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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Die Witterung an der deutschen Küste im November 1902, 
seit dem 17. hatte die ganze Küste fast durchweg relativ kalte Morgen, aus- 
genommen milde Morgen an der ostdeutschen Küste am 21. — In ihrem Gange 
von Tag zu Tag zeigten die Morgentemperaturen bis zum 7. Abnahme, teils 
in stetigem Verlaufe, teils unter gröfseren Schwankungen, wobei eine stärkere 
Abnahme am 3. und vorübergehende Zunahme am 4. vielfach hervortraten; 
dann folgte eine starke Zunahme an der Nordsee am 8., an der Ostsee meist 
am 8. bis 10., worauf bis zum 16. an der westdeutschen Küste unter: kleinen 
Schwankungen wieder langsame Abnahme erfolgte, während diese Tage weiter 
ostwärts eine stärkere- Abnahme bis zum 14. und nachfolgende Zunahme 
brachten. Starkes Sinken führte am 18. bis 20. meist die niedrigsten Morgen- 
temperaiuren herbei, worauf die dritte‘ Dekade wieder zunächst ein’ starkes 
Steigen und dann mehrfache, im‘ Westen schwächere, im Osten’ stärkere 
Schwankungen brachte, die sich durch höhere Morgentemperaturen am 21, (22.), 
sowie um Mitte -und Ende der Dekade und niedrige am 18. (19.) und 23. 
charakterisierten. Der Verlauf der Morgentemperaturen in Memel zeigte mehr- 
fache Abweichungen. — Die Temperatur schwankte an der Küste zwischen 
der niedrigsten — 10,2° von Rügenwaldermünde und der höchsten 12,2° von 
Keitum, also um 224°, während als kleinste Schwankung 16,9° in Wustrow 
und als gröfste 21,3° in Keitum beobachtet wurden. — An der Nordsee und in 
Kiel wurden 11 bis 12, in Memel 18, in Wustrow und Swinemünde 15, 
Rügenwaldermünde 17 und Neufahrwasser 19 Frosttage (Minimum unter 0°), 
an der westdeutschen Küste bis zu 4 (Keitum 0), an der ostdeutschen 5 bis 7 
Eistage (Maximum unter 0°) gezählt. — Die aus den Anderungen der Temperatur 
von Tag zu Tag für die drei Beobachtungstermine ohne Rücksicht auf die 
Vorzeichen der Änderungen als deren arithmetische Mittel berechneten Werte 
der Interdiurnen Veränderlichkeit der Temperatur (I. T. V.) lagen mit ihren 
höchsten: Beträgen zwischen: 1,8° (Borkum) und 3,0° (Rügenwaldermünde) und 
zeigten die Maxima am Morgen, die Minima ganz überwiegend am Nachmittag: 
Die Niederschlagshöhen des Monats waren durchweg ‘sehr klein; sie 
blieben unter 10 mm bis auf die ostfriesische und ostpreufsische Küste und die 
Nordsee-Inseln und überstiegen 20 mm nur auf Helgoland und den ostfriesischen 
Inseln (Maximum 26 mm in Wyk a. F.). Läfst man den Niederschlagstag um 
8h Ortszeit des gleichnamigen Kalendertages beginnen und sieht man von 
vereinzelten. wie von geringfügigen Niederschlägen ab, so fielen diese über 
yrößerem Gebiete am I. an der ganzen Küste, am 3. bis 5., 7. und 8, an der 
Nordsee, am 9. ostwärts bis zur Oder, am 10. und 12, bis 14. an der Nordsee, 
am 20. an der preufsischen Küste, am 21. von. der Oder ostwärts, am 23. an 
der Nordsee, am 24. an der ganzen Küste, am 25. von der Oder ostwärts, am 
28. und 29, an der ganzen und am 30. an der preufsischen Küste. — Als 
heitere Tage, an denen die dreimal am Tage nach der Skala 0 bis 10 geschätzte 
Bewölkung im Mittel kleiner als 2 war, charakterisierten sich über gröfserem 
Gebiete der 2, an der Ostsee, der 5, an der mittleren und östlichen Ostsee- 
Küste, der 7. an der Ostsee, der 1l. ostwärts bis Pommern, der 14. (teilweise 
neblig) an der mittleren und östlichen Ostsee-Küste, der I6, an der ostdeutschen 
Küste, der 17. bis 20. an der ganzen Küste, der 21. und 22; ostwärts bis zur 
Weser, der 23. von der Helgoländer Bucht ostwärts, der 26. und 27. ostwärts 
bis zur Weser und der 30. an der schleswig-holsteinschen Küste. — Nebel 
trat in gröfserer Verbreitung auf am 8. von der Weser bis Rügen, am 1l. an 
der schleswig-holsteinschen und pommerschen Küste, am 12. von Mecklenburg 
ostwärts, am 18. an der Nordsee und’ der preufsischen Küste, am 14, und 15. 
ostwärts bis Pommern, am 21. an der schleswig-holsteinschen Küste, am 24. 
und 25. an der ganzen Küste, am 26. von Mecklenburg ostwärts und am 28. 
und 29, an der Nordsee. 
Die Witterung an der Küste stand am 1. und 2. unter dem Kinflufs eines 
tiefen im hohen Norden ostwärts vorüberschreitenden Minimums und eines im 
Rücken der Depression vom Ozean nach Mitteleuropa nachfolgenden Hochdruck- 
gebietes, unter deren Wechselwirkung die oben angegebenen stürmischen Winde 
dieser Tage hervorgerufen wurden; nachdem der 1. November überall Nieder- 
schläge gebracht hatte, war der 2. trocken und. an der Ostsee heiter. Das 
bereits am Abend dieses Tages ganz Mitteleuropa umfassende Hochdruckgebiet 
verlagerte seinen Kern rasch nach Südosteuropa und verlor seinen Einflufs am 
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