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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Rottok, C.: Temperatur-Korrektionen bei der Berechnung der Chronometerstände, 457 
. e. Temperaturschwankungen. . 
Der günstige Einfluß der Anwendung von Temperatur-Korrektionen auf 
den Gang wird besonders deutlich sichtbar bei Temperaturschwankungen von 
10° C. und mehr, namentlich bei kleinen Zwischenzeiten, woselbst stets 100% 
zugunsten ausschlagen. Da. nun die Wirkung der Temperatur-Korrektionen vor- 
züglich bei großen Temperaturschwankungen zu ersehen ist, so ist auch hier 
wiederum der Vorteil der Anwendung der Korrektionen festzustellen. 
f. Zwischenzeiten. 
Bei Anwendung von Temperatur-Korrektionen zeigen sich große Zwischen- 
zeiten vorteilhafter sowohl bei gewöhnlicher wie bei Hilfskompensation. Nur 
wenn Temperaturschwankungen von 10°C, und mehr bezw. bei der gewöhnlichen 
Kompensation von 5° C. und mehr auftreten, ist dieses nicht mehr der Fall. 
Der Grund liegt wohl darin, daß später zu betrachtende, störend ein- 
wirkende, nicht nachweisbare Kräfte, als da sind: verschiedenartige Feuchtigkeits- 
und Luftdruckverhältnisse, vielleicht auch in geringem Maße die bald so, bald 
so auftretenden Erschütterungen, verursacht durch die Bewegungen des Schiffes, 
der Maschine, durch Arbeiten im oder am Schiffe etc.,. derartig. verschiedentlich 
in ihrer Wirkung auftreten können — besonders, wenn durch öftere Veränderung 
des Schiffsortes die klimatischen Verhältnisse häufiger gewechselt worden sind —, 
daß sie sich bei großen Zwischenzeiten gegenseitig aufheben bezw. verringern, 
während bei kleinen Zwischenzeiten voraussichtlich, in den meisten Fällen die 
Feuchtigkeits- und Luftdruckverhältnisse .etc.. während .der beiden Stand- 
bestimmungen dieselben bleiben werden, daher in ganzer Kraft wirkend den 
ermittelten Gang beeinflussen. 
Bei kleinen Zwischenzeiten und großen Temperaturschwankungen treten 
die störenden Einwirkungen eben angezogener Kräfte mehr zurück, da sie 
geringer sind als die angewandten Temperatur-Korrektionen, nebenbei gesagt 
in solchen Fällen wie hier, wo zur Untersuchung nur Chronometer mit großen 
Temperatur - Korrektionen herangezogen wurden; bei kleinen Temperatur- 
Korrektionen werden sich störende Einflüsse, wenn sie groß sind, auch bei 
großen Temperaturschwankungen bemerkbar machen. 
Aus dem Erwähnten ergibt sich, daß große Zwischenzeiten vorteilhafter 
sind, wenn keine großen Temperaturschwankungen auftreten, kleine Zwischen- 
zeiten sich jedoch günstiger erweisen bei großen Temperaturschwankungen und 
großen Temperatur-Korrektionen. Dementsprechend muß angestrebt werden, 
falls nicht bei großen Temperatur-Korrektionen große Temperaturschwankungen 
auftreten, die Zwischenzeiten zwischen zwei Standbestimmungen behufs Kr- 
mittelung des Ganges nicht zu gering zu bemessen, ganz abgesehen davon, daß 
bei zu kleinen Zwischenzeiten an und für sich schon die Beobachtungsfehler 
einen nicht unbedeutenden Einfluß ausüben. ‘ 
g. Vergleich der Ergebnisse bei gewöhnlicher und bei Hilfs- 
kompensation. 
Werden die Ergebnisse der gewöhnlichen mit denen der Hilfskompensation 
verglichen, so weist selbstverständlich die erstere Kompensation ein besseres 
Resultat auf, da ja die übliche Formel der Temperatur-Korrektion auf der An- 
nahme gewöhnlicher Kompensation beruht.‘ Trotzdem kann das Ergebnis für 
Hilfskompensation immerhin noch als ein recht gutes bezeichnet werden, 
Aus den in der Tabelle III angeführten Prozenten der Fehlersummen 
ergeben unter 18 Fällen sogar fünf Fälle ein besseres Resultat für Hilfs- 
kompensation, während im übrigen diese Kompensation meistens nur’um ein 
Geringes zurücksteht. 
„Ann. d. Hydr. etc.“ 1891, S. 27: „Korrektion der Chronometer für Temperatur und die 
Temperatur-Koeffizienten“, 
»„Marine-Rundschau“ 1895, S. 215f.: „Der Wert von Temperatur-Korrektionen bei 
Chronometer-Standbestimmungen“ von Lt. z.S, Reche. Es sind 67 nach beiden Methoden er- 
rechnete Standbestimmungen von Schiffen mit großen Temperaturunterschieden tabellarisch zusammen- 
gestellt worden, von diesen sprechen 72%, der Fälle für die Anwendung von Temperatur-Korrektionen, 
d. h. die mit Hilfe von Temperatur-Korrektionen errechneten Stände haben rund 2,5 mal soviel Aus- 
sicht auf größere Genauigkeit als die ohne Anwendung der Korrektionen. erhaltenen Stände, bei der 
Fehlersumme sind 56%/y für die Beibehaltung dieser Rechnungsart, 
Ans. d Hvdr ate.. 1903. Haft X.
	        
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