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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Herrmann, J.: Die russischen hydrograph. Forschungen im Nördlichen KEismeere, 1902, 493 
werden, Für Gezeitenbeobachtungen wurde beim Leuchtturm ein Pegel auf- 
gestellt; Strombeobachtungen wurden während des Ankerns der Schiffe stündlich 
gemacht. Die Vermessung der Orlowschen Bänke bereitete insofern Schwierig- 
keiten, als die Bänke sehr schmal und teilweise nur etwa 1 Sm lang sind, so 
daß sie bei Kursen parallel zu ihrer Längsrichtung schwer zu treffen waren. 
Auch das Lot war hierbei von geringem Nutzen, da einige von den Bänken 
steil‘ abfallen. Gute Dienste zum Auffinden der Bänke leistete der: Jamessche 
Tiefenmelder, der während der ganzen Lotungsarbeiten auf 8 Faden (14,6 m) 
eingestellt im Gebrauch war und beim Passieren der Bänke ihr Vorhandensein 
zuverlässig anzeigte.‘ ; 
Die hauptsächlichsten Ergebnisse dieser Vermessungsarbeiten sind folgende: 
Die NW-, W- und SW-Grenze der Untiefen- östlich von der Terschen Küste 
wurde festgelegt und die trigonomefrische Verbindung dieser Untiefen mit der 
Küste hergestellt. Die für die Schiffahrt gefährliche westliche Grenze der 
Orlowschen Bänke wurde 2'/a Sm: näher an der Küste gefunden, als die Karte 
angibt. Als geringste Tiefe auf den Bäünken wurde 4‘ (1,2 m) gelotet, während 
die Karte hisher 12‘ (3,7 m) zeigte. Die in der Karte als einzelne‘ Untiefen 
angegebenen Bänke bilden in Wirklichkeit ein einziges ausgedehntes Flach mit 
weniger als 5 Faden (9,1 m) Tiefe, das sich in 8 Sm Entfernung längs der Küste 
erstreckt. Zwischen den Bänken und der Küste kommen 7 Faden- (12,8 m) 
Stellen vor; unmittelbar daneben wurden Tiefen .bis zu 22 Faden (40 m) gelotet, 
Ein Vergleich der durch die Vermessungsarbeiten festgestellten Bodengestaltung 
mit. der der Karte ergibt große Unterschiede, . besonders im Gebiet des flachen 
Wassers, wo kaum noch eine Ähnlichkeit zwischen beiden zu erkennen ist. 
Die mittlere Luftwärme während der Vermessungsarbeiten betrug vom 
8. bis 24, Juni (21. Juni bis 7. Juli) + 2,1°. Der kälteste Tag war der 
14./27. Juni mit — 0,5°, der wärmste der 22, Juni (5. Juli) mit + 6,9°. Der 
niedrigste Wärmegrad überhaupt betrug — 1,5°: und beim Orlow-Leuchtturm 
—23°, der höchste + 10°. Schnee fiel fünfmal in dem genannten Zeitraum. 
Gezeiten beim Orlow-Leuchtturm., Die Hafenzeit beim Orlow-Leuchtturm 
beträgt nach den vom Leutnant Browtsyn ausgearbeiteten Pegelbeobachtungen 
10% 212m mit. einem wahrscheinlichen Fehler‘ von + 4"», die Fluthöhe 19‘ 6“ 
(5,9 m) und bei Niptide 10‘ 4“ (3,1 m). Die größte Fluthöhe wurde am 25, Juni 
(8. Juli) bei NNO-Wind, 7 m Geschwindigkeit pro Sekunde, zu 21‘ 9“ (6,6 m) 
und die kleinste am 30. Juli (12. August) bei SO-Wind, 2 m Geschwindigkeit pro 
Sekunde zu 9‘ (2,7 m) beobachtet. Nördliche Winde erhöhen und südliche 
verringern den Wasserstand. Während der Herbststürme soll die Fluthöhe nach 
Angabe der Küstenbewohner bis 25‘ (7,6 m) und mehr erreichen. , 
Die auf dem Dampfer „Pachtusow“ angestellten Strombeobachtungen 
zeigten, daß der Wind nur geringen Einfluß auf die Richtung und Geschwindigkeit 
der Gezeitenströme hat. Die Geschwindigkeit schwankt zwischen !/a und 2!/2 Sm 
stündlich und ist bei Niptide geringer als bei Springtide. Die größte Ge- 
schwindigkeit wurde bei der Gorjainow-Bank zu 3'/2a Sm beobachtet. Die Haupt- 
richtung des Flutstromes ist SW und des Ebbstromes NO. Bei Hochwasser am 
Orlow-Peuchtturm dreht der Strom nach S, darauf durch W nach NW und kurz 
vor Niedrigwasser nach N, geht dann nach NO, O und weiter, um sich beim 
folgenden Hochwasser wieder nach S zu wenden. 
Vermessungsarbeiten bei der Petschora-Mündung. Nach Beendigung 
Uer Arbeiten bei den Orlowschen Bänken gingen die beiden Expeditionsschiffe 
nach Archangel zurück, um dort ihre Ausrüstung zu ergänzen. Am 3./16. Juli 
lief der Dampfer „Pachtusow“ allein wieder aus, um nach der Petschora- 
Mündung zu gehen. Des freieren Fahrwassers wegen wurde der Weg um das 
Nordende. der Insel Kolgujew gewählt. Östlich von. der Insel wurde jedoch 
soviel Eis angetroffen, daß der Dampfer umkehren und um die Südspitze der 
Insel herumgehen mußte. Hier hatte sich bei dem warmen Wetter das His 
schon am 29. Juni (12. Juli) von der Festlandküste gelöst und war mit leichten 
südlichen. Winden nach Norden ins offene Meer getrieben, so daß bei der Land- 
zunge Russky Saworot‘ schon Fischer aus der Petschora tätig waren. Nach 
Ersetzung der Bake auf der Landzunge Russky Saworot durch. eine neue größere 
wurde sogleich mit der Vermessung der. Küste bei der Landzunge und des 
Fahrwassers in die Petschora begonnen,
	        
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