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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Herrmann, E.: Die Staubfälle vom 19. bis 23. Februar 1903 ete, 
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Die Staubfälle vom 19. bis 23. Februar 1903 über dem Nord- 
atlantischen Ozean, Großbritannien und Mitteleuropa: . 
(Hierzu Tafel 23.) 
Ill. Mikroskopischer und chemischer Befund gesammelter Staubproben. 
Die Untersuchungen über die Beschaffenheit gesammelter Staubproben ist 
außerordentlich verschiedenartig ausgefallen, da dieselben von zahlreichen Stellen 
ausgeführt worden sind, die nicht sämtlich die gleichen Gesichtspunkte dabei im 
Auge hatten. Von hauptsächlichster Bedeutung für die Beurteilung der Er- 
scheinung sind naturgemäß die mikroskopischen Untersuchungen, die allein er- 
möglichen die zufälligen örtlichen Beimengungen von den Bestandteilen, welche 
dem Wesen der großen Erscheinung entsprechen, zu trennen. Die chemischen 
Analysen kommen im wesentlichen nur für die Entscheidung der Frage in Betracht, 
ob der niedergegangene Staub etwa kosmischer Natur sei, Diese Frage muß 
nach beiden Untersuchungsarten bestimmt verneint werden. 
Wir geben nun die Ergebnisse der hier bekannten Untersuchungen im 
einzelnen wieder. | 
Schiffsbeobachtungen. 
Die : außerordentlich eingehenden mikroskopischen Untersuchungen der auf D. „Sparta“, 
D. „Holsatia“ und S. „Carl“ gesammelten Staubproben, die der Seewarte von den Führern dieser 
Schiffe zugesandt worden waren, sind von den Herren Prof. Dr. C. Gottsche, Direktor Petersen 
and R. Volk in dankenswertester Weise übernommen und, obwohl die Proben zum Teil für eine 
erschöpfende Untersuchung zu. klein waren, unter höchst zu schätzenden Bemühungen ausgeführt 
worden, Bei diesen Untersuchungen blieben die schwarzen undurchsichtigen Teilchen unberück- 
sichtigt, . nachdem einige Proben ergeben hatten, daß die Mehrzahl dieser Teilchen“ aus Kohlen- 
teilchen bestand. Die Kohlenteilchen entstammen offenbar den Schornsteinen für die Kessel. oder 
Kambüsen der Schiffe, 
D. „Sparta“, Korngröße meist unter 0,015 mm, von 30 größeren Körnern 5 über 0,1 mm 
(0,104—0,162); braust lebhaft mit Säuren. - 6 . . 
Bestandteile: Quarz, Orthoklas, Kalzit, feinste tonige Substanz. ; I 
Zufällige Beimengung: Salzkrystalle, wohl weil das Schiff Wasser übergenommen hat. 
Habitus: erinnert sehr an den Staubfall vom 11. März 1901. ; . 
D. „Holsatia“, Korngröße meist unter 0,020 mm; von 28 größeren Körnern keins über 
0,1 mm (größtes gemessenes 0,072); braust lebhaft mit Säuren, . 
Bestandteile: Quarz, Kalzit, Orthoklas, feinste tonige Substanz; ‚daneben vereinzelt: Plagioklas, 
Biotit, Bronzit, Glas und ? Zirkon, ö . 
Habitus: im wesentlichen wie bei „Sparta“ und „Carl“, aber durch lokales Material 
vulkanischer Herkunft etwas verändert, (Diese lokaleren Beimengungen haben ihren Ursprung 
vielleicht auf den Kanarischen Inseln, .D. Verf.) ; 
S. „Carl“, Korngröße meist unter 0,020 mm; von 18 größeren Körnern 8 über 0,1 mm 
(0,104—0,288); braust lebhaft mit Säuren, WO . 
Bestandteile: Quarz, Orthoklas, feinste tonige Substanz, . 
Habitus: erinnert sehr an den Staubfall vom 11. März 1901.12). - 
Azoren. 
Ponta Delgada. Untersuchungen ebenfalls von den Herren Prof. Dr. C. Goöftsche, 
Direktor Petersen und R. Volk. Korngröße meist unter 0,015 mm, von 32 größeren Körnern 13 
äber 0,1 mm (0,120—0,416); braust lebhaft in Säuren. x a 
: Bestandteile: Bimstein, Kalzit, Orthoklas, monokliner Pyrogen, daneben Hornblende und 
sehr spärlich Quarz. ; 
Habitus: äußerlich ähnlich dem der Proben von den Schiffen „Sparta“, Holsatia“ und „Carl“; 
bei starker Vergrößerung aber sehr verschieden, Die Gemengteile sind viel eckiger und das lokale 
Material vulkanischer Natur -(Detritus der auf den Azoren anstehenden Gesteine) überwiegt das 
Material anderer Provenienz erheblich. 
Großbritannien, . 
. In „Nature“, Vol. 67, 1903 S. 415, gibt Rowland A, Earp eine Analyse des zu Buck- 
fastleigh am 22. Februar gefallenen Schlammregens, i 
Nach Trocknung bei 100° ‚ergaben sich: * 4m 
Organische Stoffe (Verlust nach Glühen) 
Kieselerde . . .. . 1 +... 
Tonerde und Eisenoxyd . , 
Magnesia . . . + + 
Unbestimmt . . . . 
Siehe auch unter Delft, S. 477.
	        
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