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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Die Witterung an der deutschen Küste im August 1903, 
ganzen ‚einen recht gleichmäßigen Verlauf, ein Schwanken um eine wenig ver- 
änderte mittlere Lage, bis auf die Tage vom 8. bis 16., von denen an der west- 
deutschen Küste der 9. und 14., an der ostdeutschen der 9., 12. und 14 als 
gegen die umgebenden Tage verhältnismäßig warm hervortraten. 
Die Temperatur schwankte an der Küste zwischen 8,2°, der niedrigsten 
von Wilhelmshaven, und 26,5°, der höchsten von Swinemünde, also um 18,3°, 
während als kleinste Schwankung 11,4° in Borkum und als größte 17,3° in 
Swinemünde auftraten. Sommertage, an denen die höchste Temperatur 25° 
erreichten, waren nur ganz vereinzelt zu verzeichnen. 
Die aus den von Tag zu Tag auftretenden Temperaturänderungen ohne 
Rücksicht auf deren Vorzeichen als ’arithmetische Mittel für die drei Beob- 
achtungstermine berechneten Werte der interdiurnen Veränderlichkeit der 
Temperatur (I. T. V.) lagen mit ihren größten Beträgen zwischen 1,6° (Keitum) 
und 2,7° (Neufahrwasser) und erreichten ihre größten Werte am, Nachmittag, 
ihre kleinsten am Morgen, bis auf Memel, wo das Gegenteil stattfand. 
Die Monatsmengen der Niederschläge waren, infolge der mehrfach auftreten- 
den starken Regenfälle, von sehr verschiedener Ergiebigkeit für benachbarte Orte, 
im ganzen recht ungleich verteilt; nur an etwa einem Viertel der etwa 50 Stationen 
blieben. sie unter 100 mm, während. an sechs Stellen, in Memel und an der 
schleswig-holsteinschen Küste, 150 mm überschritten wurden. Gegenüber 77 mm 
in Arkona und Warnemünde hatten Glückstadt 162, Memel 163 und Büsum 
199 mm. An der überwiegenden Zahl der Tage erfolgten Regenfälle über dem 
ganzen Gebiete. Bei der Festsetzung, daß der Niederschlagstag um 8" V des 
gleichnamigen Kalendertages beginnt, und der Vernachlässigung von vereinzelten 
und von geringfügigen Regenmengen kennzeichneten sich als trocken über 
größerem Gebiete der 7, und 9. ostwärts bis Mecklenburg, 8, und 18, an der 
ganzen Küste, Il. und 14, von Rügen ostwärts, 20. ostwärts der Oder, 22. ost- 
wärts bis zur Oder, 24. von Rügen ostwärts und die beiden letzten Tage an 
der Nordsee. — Sehr ergiebige, in 24 Stunden 20,0 mm überschreitende Regen- 
mengen wurden beobachtet am 2, in Rügenwaldermünde (24), 3. Neuwerk (28), 
Büsum (24) und Glückstadt (23), 10. Glückstadt (27), Thiessow (35),. Greifs- 
walder Oie (26), Ahlbeck (22) und Neufahrwasser (23), 12. Marienleuchte (22), 
{5. Stolpmünde (24), 16. Friedrichsschleuse (24), ‘Wangerooge (21) und Memel 
(26), . 18. auf Helgoland (35) und in Süderhöft (24), 20. auf Helgoland (23), 
23, in Brake (21), Cuxhaven (26), Büsum (58), Glückstadt (28), Hamburg (26), 
Wustrow (32), Darsserort (23) und: Wittower Posthaus (26), 25. Kiel (47) und 
Friedrichsort (25), 26. Brüsterort (26) und am 29. in Hamburg (22), Wyk auf 
Föhr (24), Warnemünde (20), Darsserort (22), Ahlbeck (39), Swinemünde (35), 
Colbergermünde (45), Rügenwaldermünde (34), Stolpmünde (23); Leba (24), 
Rixhöft (32), Neufahrwasser (21), Hela und Pillau (28), Brüsterort (55) und 
Memel (46). ; 
Gewitter traten über größerem Gebiete auf am 6. an der Nordsee, 9. in 
der weiteren Umgebung der Oder-Mündung, 10, an der Ostsee, 12. ostwärts bis 
Pommern, 18, von der Elbe ‘bis Mecklenburg, 20. ostwärts bis Rügen, 23. und 
in der folgenden Nacht über Mecklenburg und Rügen und am 25. ostwärts 
bis Rügen.‘ 
Als heitere Tage, an denen die nach der‘ Skala 0 bis 10 geschätzte Be- 
wölkung im arithmetischen Mittel aus den drei Terminbeobachtungen kleiner 
als. 2 war, charakterisierten sich über ausgedehntem Gebiete nur der 8. an 
Teilen der Nord- und Ostsee und 14. von Rügen ostwärts. | 
Während der ersten sechs Tage gehörte die Küste einer ganz Nordeuropa 
bedeckenden und südwärts meist bis Mitteldeutschland reichenden Depression 
an; längs der Küste ostwärts schreitende Ausläufer und ein am 5. und 6. über 
Skandinavien ziehendes Teilminimum führten täglich über dem ganzen Gebiete 
Regenfälle und mehrfach recht- und wieder zurückdrehende Winde aus westlichen 
Richtungen herbei, die stellenweise unter Wechselwirkung mit dem andauernd 
über Südwesteuropa lagernden Hochdruckgebiet stark auffrischten. Zwei auf- 
einander folgende Ausbuchtungen der Isobaren hatten am I. an der ganzen Küste 
und am 2. an Teilen des Gebietes steife und mehr vereinzelt stürmische Winde 
aus westlichen Richtungen, meist dem Nordwestquadranten, im Gefolge. Das 
erwähnte Teilminimum führte am 5, ostwärts bis zur Oder steife rechtdrehende 
westliche Winde und am 68. bei noch stellenweise steifen Winden an der Nordsee 
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