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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1903, 
Österreich. 
Die auf dem Türnitzer Höger gesammelten Staubproben wurden mikroskopisch unter- 
sucht, wobei sich ergab, daß sie aus Kkrystallinischem, vollkommen anorganischem Staub bestanden. 
(„Meteor. Ztschr.“ 1903, S. 132.) 
Schweiz. 
i. Von der Schweizerischen Meteorologischen Zentralanstalt wurden der Deutschen Seewarte 
Staubproben von Rorschach und Travers zugestellt, deren Untersuchung ebenfalls die 
Herren Prof, Dr. C. Gottsche und Direktor Dr. Petersen zu Hamburg in dankenswertester Weise 
übernommen haben, Das Ergebnis war folgendes: Die Staubproben von Rorschach und Travers 
sind untereinander im wesentlichen identisch. Die Probe von Travers enthält weniger grobe Körner, 
doch dürfte das auf einem Zufall bei der Probeentnahme beruhen, Mineralogisch bestehen beide 
Proben zu mindestens 85%g aus Quarz. Der Rest besteht hauptsächlich aus Kalkstaub. Silikate, 
wie Feldspat, Hornblende, Augit, Glimmer, sind in den angefertigten Präparaten nicht nachzuweisen 
gewesen. Beide Proben enthielten reichlich organische Substanz, zum ‘Teil durch ihre Struktur als 
Pflanzeuhaare, Rindenteile u. dergl. zu erkennen. 
2. Prof. J. Früh in Zürich teilt über seine Untersuchung von Staubproben, die in der 
Schweiz gesammelt wurden, in „Meteor. Ztschr.“ 1903, S. 174, folgendes mit: 
Rorschach, am 24. Februar auf dem Zinkblechboden eines Balkons gesammelt (Schweiz. 
Meteorol. Zentralanstalt). Gelblich-graues Pulver; zur Hauptmasse Mineralsplitter von 0,002 
—0,005—0,007 mm, gleichsam als Einsprenglinge Quarzsplitter von 0,01—0,07 mm; Maximum 0,2 mm; 
Glimmer selten, klein (0,15), braust schwach mit Salzsäure, Vereinzelt Schlackentröpfchen von 
5,015—0,007 mm. Beigemengt ziemlich viel Kokssplitter von 0,05—0,1 mm; Pollen von Corylus, 
vereinzelt Sporen von Flechten, untergeordnet Textilfasern, Weizenstärke. 
Travers (Jura), von Tannenzweigen geschüttelt, ein gelblich-graues Pulver von über- 
raschender Feinheit und Gleichförmigkeit, dessen Gemengteile bereits etwas appolment sind, wohl 
infolge des aufbereitenden Regens, der vor dem Einsammeln stattgefunden. Etwa 95%9 Splitter von 
0,001—0,01 mm, die sich zum kleinen Teile in kalter Salzsäure lösen. Vorherrschend Quarz, dessen 
Splitter in 0,06 mm schon groß, mit 0,1 und 0,2 mm selten groß erscheinen. Eingestreut Glimmer. 
Ein Spaltungsstück von Kalzit, sehr rein; im übrigen sind die Gemengteile mehr oder weniger 
limonitisch überrindet, Beimengungen: wenig Koks, ziemlich viel Pollen von Corylus, untergeordnet 
Flechten- und Pilzsporen, Ring- und Spiralgefäß von Gräsern, eine Diatomee (Fragilaria), diverse 
indifferente Pflanzenhaare. 
Zürich. Vom Polytechnikum gegen den Zürichberg sammelte Prof, Früh am 23. Februar 
Blätter immergrüner Pflanzen mit deutlichen rötlich-grauen Schmutzflecken, welche sich sehr gut 
abheben ließen. Die Blätter waren durch Niederschläge am 15. und 16. Februar reingewaschen, 
dann wieder in der Nacht vom 23. zum 24. Die Masse war natürlich sehr gering, doch zeigte sich 
übereinstimmend mit den Proben von Rorschach und Travers eine Grundmasse aus 0,001—0,007 mm 
großen mehr oder weniger limonitisch gefärbten Mineralsplittern, zum kleinsten "Teile in Salzsäure 
löslich, dann Quarzsplitter von 0,05—0,2 mm, untergeordnet Glimmer, reichlich Koks (Ruß), Pollen 
von Corylus, einmal von Erle (Alnus), Textilfasern, Weizenstärke, Myzelien, Seide, Krystalle von 
Vogelfäces (!), Humus; Schmutzflecken von Kensterscheiben in SW-—NW-Exposition waren 
schwieriger abzuheben und gestatteten einen geringen Einblick. 
Fehraltorf (Zürich). Drei Proben nahe einer Schmiede. Schwarzbraune und 
schokoladenbraune Pulver, mit Salzsäure brausend. Ein kleiner Magnet vermag nichts zu 
extrahieren. Überwiegend Gesteinssplitter von 0.002—0,02 mm; Quarzsplitter 0,05—0,1 mın, Glimmer 
selten und von 0,07 mın, beide mit Limonit überzogen, reichlich Ruß (Koks) von 0,05—0,2 mm, 
YTextilfasern, Pflanzenhaare, Pollen von Corylus, Weizenstärke; auffallend war in diesem Präparat 
das reichliche Vorkommen von trüben Glaskügelchen!) von 0,005—0,04 mm, meist kugelig, dann 
oval, seltener birnenförmig ausgezogen oder mit feiner Spitze; manche sind zusammengeschmolzen, 
nicht selten zu mehreren, paternosterähnlich, Fast ausnahmslos entdeckt man innerhalb der- 
selben eine bis mehrere Glasblasen, Sie sind flaschengrün bis opak, trübkörnig, sehr selten und 
partiell hell und selten ein Koksstückchen einschließend. Gegen kochende Mineralsäuren, auch 
Königswasser, verhalten sie sich fast ganz indifferent, vielleicht erblassen einige etwas, 
3. Über die Untersuchung der Staubproben von Sainte Croix, Couvet, Locle, Travers 
und Biel macht Prof, F. A. Forel ın „Comptes rendus“ T. CXXXVI, 1903, S. 636, folgende Mit- 
teilung: Es war ein unfühlbarer Staub, dessen Körner zwischen 0,5 und 2 Mikron maßen. Der Staub 
war mineralisch von sehr wenig einfacher Zusammensetzung und enthielt einige Diatomenenreste, 
Seine Farbe war lachsfarbig, ziegelmehlfarbig oder terracotta, anders ausgedrückt, rötlich-gelb, Er 
ist vollkommen analog dem oft in Sizilien aus der Luft fallendem Staube, analog dem des großen 
Staubfalles im März 1901, dessen Ursprung aus der Sahara sicher erwiesen ist, ferner nach den 
Beschreibungen analog dem Staube, der im Januar 1902 in Cornwallis fiel, und schließlich nach 
Proben analog dem Staube aus dem Stauhfall in den Walliser Alpen am 2. August 1902. 
Ein besonderes Interesse bieten in dem vorliegenden Falle die Ergebnisse 
der Untersuchungen, die sich auf die an Bord der Schiffe gesammelten Staub- 
proben beziehen. Man wird in diesen Proben von allen die an dem Ausgangs- 
punkt der Erscheinung in die Höhe gehobene Staubmasse in ihrer größten 
Reinheit annehmen und durch Vergleich mit den anderen Staubproben, deren 
spätere Beimischungen feststellen können. Die Reinheit dieser Proben ist jedoch 
1) Die folgende Beschreibung der Glaskörperchen deckt sich fast mit der, welche W. Prinz 
über die in dem Staub von Les Amerois gefundenen in „Ciel et Terre“ XXIV. 1903, S. 26, gibt.
	        
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