darunter sind auch Meldungen über Versuche, mit Hilfe von Fliegern
den Verbleib zweier finnischer Dampfer festzustellen, »Ariel« und »Lapponia«,
die im südlichen Teile des Nordbottens im Eise festgeraten und mit diesem ver-
trieben waren.
Von der finnischen Seite des Nordbottens wurde nur gemeldet, daß Wasa
am 16. I. geschlossen wäre und daß am 18. I. der finnische Reihendampfer wegen
schweren Eises 27 Sm östlich von Sundsvall habe umkehren müssen und glück-
lich in Mäntylouto angekommen sei; der ganze Botten sei zugefroren, und jeder
weitere Versuch zur Fortsetzung des finnischen Verkehrs würde zwecklos sein.
2. Der Finnische Meerbusen. Keine Meldungen.
3. Der Rigaische Meerbusen. Keine Meldungen.
4. Die schwedischen Gewässer südlich vom Nordbotten?!). In den Schären-
Fahrwassern nördlich von Stockholm entstanden die ersten Eisschwierigkeiten
im Laufe der ersten Dezemberdekade. Furusund meldete am '10. XII von den
Fahrwassern nach Stockholm: »Eisrinne«. Ähnliche Meldungen folgten bis zum
20. XII. von den südlichen Schären oder Viken nach Norrköping, Gamleby u. a.
Um diese Zeit wurden auch an der Westküste Schwedens, im Fahrwasser
nach Gothenburg, die Eisverhältnisse schwierig, für Segler sogar schon vor
Varberg; von hier wurde aber später wieder eisfreies Wasser gemeldet, Die
Schiffahrt auf dem Trollhätta-Kanal war schon am 7. XII. eingestellt worden.
Aus dem Kalmarsunde wurden die ersten Eisschwierigkeiten gegen Ende
Dezember gemeldet. Die Eisverhältnisse waren dort am 10. I. noch verhältnis-
mäßig gut, verschlechterten sich aber bald, so daß am 19. I. ein Dampfer von
Borgholm bis Kalmar sechs Stunden gebraucht hat. Vor dem Oxelösund lag an
diesem Tage eine unabsehbare Eisfläche, die Dampfer hatten sich schon 20 Sm
südlich von Haradskär durch Eis durcharbeiten müssen, und bei Häfringe gingen
die Lotsen zu Fuß über das Eis an Bord. Wenige Tage später war der Oxelö-
sund infolge westlicher Winde wieder eisfrei, Bezeichnend für den Einfluß des
Windes sind auch die folgenden Meldungen. Kalmar, den 8. II.: Infolge des
frischen, südlichen Windes ist der südliche Kalmarsund voll meterdickes Pack-
eis getrieben. Kalmar, den 11. II: Nach Umspringen des Windes ist das Eis
iy Dielbisherige Bezeichnung dieses Absatzes: »Die schwedischen Gewässer südlich von Stock-
holm« ist aufgegeben, weil durch den Krieg die Fahrwasser durch die Schären von und nach dem
Nordbotten auch für die nichtschwedische Schiffahrt erhöhte Bedeutung gewonnen haben,