508 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1903.
h nur klein ist; für Werte für t, die in der Nähe von 6* liegen, ist sie dann sogar
der Formel HI überlegen. -
Man findet aber bald, daß die Ungenauigkeit der letzten Stellen von
log [sin g -sin d] und [log cos - cos d + cost] den größten Einfluß auf das End-
resultat gewinnt, wenn %# = -—d und t= 0 ist.
Liegen z. B. die Werte um
h=0, @ = 45°, d = — 45°, t=0
herum, so kann log [sing - sind] einen Fehler von 1 Einheit, log [cosg + cosd « cost]
von 1,5 Einheiten in der letzten Stelle haben, und da sing -sind und cos@-
cos d + cost in diesem Falle nahe gleich 0,5 sind, so ist der hieraus resultierende
Fehler für sinh gleich De weil bei log 0,5 einer Anderung von 0,87 Einheiten
der vierten Stelle im Logarithmus eine Änderung von 1 Einheit der vierten
Stelle im Numerus entspricht. Es ändert sich aber mit der ‚vierten Stelle des
Sinus bei 0° der Winkel um Ze demnach beträgt der Fehler der logarithmischen
Rechnung a = 1‘. Der Fehler der Abrundung kann ebenfalls 1‘ betragen,
so daß der Gesamtfehler 2‘ wird, während er nach Formel III, wie die Tabelle
zeigt, für h = 0 nie 1,83‘ übersteigen kann. Nur fallen bei beiden Methoden
die ungünstigsten Fälle nicht zusammen, so daß in speziellen Fällen die Rechnung
nach Formel III die ungenaueren Resultate geben kann.
Ist h von Null verschieden, so gestaltet sich die Rechnung nach der Formel
sinh = sing sind +cosg cos d «cost
immer ungünstiger.
So ist z. B. bei Werten in der Nähe von
h = 20°, — 35°, d = —35°, t=0
der mögliche Fehler der logarithmischen Rechnung gleich 1,12‘, der mögliche
Fehler der Abrundung gleich 1‘, also der mögliche Gesamtfehler 2,12‘.
Gilt also das maximum maximorum im Endfehler als Kriterium für die
Güte der Formel, so erweist sich Formel III als in allen Fällen überlegen.
Ich habe diese Ausführungen etwas länger gehalten, als es wohl bei der
Bedeutung des Gegenstandes angemessen gewesen wäre; da mir aber einmal
der Vorwurf gemacht worden ist und auch von anderer Seite wiederholt worden
ist, daß die Genauigkeit meines Verfahrens die Genauigkeit der direkten Höhen-
berechnung nicht übertreffe, sondern eher noch etwas hinter ihr zurückstehe, so
mußte ich in der vorstehenden ausführlichen Weise auf den Gegenstand eingehen.
Kleinere Mitteilungen.
l. Bericht über die Verhandlungen der Abteilung Geophysik der Natur-
forscherversammlung zu Cassel. Sitzungen vom 21., 22. und 24, September 1903.
N Die Abteilung Geophysik der Versammlung Deutscher Naturforscher und
Arzte wurde gelegentlich der Tagung 1899 in München von der Abteilung Physik
abgezweigt, wenn sie auch, trotz der stets in sie entfallenden erdmagnetischen
Verhandlungen, bei ihren ersten beiden Tagungen als meteorologische Abteilung
bezeichnet wurde, Ihren vollen Namen: Abteilung Geophysik, Meteorologie
und Erdmagnetismus, führte sie seit ihrer Tagung im Dienstgebäude der
Deutschen Seewarte zu Hamburg 1901. .
Bei allen fünf bisher geschehenen Tagungen entfaltete sie ein reges
Leben, wie aus folgender Zusammenstellung hervorgeht:
Drt Jahr . Zahlen Höchstzahl der
der Tagung. der Sitzungen, der Vorträge. Teilnehmer einer Sitzung.
München 1899 R 6%) 26
Aachen , 1900 4 10 41
Hamburg 1901 3 10**) 73
Karlsbad 1902 5 8 14
Cassel 1903 1 7) mehr als 60
*) Außerdem 1 Vortrag in gemeinschaftlicher Sitzung mit einer anderen Abteilung,
**) Außerdem 2 Vorträge in gemeinschaftlicher Sitzung.
**%) Außerdem 2 Vorträge in gemeinschaftlicher Sitzung.