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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1903.
3. Ansteuerung von Nintschwang. (Nach Reisebericht S. M. S. „Iltis“,
Komdt. K-Kapt. Graf v. Platen-Hallermund, vom 15. April 1903.) Ergänzung
zum Handbuche „Die wichtigsten Häfen Chinas“ Seite 236.
Vom Liau te shan-Vorgebirge nach Norden fahrend, steuere man North
Point an und passiere es möglichst nahe, jedenfalls nicht über 5 Sm, so daß
man durch Peilung den Schiffsort gut bestimmen kann. Dann setze man einen
Kurs ab, der 1 bis 2 Sm frei von den Bittern-Untiefen führt; der Strom setzt
TI DEI te
North Point-Ost 1 Sm ab
nur nördlich und südlich längs der Küste, so daß keine Gefahr ist, auf die
Bittern-Untiefen gesetzt zu werden, Außerdem bieten Fort Head, Glacis Point
und Proboseis Peak als Landmarken eine ausgezeichnete Gelegenheit, den Kurs
zu berichtigen. Namentlich der letztere Berg ist leicht zu erkennen an seiner,
dem Hals einer Bierflasche ähnlichen Form, mit der er die vorgelagerten Berge
überragt. Nachdem man die Zeit bis zum Passieren der Bittern Shallows ab-
gelaufen hat, steuert man wieder die Küste an, nähert sich jedoch Tower Hill
nicht weiter als bis auf 8 Sm und steuert dann das Feuerschiff so an, daß man
es an B-B. behält. Tower Hill und Kaechu Point sind zwei markante Berge,
die sehr gut zu Kreuzpeilungen verwendet werden können.
Kaechu Tower Hill
213 m hoch in 135° (SO) 12 Sm ab. 128 m hoch in 158° (SSO) 14 Sm ab.
Der Zweck dieser Ansteuerung ist der, das Feuerschiff auf jeden Fall an B-B.
zu bekommen, denn beim Passieren an St-B. genügen nur wenige Meilen — bis das
Feuerschiff 101° (0zS) peilt — um das Schiff auf die Kaechu-Bänke zu setzen.
Die Ansteuerung von Niutschwang ist, besonders bei etwas diesigem
Wetter, sehr schwierig; der Gebrauch des Lotes kann nicht dringend genug
empfohlen werden. Schiffe, die mit den örtlichen Verhältnissen nicht vertraut
sind, sollten bei unsichtigem Wetter ankern, sobald sie 10 m loten.
Das in dem Buch „Die wichtigsten Häfen Chinas“ Seite 236 bezeichnete
Wrack 242° (SWzW*'/2W) 2'/ Sm vom Feuerschiff, ist nach Angabe des Hafen-
meisters nicht mehr da. -
— Falls das Feuerschiff nicht auf seiner Station liegen sollte, so gibt
- nach Angabe des Lotsen die auf der Ostseite des Flusses stehende Tri-
angulationsbake, New Beacon auf Br. Adm-Krt. Nr. 2894, einen guten
Anhalt, die äußere Barre bei Boje 1 zu finden. Man soll die Bake mit
rw. 50° (N0!/20) ansteuern, in der Nähe der Tonne 1 wird man östlich von
dieser Linie Wassertiefen von 4,6 bis 4,9m (15 und 16 Fuß), westlich über 6 m
(20 Fuß) finden. Die Bake soll auch dann häufig sichtbar sein, wenn das Land
noch nicht auszumachen ist.
Der Fluß hat sich nach Angabe der Lotsen stark geändert. Im Hafen
lief zur Zeit des Neumondes ein 4 Sm starker Flutstrom. Die Kriegsschiffe werden
in der Regel vor dem Zollamte auf etwa 12 m Wasser mit 75 m Kette vermoort.
4. Dampferweg von New York um das Kap der guten Hoffnung nach
Australien und zurück um Kap Horn. (Nach „Notice to Mariners“ Nr. 1141,
Washington, den 6. Juni 1903.) Kapt. G. W. Harwood, Führer des Dampfers
„Endraghiri“, hat dem hydrographischen Amte in Washington die folgenden
Mitteilungen gemacht über die Wege, die er zwischen New York und Australien,
ausgehend um das Kap der guten Hoffnung, zurückkehrend um Kap Horn,
innehält. Kapt. Harwood gibt an:
„Wenn man von New York ausgeht und St. Vincent in den Kap Verdeschen
Inseln zum Bunkern anlaufen muß, so folge man dem größten Kreise und gehe
südlich von der Insel San Antonio. Man hat dann das gute Feuer auf Machado-
Huk, der Westspitze von St. Vincent zum Anlaufen; wohingegen ich nördlich
von San Antonio mehrere Male gefunden habe, daß das 166 m hohe Feuer auf