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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Kleinere Mitteilungen, 
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der Bull-Spitze in Nebel gehüllt und das Land selbst, besonders des Morgens, 
wegen der diesigen Luft schwer auszumachen ist, während gleichzeitig starker 
Strom nach Süden und Westen setzt. 
Von St. Vincent habe ich auf den letzten vier Reisen den folgenden 
Weg genommen, den ich nach auf 12 Dampferreisen in dieser Fahrt gewonnenen 
Erfahrungen für den besten halte, sowohl für kräftige als auch für weniger 
kräftige Dampfer: Man steuere von St. Vincent geraden Weges nach 34° S-Br. 
und 10° O-Lg., von da geraden Weges nach 43° 30‘ S-Br., und 30° O-Lg., und 
schneide dann 50° O-Lg. in 45° 30‘ S-Br. Hierbei bleibt man frei von den 
Urozet-Inseln, die man außer bei sehr schönem klaren Wetter, vermeiden sollte. 
70° O-Lg. schneide man in 46° 30‘ S-Br. und steuere dann rechtweisend 90° (0) 
bis nach 115° O-Lg., dort biege man nach 44° 30‘ S-Br. und 125° O-Lg. auf, und 
setze von hier seinen Kurs auf Kap Otway. Beim Anlaufen dieses Kaps fand 
ich stets, daß das Schiff in den letzten 24 Stunden nördlich versetzt war. Dies 
muß besonders bei dickem Wetter berücksichtigt werden, und ebenso sind die 
Kompaßabweichungen zu beachten, da sich die Mißweisung in diesen Gegenden 
sehr schnell ändert. Das hohe Land hinter Kap Otway ist leicht zu erkennen, 
wenn man von Süden und Westen kommt. 
Man nehme den angegebenen Weg im Sommer und im Winter,!) denn 
südlich von 44° S-Br. hat man weniger Wind von vorn zu erwarten als auf 
diesem Breitengrade selbst oder nördlich davon. Gewöhnlich hat man von den 
Crozet-Inseln bis etwas östlich von den Kerguelen mitlaufenden Strom. Auf 
dem angegebenen Wege, welcher sich frei vom Agulhas-Strom hält, sind bis 
zur Breite vom Kap der guten Hoffnung die SO-Winde weniger vorherrschend 
und ‚weniger stark als auf dem Wege, der eine Einbuchtung nach der afrika- 
nischen ‚Küste. hin macht und dicht am Kap der guten Hoffnung vorbeiführt. 
Auch vermeidet man auf dem von mir angegebenen Wege das schwere Wetter 
und die häßliche See, die man oft beim Eintritt in den Agulhas-Strom antrifft. 
Die Reise von Melbourne nach Sydney ist eine Küstenreise. Die einzige 
Vorsichtsmaßregel, die man treffen muß, wenn man bei schlechtem. Wetter von 
Melbourne geht, ist die, daß man weit genug von der Auser-Gruppe bleibt, bis 
man Rodondo-Island oder das Leuchtfeuer auf Wilson-Promontory ausgemacht 
hat. Nach anhaltenden Westwinden hat man in dieser Gegend starken öst- 
lichen Strom. 
Von Sydney nach Neu-Seeland. Beim Anlaufen der Drei-Königs- 
Inseln habe ich stets, wie auch der Wind war, nördlichen Strom gefunden; es 
orennt aber auf Kap Maria van Diemen ein gutes Feuer; bei dickem Wetter 
sollte man daher etwas südlicher halten und Maria van Diemen anlaufen. Bei 
den Küstenreisen um Neu-Seeland kann man sich auf den „New Zealand Pilot“, 
herausgegeben vom Britischen hydrographischen Amte, verlassen. Auf offenen 
Reeden, wo.man gewöhnlich Dampf auf hat, sollte man bei drohendem Wetter 
and wenn der Leichterverkehr unterbrochen ist, nicht liegen bleiben, denn es 
ist sicherer, wenn doch nicht gearbeitet werden kann, in See zu gehen, als auf 
den Reeden vor Anker zu treiben, besonders da in der Regel die Schiffe sehr 
dicht am Lande liegen. 
Von Neu-Seeland nach New York um Kap Horn. Um im Falle 
eines Maschinenschadens Hilfe zu erhalten, haben in dieser Fahrt beschäftigte 
Dampfer einen gemeinsamen Weg vereinbart. Sie steuern von den verschiedenen 
Abfahrtshäfen nach dem gemeinschaftlichen Schnittpunkte 50° S-Br. und 160° W-Lg., 
schneiden dann: . 
150° W-Lg. in 50° 45‘ S-Br., | 110° W-Lg. in 53° 20‘ S-Br., 
140° „ „51°30' 100° „ „53°45 
130° „ „52° 10° „ 90° „ „54°25 
120° „ „52°45 | B0° „ „55° U 
Von da steuere man nach Kap Horn, schneide, wenn man dasselbe um- 
fahren hat: 51° S-Br. in 51° W-Lg. und 39° S-Br. in 39° W-Lg. und steuere 
die Insel Trinidad an. Von da aus steuere man dann geraden Weges nach 
St. Vincent oder Teneriffa. Auf dem angegebenen Wege hat man nicht so viel 
Wind von vorn und keinen Gegenstrom. Während meiner 14 Reisen auf 
diesem Wege konnte ich mir kein besseres Wetter wünschen. Beim Ansteuern 
von St. Vincent habe ich stets westlichen Strom gefunden.“ . 
1) Vgl. darüber das von der Deutschen Seewarte herausgegebene „Segelhandbuch für den 
Indischen Ozean“, S. 697—709, wonach sich für den südlichen Sommer ein südlicherer Weg empfiehlt.
	        
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