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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1903.
bestimmte Kolumne des Schemas einzutragen. Die nächste Beobachtung zur
Stunde t, ist am folgenden Tage oder (t; + 24) S-Stunden nach Mittag (0°) des
ersten Beobachtungstages (der als Tag 0 bezeichnet wird) und die (v + 1)ste Beob-
achtung um (ty + 24 v) S-Stunden nach Mittag des ersten Beobachtungstages
angestellt worden. Demnach entspricht die (»v-} 1)ste Beobachtung dem um
ir (ta -- 24 v) Tidestunden nach 0" des ersten Beobachtungstages stattfindenden
Wasserstande,
Bezeichnen wir nun mit 7‘ die Anzahl der vollen Tidetage welche seit
0* des ersten Beobachtungstages bis zur Beobachtung um t4-}24v verflossen
sind, so muß offenbar, da die Änderung des Arguments in einer Tidestunde
15° p, in einer mittleren Stunde i, beträgt
15° p(r +24’ v') = ix (tq +24»)
sein, und wir erhalten somit das Resultat, daß die um die S-Stunde ty am
(» + 1)sten Beobachtungstage angestellte Beobachtung der Tidestunde
(6) ı = 5 (ta +24») — 24 v'
am (r‘ + 1)sten Tidetage entspricht. Hierdurch ist die Kolumne 7 des Schemas
gegeben, in welche die Beobachtung t, +24» einzutragen ist. Es erübrigt
nur noch, die Beziehung zwischen v und ,‘ festzustellen. Diese wird offenbar
gegeben durch den Ausdruck
‚M = TE v
der sich aus dem Verhältnis zwischen Tide- und S-Stunde ergibt. Bei der
numerischen Berechnung von v‘ sind die auftretenden Bruchteile überhaupt
wegzuwerfen, da v‘ ebenso wie v» nur eine ganze Zahl sein kann, dagegen sind
bei der Berechnung von + die Bruchteile einer Stunde in üblicher Weise zu
behandeln, d. h. Bruchteile unter 0,5 sind wegzuwerfen, die über 0,5 erhöhen
die Ganzen um |,
Setzen wir v=wv-—r, so wird nach (7)
__ 15p— ix
@) = up!
in welcher Formel bei numerischer Berechnung ebenfalls die auftretenden Bruch-
teile wegzuwerfen sind. Eine einfache Überlegung zeigt, daß dieselbe Kolumne
wieder benutzt wird, jedesmal wenn v—v‘ oder r um eine Einheit wächst,
r-+1 gibt daher an, wie oft innerhalb » + 1 Beobachtungen die Kolumne 7 zur
Eintragung einer zur S-Stunde t, angestellten Beobachtung benutzt wird.
Es ist bequemer, die Formel zur Bestimmung der Tidestunde, welche
einer bestimmten Beobachtung (gegeben durch v und t,) entspricht, durch »
und r, anstatt durch » und v‘ auszudrücken. Setzen wir daher in (6) »=»—r
ein, so erhalten wir:
= 24 (ix — 15 p) .
(6a) tr = TE a
und hieraus ergibt sich wieder der Tag v, dessen um t, gemachte Beobachtung
in die Kolumne 7 einzutragen ist:
15p 1 ix
Or
Ehe wir die numerischen Ausdrücke der Gleichung (6a) für die abzu-
leitenden Tiden geben, müssen über diese ein paar Worte gesagt werden. Es
ist klar, daß man bei einer so beschränkten Zahl von Beobachtungen, wie hier
vorausgesetzt wird, nicht darauf rechnen kann, mehr als die wichtigsten Tiden
ableiten zu können; wir beschränken uns deshalb darauf, von den halbtägigen
Tiden (p=2) die Konstanten für M,, S,, N, K, und L, von den eintägigen
Tiden (p=1) diejenigen für K,, O und P, endlich von den Tiden von längerer
Periode (p= 0) diejenigen für Sa und S;a zu ermitteln. Bezüglich der Bedeutung
dieser Bezeichnungen sei auf des Verfassers Abhandlung: „Die harmonische
Analyse der Gezeitenbeobachtungen“ („Ann. d. Hydr. etc.“ 1884, auch separat
erschienen) verwiesen; hier sei nur erwähnt, daß M, und S, die Haupt-Mond-