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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Teege, H.: Zur Höhenberechnung. 
Si 
Zur Höhenberechnung. 
Yon Dr. H. Teege, Marine-Oberlehrer in Wilhelmshaven. 
Unter diesem Titel haben die „Ann. d. Hydr. etc.“ kurz nacheinander 
eine ganze Reihe von Aufsätzen gebracht, und man wird nicht in der Annahme 
fehl gehen, daß augenblicklich diesem Thema wieder ein größeres- Interesse 
entgegengebracht wird. Fragt man nach dem Grunde dieser erhöhten Teilnahme, 
so muß die Antwort dahin lauten, daß. ein neues Moment, und zwar vornehmlich 
durch den bekannten Aufsatz des Herrn Dr. Fulst aus dem Jahre. 1900, 
„Ann. d. Hydr. etc.“ 1900, S. 320ff., in die Diskussion geworfen worden ist. 
Sein Gedanke, bei der Höhenmethode an Stelle der Höhe unmittelbar den 
Unterschied der beobachteten und der berechneten Höhe zu bestimmen, hat für 
jeden, der sich theoretisch mit dem Problem beschäftigt, etwas sehr Bestechendes, 
und da die vorgeschlagene Methode auch eine außerordentlich einfache Rechnung 
gestattet, so sind selbst sehr begeisterte Außerungen, wie die des Herrn Radler 
de Aquino in der Monographie: „O methodo de Marcq Saint Hilaire“ 
(Rio de Janeiro 1903) ohne weiteres erklärlich. 
Freilich, die Äußerungen des Herrn Dr. Fulst selbst lauten weit 
besonnener, denn er erwartet nicht, daß seine Methode trotz ihrer Vorzüge vor 
der. gewöhnlichen Höhenrechnung nun auch auf See sogleich alle übrigen 
Methoden verdrängen werde. Und in der Tat, wie augenblicklich die Dinge 
liegen, scheint man auf dem von Herrn Dr. Fulst eingeschlagenen Wege nur 
schwer einem Dilemma entgehen zu können: entweder ist die Methode rechnerisch 
einfach, dann müssen aber Ausnahmefälle zugelassen werden, oder sie umfaßt 
alle Fälle auf gleiche Weise, dann verliert sie viel an rechnerischer Kürze. 
Herr Dr. Fulst hat den ersten Weg beschritten, während der Vorschlag 
des Verfassers in seinem früheren Aufsatze: „Über ein direktes Verfahren zur 
Berechnung des Höhenunterschiedes in Marcq St. Hilaires Standlinienmethode“ 
(„Ann. d. Hydr. etc.“ 1903, S. 153ff.), sich mehr in der zweiten Richtung bewegt. 
Was für Unterschiede sich bei beiden Methoden aus dieser Verschiedenheit der 
leitenden Gesichtspunkte ergeben, hat Herr Dr. Fulst S. 246ff. des laufenden 
Jahrganges dieser Annalen kurz und klar entwickelt, und ich schließe mich 
seinen Ausführungen. in dieser Hinsicht ganz und gar an. Auch was Herr Dr. Fulst 
gegen mein Verfahren über geringere Übersichtlichkeit im Vergleich mit seinem 
Verfahren oder der direkten Höhenberechnung sagt, erachte ich im ganzen für 
begründet, nicht‘ so sehr in betreff der eigentlichen Berechnung selbst, als viel- 
mehr wegen der immerbin etwas komplizierten und unbequemen Winkelsummen 
und -differenzen, die in die Rechnung eingehen und deren Aufstellung und Aus- 
rechnung Zeit und’ Aufmerksamkeit erfordern. ; 
‚In praktischer Hinsicht glaube ich daher dem Fulstschen Verfahren die 
größere Brauchbarkeit zusprechen zu müssen. Ich finde sogar, daß seine 
Methode eine einfache zeichnerische Kontrolle der Rechnung und gleichzeitig 
eine genügend genaue Bestimmung des Azimutes gestattet, . wie es, Soweit ich 
sehen kann, bei keiner anderen Methode in gleicher. Einfachheit möglich ist, 
Ich benutze dazu die von Herrn Dr. Fulst gegebene Formel‘) 
colog cost. + log sec g + log cos d + log cos abe + log cos zu =$, 
Ss ; 
dad = — 
m 
; Hier beziehen sich @.und t auf den gegißten Schiffsort, z, ist das 
Komplement der gemessenen Höhe, /z daher der Höhenunterschied und 
_ D+d [+ fürz, >v +08 
SC [* für aAZ9te) ; 
wobei D und d die absoluten Werte der Minutenunterschiede für log cos ze ES 
und für log cos a bedeuten. 
i) „Ann. d. Hydr. etc.“ 1900, S. 321£.
	        
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