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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Kleinere Mitteilungen, 
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dem ganzen Sachverhalt nach, noch dazu, ähnliche Beobachtungen heranzuziehen. 
Am 23. Februar 1903 war Fastenmontag, der in den Reichslanden wie in anderen 
Rheingegenden besonders festlich begangen wird. Die beiden hintereinander 
liegenden Feiertage gaben mancher Hausfrau Veranlassung, für das Putzen der 
sämtlichen Fenster Sorge zu tragen. ' Meine Frau hatte es am Freitag (20. Februar) 
angeordnet. Später beklagte sie sich, daß die geputzten Fenster teilweise, und 
zwar diejenigen an der West- und Südseite des Hauses, schon am Fastenmontag 
(23. Februar) durch Regen wieder beschmutzt waren, während diejenigen an der 
Nordseite rein geblieben waren. Der an den Scheiben niedergeschlagene Staub, 
der, als ich davon erfuhr, leider schon wieder entfernt war, sei von gelblicher 
Farbe gewesen, 
Regen fiel erst am 22. Februar. Ich notierte 8 25a V geringen Regen 
und nachmittags Regen, beide Male, besonders am Nachmittag: bei nebligem 
Wetter.‘ Die Windrichtung änderte sich im Laufe des Tages bei ziemlich stark 
fallendem Luftdruck; 8" 25=i2 V notierte ich Westwind, oben von der Stärke 6, 
unten 3, 8 30=i» N notierte ich NW 4. Da das Haus nach Nordnordost orientiert 
ist, kann der staubführende Regen bei Westwind, aber auch bei mehr südwest- 
lichem Winde gefallen sein. 
Von einigem Interesse erscheint mir eine Wolkenbeobachtung, die ich 
gegen 11" V machte. und damals so auffallend fand, daß ich sie in meinem 
meteorologischen Tagebuche skizzierte. Es waren fast rechteckige Wolken- 
stücke, die wabenartig aneinander lagen, so groß, daß etwa sechs den größten 
Teil des Südhimmels einnahmen. Ihre Farbe war ein eigentümliches ins 
Gelbliche spielendes Grau. Sie machten den Eindruck von riesigen aufeinander 
geschichteten Schneekissen, die ins Schmelzen geraten waren, oder, noch 
genauer, von einer Schneewand, die schmelzend sich in einzelne viereckige 
Kuchen zertrennte. Da ich am Abend vorher einen Ring um die Sonne beob- 
achtet hatte, brachte ich diese Erscheinung zuerst auch mit Schmelzungsvorgängen 
innerhalb der Hochatmosphäre in Zusammenhang.!) Außer ihnen waren noch 
höher und nördlicher liegende Cirren zu beobachten, so daß der Himmel zu ’/ı0 
verhüllt erschien. Die Zugrichtung entsprach nach Wolkenspiegelbeobachtungen 
in beiden Schichten der Hochatmosphäre genau der auch an der Erdoberfläche 
W 
in wechselnder Stärke bemerkbaren Westströmung. Ich notierte W s 
W 3—6. 
Wilhelm Krebs. 
4) W. Krebs: Schmelzungs- und Bewegungsvorgänge an ringbildenden Eiswolken der 
Hochatmosphäre und Verwertung solcher Beobachtungen für die Witterungsprognose. „Das Weltall“, 
Berlin 1902, S. 289—293,
	        
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