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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

483 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1903, 
Einerseits dürfte ein allmähliches Heraussinken aus den anfänglich den Staub 
führenden Schichten stattgefunden haben, anderseits kann eine so kontinuierliche 
und gleichmäßige Luftbewegung überhaupt besonders aber an der Grenze der 
intensiven Depression über dem nördlichen Nordatlantischen Ozean nicht an- 
genommen werden. Die mannigfach auf- und absteigenden Bewegungen der 
Luft dürften jedenfalls auch noch eine Mischung der ursprünglichen staub- 
{führenden Luftschicht mit anderen Luftschichten herbeigeführt haben. Dazu 
kommt noch, daß beim Eintritt der wärmeren staubführenden Schicht in das 
Gebiet der kühleren westlichen Luftströmung bei den Azoren diese wärmere 
Schicht wohl gehoben sein dürfte und vielleicht andere Bahnen eingeschlagen 
hat, nachdem sie des Staubes in die tieferen Schichten sich entladen hat, 
Vielleicht ist auf eine solche Hebung auch der Umstand zurückzuführen, daß 
zwischen den Azoren und dem Kanal so vereinzelt Staubfall gemeldet worden ist. 
Nach diesen Betrachtungen läßt sich die Frage nicht ohne weiteres ent- 
scheiden, inwieweit die ungewöhnliche Erwärmung und Trockenheit während der 
Staubfälle, besonders in Teilen Mitteleuropas, unmittelbar warmer Luft, die aus 
der Sahara dahingeführt worden ist, Zuzuschreiben ist. Immerhin mag eine 
Mischung der über Europa in jenen Tagen hinstreichenden Luft mit aus süd- 
licheren Gegenden stammender wärmerer Luft stattgefunden haben und dadurch 
die erwärmende Wirkung der beobachteten föhnartigen Erscheinung über 
(zebieten Zentraleuropas gesteigert worden sein. Doch wird bei der Beurteilung 
der ungewöhnlichen Erwärmung nicht ganz außer Acht zu lassen sein, daß die 
in der Luft schwebenden Staubteilchen durch die Sonnenstrahlen unmittelbar 
erwärmt werden und so die Absorption der Wärme durch die Luft und damit 
deren Temperatur und Trockenheit nicht unwesentlich steigern. Es ist dies eine 
Erscheinung, welche zur Zeit des Moorrauchs in Niederdeutschland bekannter- 
weise alljährlich mehrfach auftritt. 
Wenigstens über Zentraleuropa ist jedenfalls vielfach der Staub mit einem 
absteigenden Luftstrom niedergeführt worden. 
Nachträge und Berichtigungen, 
Zu Abschnitt: I. Örtliche Verbreitung der Staubfälle und Dunsterscheinungen. 
In dem Verzeichnis der Schiffsbeobachtungen, S. 426, ist bei dem S. „Carl“ in 401/8° N-Br., 
24° W-Lg. das Zeichen co zu streichen. 
Unter Preußen, Rheinprovinz, S. 428, ist einzufügen: Lüdenscheid 21./22. II. („Wetter“ 
1903, S. 66.) 
Zwischen Sachsen und Elsaß-Lothringen, S. 428, ist einzufügen: 
Hessen, 
Nach Mitteilung des Großherzoglichen Hydrographischen Bureaus zu Darmstadt, Herbstein 
22./23. II., Groß-Umstadt 21./22, u. 22./23. II, 
Unter Elsaß-Lothringen, S. 428. Nach inzwischen eingegangener Mitteilung des meteoro- 
logischen Landesdienstes sind in dem dortigen Beobachtungsnetz keine Beobachtungen über Staubfall 
in diesen Tagen gemacht worden, 
Unter Österreich. Böhmen, S. 429, ist einzufügen: Pilsen 22, u, 23. II. („Wetter“ 1903, S. 66.) 
Zu Abschnitt II: Art und Weise des Auftretens der Erscheinung am Ort. 
Unter Preußen, S. 435. Nach „Wetter“ 1903, S. 66. 
Lüdenscheid, Am Sonntag, den 22. Februar wurde von dem Berichterstatter in der Frühe 
an den tags zuvor ganz blanken Spiegelscheiben seines Wohnhauses ein auffallender gelb-grauer 
Schmutz bemerkt, welchen er sich nur als von einem Schlamm- oder Staubregen herrührend erklären 
kann, der mit einem um 4h V daselbst bemerkten Hagelwetter verbunden gewesen sein muß. Auch 
die Bürgersteige mehrerer Straßen der Stadt fanden sich mit einer gelb-grauen Staubschicht 
bedeckt. Die relative Feuchtigkeit betrug am Abend des 21. Februar nur 35%, ging dann aber bis 
zum 22. 7h V auf 83%0g hinauf; die Temperatur betrug am 21. 94N noch 11,5°, war aber am 
anderen Morgen auf 4° gefallen. Der Wind wehte am Abend des 21. Februar aus SSW Stärke 4, 
am 22. 7h V mit Stärke 2, 
Zwischen Sachsen und Elsaß-Lothringen, S. 435 u. 436, ist einzufügen: 
Hessen. 
Herbstein. Am 22, Februar nachts, vormittags und den ganzen Tag Sturm; nachts und 
von 94 V ab schwacher Regen. Am 23. nachts schwacher Regen, von 4%/4—5b N Regentropfen. 
Nach Zeitungsnachrichten soll in anderen Gegenden in der Nacht vom 22. zum 23. Februar ein
	        
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