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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Börgen, C.: Ableitung der harmonischen Konstanten der Gezeiten ete, 
2. Die zweite Bemerkung betrifft die Art der Mittelbildung. Die 
Formel (18) schreibt vor, daß die Summe der in die Kolumne rt eingetragenen 
Wasserstände mit (r + 1)y zu dividieren sei. In der Praxis zeigt sich nun 
aber, daß die in die einzelnen Kolumnen eingetragene Anzahl von Beobachtungen 
bald > bald << als (r+1)7 ist. So ist z. B. für Tide E:(r + 1) y=18, für 
0=78, während die wirklich eingetragene Zahl von Wasserständen zwischen 
44 und 48 schwankt. Dieser scheinbare Widerspruch klärt sich einfach dadurch 
auf, daß die Formel voraussetzt und voraussetzen muß, daß für jedes r nur ein 
genau für die Tidestunde geltender Wasserstand eingetragen wird, während die 
wirklichen Beobachtungen nicht genau für die Tidestunden gelten, was‘ zur 
Folge hat, daß einerseits mehrere aufeinander folgenden Beobachtungen auf die- 
selbe Tidestunde fallen können, andererseits, daß eine Tidestunde gar nicht 
benutzt wird. Man würde daher mehr der Formel gemäß verfahren, wenn man 
das Mittel der auf dieselbe oder der auf benachbarte Tidestunden fallenden 
Beobachtungen nehmen und so für jedes r- und jedes r nur einen Wert hin- 
schreiben würde. Dies Verfahren wäre jedoch sehr weitläufig und das Resultat 
wäre kaum von dem abweichend, welches man erhält, wenn man einfach die 
Summe aller in z enthaltenen Werte durch ihre Anzahl dividiert, was daher 
hiermit empfohlen wird. Dagegen ist natürlich bei Berechnung der Korrektion 
wegen der y-Tiden, bei der es sich nicht um beobachtete, sondern um berechnete 
Werte handelt, (r + 1)y7 beizubehalten, und hiermit sind die Konstanten log qı 
und log qz der zu (19) gehörenden Tabelle berechnet worden, 
B. Die Ergebnisse der Bearbeitung der in Kamerun (Duala) 1898, 1901 und 1902 
„angestellten Beobachtungen. ; 
Wie schon eingangs erwähnt wurde, ist seit einigen Jahren in Kamerun 
(Duala) in der im vorhergehenden vorausgesetzten Weise beobachtet worden. 
Leider haben sich, aus gleichfalls schon erwähnten Gründen, nur drei Jahre als 
bearbeitungsfähig erwiesen, und es sollen nun im nachfolgenden die Ergebnisse 
der Berechnung, die streng nach den im vorhergehenden dargelegten Grund- 
sätzen durchgeführt wurde, mitgeteilt werden. 
Ehe wir jedoch dazu schreiten, sei es gestattet, das Resultat der gleichen 
Rechnung für Wilhelmshaven darzulegen und es mit demjenigen der‘ Bearbeitung 
desselben Materials nach ‚anderen Methoden zu vergleichen. Wie schon erwähnt, 
wurde hierzu der Zeitraum von 1881 Oktober 20 bis 1882 Oktober 28 gewählt, 
welcher früher bereits’ nach der ursprünglichen, von Sir W" Thomson (Lord 
Kelvin) und Roberts angegebenen Methode und nach einem vom Verfasser 
dieses in den „Ann, d. Hydr. etc.“ 1894 entwickelten Verfahren bearbeitet 
worden war, beide Male unter Benutzung von stündlichen Ablesungen der Auf- 
zeichnungen des Flutmessers. Die Vergleichung der verschiedenen Bearbeitungen 
ergibt nun. folgendes: 
Tide 
5, : 
Kı: 
Ko: 
DD. 
Al. : 
M,: 
M.! 
Jo 
L: 
|” = 368 
j 7 => 354 
Wilhelmshaven. 
Drei Beobacht, täglich 
>hne Korr. mit Korr. 
wegen M, wegen M, 
Ps = 0,4178 0,4130 
"; = 73,2° 71,9° 
"x = 0,0899 0,0681 
“4 = 18,4° 28,9°. 
> =— 0,1611 0,1563 
"= 70,0° 70,5° 
= 0,0655 7,0301 
‚ = 941° 91,4° 
m = 1,5385 
m = 358,0° 
m' = 0,1079 
7m’ = 196,7° 
= — 0,0860 
X — 38,2° 
\ 0,2661 
337,8° 
0,1274 
20,3° 
0,0651 
= 238,6° 
= 0,0421 
— 963 6° 
Stündliche Beobacht. 
ältere Methode 
Methode Ann, 1894 
0,3956 0,3964 m 
70,1° 70,5° 
D,0784 0,0749 m 
40,9° 40,7° 
0,1256 5,1173 m 
69,5° 69,0° 
0312 7,0299 m 
55,9° 63,5° 
1,5679 1,5808 m' 
357,3° 358,2° 
2,1032 2,0971 m 
174.,4° 180,7° 
7,0670 0511 m 
36,1° 33,4° 
0,2623 3,2591 m 
337,0° 335,4° 
0,1635 0,1373 m 
25,29 5,9% 
D,1445 
17,8°- 
0,0568 . 
244,S° | 0,0887 
0,0591 260.0° 
D3Z8 .N° 
2,0790 m 
DA4A4 70 
nn dad. Hrär. ete.. 1903. Haft vv
	        
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