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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

190 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1903. 
Aus dieser vergleichenden Zusammenstellung geht zweierlei hervor: 
1. daß man durch nur drei Beobachtungen täglich ganz brauchbare Resultate 
erhält, wobei noch zu bemerken ist, daß die Kurvenablesungen ganz unverändert 
benutzt worden sind, auch wenn sie offenbar durch starke Winde in dem einen 
oder anderen Sinne entstellt waren, und 2. daß es für einige Tiden unumgänglich 
notwendig ist, den Einfluß von M2 durch Anbringung von Korrektionen an Ax 
und Bx zu beseitigen. Ganz besonders gilt dies für die Tiden S2, K2:, Kı, P 
und O0. Die Tide L wurde durch Benutzung der Beobachtungen an den Tagen 
»=0 bis v=316 abgeleitet; es wurde also nicht mit vollen r gerechnet, und 
die Korrektion wegen Ma wurde daher nach (19a) berechnet. Ebenso wurde 
auch für Mz, N und O gerechnet, jedoch wurde die Korrektion an O nach (19) 
berechnet, weil die Zusatzkorrektionen wegen der unvollständigen r nur sehr 
klein sind, daher weggelassen werden konnten. Noch sei erwähnt, daß für L 
folgende Werte erhalten werden, wenn mit vollem r=5 gerechnet wird [s. (20)]: 
ohne Korrektion wegen Ma: Hı = 0,1324, kı = 10,1° und mit Korrektion wegen 
Ma: Hı = 0,1391, kı = 12,8°. Bezüglich der Tide L ist außerdem noch zu be- 
merken, daß hier von dem in den oben erwähnten Abhandlungen, in Über- 
einstimmung mit Professor Darwin in Vı eingeführten Winkel R und den 
entsprechenden Zusatzkoeffizienten in dem Ausdruck 1/fi abgesehen worden ist, 
weil es dem Verfasser dieses zweifelhaft erscheint, ob durch deren Einführung 
ein Vorteil oder eine bessere Übereinstimmung der aus verschiedenen Zeiträumen 
ermittelten Werte von L zu erzielen ist. 
Wenn wir nun zu der Bearbeitung des für Duala (Kamerun) vorhandenen 
Materials übergehen, so sind zunächst ein paar Worte über die Prüfung des- 
selben zu sagen. Wie Formel (14) zeigt, setzt sich der zu einer bestimmten 
Stunde beobachtete Wasserstand aus einer Reihe von Gliedern zusammen, die 
sich periodisch ändern; es ist daher zu erwarten, daß die beobachteten Wasser- 
stände von Tag zu Tag einen ganz gesetzmäßig sich ändernden Gang zeigen 
werden, und dieses ist, wie eine genaue Durchsicht der Beobachtungen ergibt, 
auch tatsächlich der Fall. Dieser Umstand gibt ein sehr erwünschtes Mittel an 
die Hand, die Beobachtungen auf ihre Brauchbarkeit zu prüfen, und da stellt 
sich heraus, daß, wenn die Beobachtungen gewissenhaft angestellt worden sind, 
der Verlauf der Wasserstände für die einzelnen Stunden so außerordentlich 
regelmäßig ist, daß man mit großer Sicherheit einzelne Zahlen, die aus dem- 
selben heraustreten, als Ablesefehler bezeichnen kann. Auch lassen sich auf 
diese Weise einzelne etwa ausgefallene Ablesungen zuverlässig ergänzen. Dies 
wird wesentlich durch die bemerkenswerte Gleichmäßigkeit der Windverhältnisse 
unterstützt. Stürme sind so gut wie unbekannt (die in gewissen Jahreszeiten 
häufigen Tornados sind von sehr kurzer Dauer und Ausdehnung); es pflegt am 
Vormittag still zu sein, bis etwa um 10 Uhr die Seebrise einsetzt, die nach- 
mittags höchstens bis zum Beaufort-Grade 5 anwächst und gegen Abend wieder 
abflaut. Die Folge dieser gleichmäßigen Verhältnisse spricht sich natürlich 
auch in den Wasserständen aus, welche durch Wind wenig beeinflußt zu sein 
scheinen. 
Als diese Prüfung auf die Beobachtungen in Duala angewendet wurde, 
zeigte es sich, daß dieselben in 1898, 1901 und 1902 sehr regelmäßig und 
zesetzmäßig verliefen, daß dagegen im Jahre 1900 die Ablesungen sehr unregel- 
mäßig hin- und hersprangen, so daß der zu erwartende gesetzmäßige Verlauf 
während des größten Teiles des Jahres stark verdunkelt wurde. Unter diesen 
Umständen hat Verfasser dieses geglaubt, sich auf die Bearbeitung von 1898, 
1901 und 1902 beschränken und 1900, wenigstens vorläufig, ausschließen zu 
sollen. Im Jahre 1899 findet sich eine größere Lücke vom 30. Juli bis 12. August, 
während welcher keine Ablesungen vorhanden sind, und aus diesem Grunde 
mußte leider die Bearbeitung auch dieses Jahres unterbleiben, weil die Lücke 
zu groß ist, um mit Sicherheit in der angedeuteten Weise ausgefüllt werden 
zu können. 
Auf Grund der in der angedeuteten Weise vorgenommenen Prüfung der 
Beobachtungen wurden einige offenbare Ablesefehler aufgefunden und verbessert; 
es waren ausschließlich solche von 0,5 oder 1,0 m und betrafen im Jahre 1898 
acht, 1901 sieben und 1902 elf Fälle. Solche Ablesefehler können um 80 
leichter vorkommen als, wie dem Verfasser berichtet worden ist, die Ab-
	        
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