Kleinero Mitteilungen.
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Die wichtigsten Ergebnisse. der modernen Erdbebenforschung, über die
Herr Dr. E. Rudolph vortrug, sind. in ganz ähnlicher Weise der Herstellung
vollkommenerer Registrierapparate zu danken. Es sind die von E. v. Rebeur-
Paschwitz zuerst 1889 eingerichteten und ‚besonders von Schlüter vervoll-
kommneten Seismographen.., Vor allem ist durch ihre Tätigkeit erwiesen, daß
sich die Stöße der. eigentlichen. Erdbeben quer durch den Erdball, wenn auch
in ‚bogenförmigen Bahnen, fortpflanzen. Die für die: gesamte Erderforschung
demnach hochbedeutsame Erforschung der. Erdbeben ist seit .dem diesjährigen
Fachkongreß in Straßburg durch Bildung einer internationalen Assoziation der
Erdbebenwarten zentralisiert. 8,
Exzellenz v. Neumayer wies in den Debatten zu diesen beiden Vorträgen
auf die Notwendigkeit hin, gründlicher auf die Frage der Konstitution des Erd-
innern einzugehen. In dieser Beziehung empfahl er besonders die neueren Ver-
öffentlichungen von Wichert über die Verteilung der Massen und von Kreich-
gauer über die Äquatorfrage. in der Geologie, Auch für die erdmagnetische
Forschung erklärte er: eine internationale: Zentralisation als notwendig.
Die Lichtbilder aus dem Bereich der westindischen Vulkanausbrüche, die Herr
Dr.E. Deckert demonstrierte, brachten die Beziehungen dieser anderen Außerungen
der Tiefe zu maritimen und nautischen Verhältnissen vielfach zur Anschauung.
Herr v. Nobbe trug vor über die Erfahrungen, die er bei langjähriger
Verfolgung der Witterungsvorgänge an der Hand der Falbschen. Vorhersagen
gemacht habe, in einem diesen Vorhersagen günstigen Sinne. Die Diskussion
darüber war schon im Anschluß an die Hochwasservorträge erschöpft.
Großflottbeck. Wilhelm Krebs,
2, Durch Luftspiegelung veränderte Kimmtiefe. Die nautische Abteilung
der Hamburg— Amerika-Linie hat in entgegenkommender Weise der Deutschen
Seewarte einen Bericht des Kapitäns Th. Förck, Führers des Dampfers „Segovia“,
zur Verfügung gestellt, in dem Kapt. Förck über eine Luftspiegelung im
Mittelmeere während. einer Reise von Hamburg nach Port Said das Folgende
berichtet: . „Wir passierten am 9. September d. J.. vormittags Kap Bengut‘ nach
sicheren Peilungen in 37° 8‘ N-Br. und Nachmittags um 5* 50» Kap Bougaronie
ebenfalls nach. sicheren Peilungen in 37° 9‘ N-Br. Dazwischen war rw. 90° (0)
gesteuert worden, so daß unsere Mittagsposition 37° 8‘ N-Br. und 5° 6‘ O-Lg. war.
Trotzdem ermittelten wir aus Meridian- und Neben-Meridianhöhen der Sonne
unter. Benutzung von Brunswigs Tabellen als Mittagbreite 37° 17‘ N-Br. Die
Augeshöhe war 9m. Es wurden. von mehreren Beobachtern bis 20" nach 12*
noch Höhen genommen, welche :alle dasselbe Resultat 37° 17‘ ergaben. Unsere
astronomische . Mittagsbreite war also infolge der falschen Kimm um 8‘ bis Y
zu nördlich. Von 12* bis 1° 30= nachmittags sahen wir eigentümliche Luft-
spiegelungen. Drei Dampfer an B-B. erschienen bald doppelt, bald auf dem
Kopf stehend. Beim Näherkommen änderten sich die Formen bald in Gebäude,
bald in große Gerüste durch welche man sah. Zeitweilig schienen die Dampfer
wie ‚abgeschnitten mit: der doppelten Kimm, die‘ sich gebildet hatte, dann
wiederum wuchsen die Masten und Schornsteine, und der Rumpf schrumpfte zu-
sammen, und umgekehrt. Die Dampfer waren 4, bezw. 5 und 6Sm von uns entfernt.
;- Vor und nach der‘ Erscheinung wurden die folgenden meteorologischen
Beobachtungen gemacht:
Datum:
1903,
42.1,
13. 1X.
Stunde
4h
Rh)
Mittag
ih
öh
itter-
nacht
44h
Wind
2 ONO 2
4 0ONO ‘2
58 O0S0O—NO 2—*
8: 0S0O—NO 2—3
10 & Östlich 2‘
eränderlich
12 Östlich“ +9
ds
|
WNW
WNW ;
WNW .
‘0 ONO
12 050 3
2 Veränderlich 2—4
1 SW—0S8S0 2_—4
|
| Luftdruck
Temperatur
der Luft
Temperatur
der Meeres-
oberfläche
mm
752,4 .
752,0 |
GC
23,5°
23,9°
25,8°
C,
23,8°
24,50:
751,2
25,2°
26,8°
24,79.
752,9 25,0°
758,3 | 2660 | 254°
752,6
752,9