Börgen, C.: Ableitung der harmonischen Konstanten der Gezeiten ete,
2. Die zweite Bemerkung betrifft die Art der Mittelbildung. Die
Formel (18) schreibt vor, daß die Summe der in die Kolumne rt eingetragenen
Wasserstände mit (r + 1)y zu dividieren sei. In der Praxis zeigt sich nun
aber, daß die in die einzelnen Kolumnen eingetragene Anzahl von Beobachtungen
bald > bald << als (r+1)7 ist. So ist z. B. für Tide E:(r + 1) y=18, für
0=78, während die wirklich eingetragene Zahl von Wasserständen zwischen
44 und 48 schwankt. Dieser scheinbare Widerspruch klärt sich einfach dadurch
auf, daß die Formel voraussetzt und voraussetzen muß, daß für jedes r nur ein
genau für die Tidestunde geltender Wasserstand eingetragen wird, während die
wirklichen Beobachtungen nicht genau für die Tidestunden gelten, was‘ zur
Folge hat, daß einerseits mehrere aufeinander folgenden Beobachtungen auf die-
selbe Tidestunde fallen können, andererseits, daß eine Tidestunde gar nicht
benutzt wird. Man würde daher mehr der Formel gemäß verfahren, wenn man
das Mittel der auf dieselbe oder der auf benachbarte Tidestunden fallenden
Beobachtungen nehmen und so für jedes r- und jedes r nur einen Wert hin-
schreiben würde. Dies Verfahren wäre jedoch sehr weitläufig und das Resultat
wäre kaum von dem abweichend, welches man erhält, wenn man einfach die
Summe aller in z enthaltenen Werte durch ihre Anzahl dividiert, was daher
hiermit empfohlen wird. Dagegen ist natürlich bei Berechnung der Korrektion
wegen der y-Tiden, bei der es sich nicht um beobachtete, sondern um berechnete
Werte handelt, (r + 1)y7 beizubehalten, und hiermit sind die Konstanten log qı
und log qz der zu (19) gehörenden Tabelle berechnet worden,
B. Die Ergebnisse der Bearbeitung der in Kamerun (Duala) 1898, 1901 und 1902
„angestellten Beobachtungen. ;
Wie schon eingangs erwähnt wurde, ist seit einigen Jahren in Kamerun
(Duala) in der im vorhergehenden vorausgesetzten Weise beobachtet worden.
Leider haben sich, aus gleichfalls schon erwähnten Gründen, nur drei Jahre als
bearbeitungsfähig erwiesen, und es sollen nun im nachfolgenden die Ergebnisse
der Berechnung, die streng nach den im vorhergehenden dargelegten Grund-
sätzen durchgeführt wurde, mitgeteilt werden.
Ehe wir jedoch dazu schreiten, sei es gestattet, das Resultat der gleichen
Rechnung für Wilhelmshaven darzulegen und es mit demjenigen der‘ Bearbeitung
desselben Materials nach ‚anderen Methoden zu vergleichen. Wie schon erwähnt,
wurde hierzu der Zeitraum von 1881 Oktober 20 bis 1882 Oktober 28 gewählt,
welcher früher bereits’ nach der ursprünglichen, von Sir W" Thomson (Lord
Kelvin) und Roberts angegebenen Methode und nach einem vom Verfasser
dieses in den „Ann, d. Hydr. etc.“ 1894 entwickelten Verfahren bearbeitet
worden war, beide Male unter Benutzung von stündlichen Ablesungen der Auf-
zeichnungen des Flutmessers. Die Vergleichung der verschiedenen Bearbeitungen
ergibt nun. folgendes:
Tide
5, :
Kı:
Ko:
DD.
Al. :
M,:
M.!
Jo
L:
|” = 368
j 7 => 354
Wilhelmshaven.
Drei Beobacht, täglich
>hne Korr. mit Korr.
wegen M, wegen M,
Ps = 0,4178 0,4130
"; = 73,2° 71,9°
"x = 0,0899 0,0681
“4 = 18,4° 28,9°.
> =— 0,1611 0,1563
"= 70,0° 70,5°
= 0,0655 7,0301
‚ = 941° 91,4°
m = 1,5385
m = 358,0°
m' = 0,1079
7m’ = 196,7°
= — 0,0860
X — 38,2°
\ 0,2661
337,8°
0,1274
20,3°
0,0651
= 238,6°
= 0,0421
— 963 6°
Stündliche Beobacht.
ältere Methode
Methode Ann, 1894
0,3956 0,3964 m
70,1° 70,5°
D,0784 0,0749 m
40,9° 40,7°
0,1256 5,1173 m
69,5° 69,0°
0312 7,0299 m
55,9° 63,5°
1,5679 1,5808 m'
357,3° 358,2°
2,1032 2,0971 m
174.,4° 180,7°
7,0670 0511 m
36,1° 33,4°
0,2623 3,2591 m
337,0° 335,4°
0,1635 0,1373 m
25,29 5,9%
D,1445
17,8°-
0,0568 .
244,S° | 0,0887
0,0591 260.0°
D3Z8 .N°
2,0790 m
DA4A4 70
nn dad. Hrär. ete.. 1903. Haft vv