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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Messerschmitt, J. B.: Neue Vorschläge zur Erforschung des Erdmagnetismus. 499 
ausgerüstet sein müßten, dürfte gerade bei den beiden in Betracht kommenden 
Staaten, Rußland und den. Vereinigten Staaten von, Nordamerika auf keine 
besonderen Schwierigkeiten stoßen. Freilich wird auch dann ‘noch die Ent- 
fernung zwischen den einzelnen Observatorien groß bleiben, welcher Mangel 
sich auch in geeigneter Weise beheben läßt, besonders da es sich nicht darum 
handelt, von vielen Stationen längere Reihen zu erhalten, sondern nur für einen 
gewissen Zeitpunkt die genauen Werte der Deklination und Horizontal- 
Intensität. Da man aber nicht an allen Stationen gleichzeitig beobachten kann, 
so sind eben die Kontrollstationen nötig, um die Reduktionselemente für eine 
mittlere Zeit ableiten zu können. ; 
An die vorstehenden Vorschläge möchte ich. noch einige Betrachtungen 
anknüpfen, die die.Möglichkeit in sich schließen, das Beobachtungsnetz der 
festen Stationen zu erweitern, ohne daß es nötig ist, vollständige Observatorien 
zu errichten. 7 
Zur Ableitung guter Tagesmittel der magnetischen Elemente sollte man 
womöglich stündliche Beobachtungen haben; das nämliche gilt von den Monats- 
und Jahresmitteln., KEingehende Untersuchungen haben nun ergeben, daß auch 
die Kombination von drei oder vier täglichen Ablesungen, die zu bestimmten 
Zeiten ausgeführt werden, gute Resultate liefern. Hier tritt aber schon‘ ein 
Übelstand ’auf,‘. daß nämlich die gleichen Stunden-Kombinationen (ähnlich wie 
bei den Mittelungen der meteorologischen Elemente). zu verschiedenen Jahres- 
zeiten verschiedene Werte geben, bezw. verschiedener, wenn auch nicht sehr 
großer Korrektionen bedürfen, welche übrigens die Jahresmittel fast nicht mehr 
berühren... Die Hauptsache ist aber, daß diese wenigen Beobachtungen einer 
Person bedürfen, “die pünktlich diese Termine einhält, ein Umstand, der das 
Betreten dieses Weges meist unmöglich macht. ; 
Eine nähere Untersuchung der täglichen magnetischen Gangschwankungen 
zeigt nun, daß auch die täglichen Extremen der Kurven geeignet sind, einen 
ebenso passenden Ersatz für die Ablesung einzelner Stunden zu bilden; indem 
das einfache Mittel des täglichen Maximums und Minimums an nicht zu sehr 
gestörten Tagen schon recht nahe mit dem Tagesmittel übereinstimmt. Freilich 
können. an gestörten Tagen die Differenzen zwischen den so erhaltenen Mitteln 
und’ dem wahren recht groß werden, ja Unterschiede ergeben, die weit über 
das zulässige Maß hinausgehen. Will man aber den Mittelwert für einen längeren 
Zeitraum, z. B. für einen. Monat, haben, so weicht der aus den Maximis und 
Minimis aller Tage dieses Zeitraumes abgeleitete Mittelwert nur sehr wenig von 
dem wahren, aus 24stündlichen Ablesungen jeden Tages gebildeten, ab und 
bleibt selbst in den Polargegenden nahe innerhalb der zulässigen Genauigkeits- 
grenze. Das Mittel aus zwölf solchen Monatsmitteln gibt stets das richtige 
Jahresmittel, 
Eine weitere Untersuchung der Extremwerte hat aber für die Ableitung 
von Monats- und Jahresmitteln eine noch einfachere Beziehung ergeben. Ver- 
gleicht man die in jedem Monat . erhaltenen Maxima und Minima, so findet 
man, daß diese zwei getrennte Zahlensysteme bilden, so zwar, daß das größte 
Minimum dieses Zeitraumes nur ausnahmsweise den Wert des kleinsten 
Maximums erreicht. . Bildet man aber das Mittel dieser beiden Zahlen, so gibt 
dieses innerhalb der zulässigen Genauigkeitsgrenze das wahre Monatsmittel. So 
erhielt ich aus den Münchener Beobachtungen. in den einzelnen Monaten nur 
Differenzen, die bei der Deklination bis zu 1‘ und bei der Horizontal-Intensität 
bis 4 Einheiten der 5. Dezimalstelle (C. G. 8.) gingen, im Jahresmittel aber fast 
ganz verschwanden. Die Mittelwerte aus dem größten Maximum eines Monats 
and dem ‚kleinsten Minimum wichen bis zum fünffachen Betrag ab und zwar fast 
stets im gleichen Sinne, so daß sich die Abweichungen im Jahresmittel nicht 
herausheben. Sie sind fast immer kleiner, was daher rührt, daß die größeren 
Störungen mit wenigen Ausnahmen. einseitig nach den kleineren Werten zu auf- 
treten. . Proben, welche ich.:an anderen Beobachtungsreihen :vornahm, ergaben, 
mit Einschluß der Polargegenden, das gleiche Resultat, so daß eine Ver- 
allgemeinerung gestattet ist. . . ; 
Diese einfache Beziehung gestattet somit aus Beobachtungsreihen schnell 
and sicher die Monats- und Jahresmittel abzuleiten, zibt aber auch einen Wer,
	        
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