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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Herrmann, E,: Die Staubfälle vom 19. bis 23. Februar 1903 ete. 437 
Steinwiesen. In der Nacht vom 21. auf den 22. Februar wurde von 10l/3—11b ein mit 
viel feinem Staubsand vermischter Regen beobachtet; die gegen West und Südwest liegenden Fenster- 
scheiben zeigten fleckenartige Beläge. 
Steinbach bei Geroldsgrün. Am 22. früh zeigten sich an Fenstern, Bäumen usw. auf 
der. Westseite Spuren eines Staubregens. 
Bischofsgrün, Der vor einigen Tagen allerorten vorgekommene Staubregen. wurde 
besonders im Fichtelgebirge an dem grauschmutzigen Walde bemerkt, 
Wunsiedel, Nacht Samstag auf Sonntag (21./21. Februar) „Staubregen“. 
Neumarkt i. d. Oberpfalz. Der Staubregen in der Nacht vom 21. auf den 22. Februar 
hat sich auch hier in auffallender Weise durch Beschmutzung der Fensterscheiben bemerkbar gemacht. 
Andechs. Am 21. und 22, Februar fiel ein ganz eigentümlicher Staub oder Höhenrauch 
auf, mit dem die Luft geschwängert war und der: schon am ersten dieser Tage nicht für feinen 
Nebel, sondern für Staub angesehen worden war. Nachdem es am 22. Februar von 5—6h V. 
geregnet hatte, wurde, als es Tag wurde, bemerkt, daß alle Fenster auf der Windseite mit schmutzig- 
weißen Spritzern von den Regentropfen ganz entstellt waren — offenbar hat also der Regen Staub 
aus der Luft mit sich geführt. Dabei herrschte ein Föhn von einer Wärme wie im Sommer. Die 
niedrigste Temperatur in der Nacht vom 21. zum 22. war 12°. . 
Linderhof. Am 22. Februar wurde daselbst eine rötliche Luft beobachtet; am 23. früh 
waren die Fenster eines Gewächshauses mit: rotem Sande bedeckt. ; 
Reichenhall. Am 22. Februar war daselbst eine ganz eigentümliche Witterung. Nachts 
4h stürmte es sehr; die Luft war auffallend warm und weich. Die Sonne leuchtete bleiern durch 
den trockenen Nebel, der sich gegen Abend tief herabsenkte. Am 22, nachmittags war die Atmo- 
sphäre eigentümlich gelb. Am 23. früh klarte es allmählich auf; die Fenster waren mit gelblichem 
Staube verweht, obwohl der Boden feucht war. Auf der Brennkugel des Sonnenscheinautographen 
lag der Staub ziemlich dicht. 
Schweiz. 
Die Schweizerische Meteorologische Zentralanstalt in Zürich macht der Deutschen Seewarte 
darüber folgende Mitteilungen: Der Staubregen wurde sporadisch in Verbindung mit einem ganz 
leichten Niederschlag (einzelne Tropfen bis etwa 0,5 mm Regenhöhe) in der ganzen West-, zum Teil 
in der Zentral- und in der Nordost-Schweiz teils am Vor-, teils am Nachmittage des 22, Februar 
wahrgenommen. : Die ganze Ost- und ebenso die Südschweiz melden dagegen nichts von diesem 
Staubniederschlag; dort wurde bloß, und zwar im Kanton Tessin, bereits am 21. Februar die auf- 
fällige, trockene, schleierig-höhenrauchartige Trübung der Atmosphäre ‚beobachtet. Wahrnehmungen 
über diese liegen noch vor von dem südlichsten Punkte am Monte Ghiridone oberhalb Brissago 
{am Lago Maggiore) sowie von.der östlichsten Station der Schweiz Sta Maria im Münstertal (G rau- 
bünden).. Zahlreichen Beobachtern fiel die fast undurchsichtige, graue ‚oder stellenweise braungraue 
schleierartige neblige Trübung der Atmosphäre am 22. Februar auf, welche die Aussicht selbst auf 
die nächsten umliegenden Berge fast vollends benahm. Die sonst so weißen Schneeflächen zeigten 
da und dort eine eigentümlich schmutzige Färbung; manche der feineren Beobachtung zugänglichen 
Leute wollten sogar einen besonders spezifischen Geruch (Erdgeruch) wahrgenommen haben. Der 
Regen fiel am Sonntag, den 22. Februar, zu ganz verschiedenen Stunden des "Tages; an einigen 
Orten (in der Westschweiz) bereits morgens, an anderen erst nachmittags, abends oder in der Nacht 
vom 22. zum 23. Februar. 
Österreich. 
Kronsdorf bei Eger. Am 23. Februar 10h V zeigte sich ein eigentümlicher Niederschlag, 
der von einzelnen Personen als scheinbar anziehender Nebel, von anderen als ganz feiner Regen 
bezeichnet wird. Am Nachmittage wurden sämtliche am Waldsaume stehenden Nadelbäume auf- 
fallend grau gefärbt gefunden, was besonders an den Fichten deutlich wahrnehmbar war. Bei 
näherer Untersuchung ergab sich, daß die der Windseite (es war starker Südwestwind) zugekehrten 
Nadeln mit feinem aschfarbigen Staube bedeckt erschienen. Dasselbe ließ sich an lebenden 
Fichtenzäunen, sowie im Schulgarten an Tuja wahrnehmen. Regen wurde hierbei nicht beobachtet, 
nur ganz wenige, größere Tropfen waren vormittags gefallen, 
Kremsmünster, Am 22, Februar fielen von 5b bis 5b 45%ek V und 6b 30min bis 7b N, am 
23. von 6b bis 7hV Regentropfen, die nach dem Verdunsten einen schmutzig lehmigen Fleck 
hinterließen. Der schmutzige Regen (morgens) wurde auch im Almtal und Steyrtal bemerkt. Wind 
im allgemeinen westlich, auch Wolken, Alto-str., aus W; ungewöhnlich warm, Fernsicht wie bei 
starkem Höhenrauch, 
Frankenmarkt. Am 22. Februar abends Aschenregen. Hut und Kleider der Passanten 
irugen‘ deutliche Spuren dieses Niederschlags. a 
Molln. Am 23, Februar brachte ein starker Wind eine blaugraue Wolke, vermengt mit 
feinem gelben Sand, Der kurze Regen beschmutzte Fenster und Wände, 
Ischl. Am 23. Februar Schlammregen. 
Spital am Pyhrn. Am 22. Februar um 5hV stürzte ein NW 8 (? W) in das Tal, der 
tagsüber sich wohl auf Stärke 3 abschwächte. Nach dem Kinlullen desselben zog eine Dunstbildung 
von auffallender Färbung — etwa braun — herein, welche bald dichter, bald dünner den Schleier 
zog und zeitweilig ein tiefes Blau durchleuchten ließ. Gegen Abend verdichtete sich die braune 
Dunstschicht, die höchstens eine Höhe von relativ 700 m hatte, und um 6h 30min N fiel ein Nieder- 
schlag von 0,8 mm. Dieser ließ sich durch den Westwind zu Tal treiben. Am 23. fand man nach 
Verdunstung des Niederschlages an den Fensterscheiben Spuren von erdigem Schlammregen, und 
zwar sehr bestimmt auf der Luvseite aus W—NW. Gleichzeitig stand das Thermometer auf dem 
Tagesminimum von 8,7°, 
Mondsee, Am 23. vor Sonnenaufgang ging bei ziemlichem Westwinde ein feiner Staub- 
regen von lichtgrauer schmutziger Färbung nieder. Über dem Mondsee lag auch ein Nebel- 
achleier von eigentümlicher Farbe.
	        
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