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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

13. 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1903. 
Elsaß-Lothringen. 
Münster i. Oberelsaß. Die an der West- und Südseite des Hauses gelegenen Fenster 
wurden am 23. Februar durch Regen beschmutzt gefunden. Der an den Scheiben niedergeschlagene 
Staub war von gelblicher Farbe. Am 22. 11h V machte Herr Krebs eine auffällige Wolken- 
beobachtung, über die an anderer Stelle dieses Heftes S. 463 berichtet ist, 
Baden. 
Heidelberg. In der Nacht vom 21. zum 22. Februar fiel bei starkem Westwind ein 
leichter (ganz schwacher) Regen, der die sämtlichen Fenster des Wohnhauses des astrophysikalischen 
Institutes auf dem Königstuhl, die nach W und SW liegen, mit einem weißlichen Niederschlag 
verschmierte. 
Zollhaus zwischen Immendingen und Weizen, Nachdem am Morgen des 22, Februar 
bei wenig bewölktem Himmel die Sonne einige Stunden geschienen hatte, trat fast unvermittelt ein 
eigenartiger Nebel auf, der die ganze Gegend in einer gelben Farbe erscheinen ließ und nicht aus 
Wasserdampf, sondern aus einem überaus feinen Staube bestand. Als der Berichterstatter am 
23. Februar nachmittags den Gemeindewald von Mundelfingen betrat, erschienen die Waldränder in 
einer Farbe, die von fern für den bekannten Fichtennadelrost gehalten werden konnte, die aber, in 
der Nähe betrachtet, nichts anderes als der Niederschlag des erwähnten Staubes an den Fichten- 
aadeln war. Von der Windseite boten die Fichten des Bestandes sehr merkwürdige Bilder; einmal 
schien es, als sei ein mißfarbiger Duft angeflogen, dann wieder schienen die Bestände an einer 
Nadelkrankheit zu leiden, während an den dem Winde abgekehrten Seiten die normale Färbung 
der Nadeln zu sehen war, Der Staub war also mit dem Winde angetrieben, Bis zum Eintreffen 
des Berichterstatters im Walde von Mundelfingen war kein Tau oder Regen gefallen. 
Durlach und Karlsruhe. Auf einem Ausflug am Nachmittag des 22. Februar von Karlsruhe 
in die bei Durlach gelegenen Ausläufer des Schwarzwaldes war das Wetter trübe und windig. Auf der 
Höhe des Turmberges fiel es auf, daß die Fernsicht in ganz ungewöhnlichem Maße getrübt war. Selbst 
nahe Hänge waren in Dunst gehüllt. Die ganze Landschaft sah aus, als ob über ihr der Rauch, 
der den Kaminen eines Zementwerkes entströmt, lagerte. Die Trübung am 22. war eine besonders 
auffallende, und es war dem Beobachter sofort klar, daß die Luft staubhaltig sein müsse, Vom 
Boden konnte der Staub nicht kommen, da der Boden noch feucht war. Am Vormittag des 
22. Februar war die Brennspur der Sonne am Sonnenscheinautographen zu Karlsruhe noch ganz 
kräftig, am 23. war sie dagegen, wiewohl die‘ Sonne schien, sehr schwach; das Papier war nur 
leicht gebräunt. Der Gang der Temperatur war am 21. und den folgenden Tagen recht unregel- 
mäßig: sie stieg am 21. von 3h V bis 2b N von 3° auf 16°, schwankte dann bis 2b V am 22. Februar 
zwischen 15 und 17°, sank bis 9b V auf 12° und hielt sich von Mittag bis zum Morgeu des 23. 
zwischen 13 und 16°, Die relative Feuchtigkeit der Luft war, besonders am 21., gering; sie war 
am 21. 7b V 55 %, 2b N 31% o, 9 N 27%, am 22, 7b V 62 %,, 2b N 55%, 9hN 47 %. 
Schönau im Wiesental. An einigen Häusern waren die Fenster, die am 21. Februar 
geputzt worden waren, am 23. beschmutzt. 
Freiburg. Die Stadt war am 22. Februar mit dunstiger, gelblich gefärbter Luft erfüllt, 
und auch außerhalb fiel die merkwürdig fahle Atmosphäre auf, welche es unmöglich machte auf 
weitere Strecken zu sehen, Besonders intensiv trat die Erscheinung an den Berghängen auf, wo 
man einen feinen Staubregen niedergehen zu sehen meinte. Der in der Nacht vom 23. zum 24. 
Februar niedergegangene Regen ließ an völlig staubfreien Orten Sandrückstände zurück, 
Württemberg. 
Stuttgart. Auf den Bergen in Stuttgart wurde am 22, Februar die Wahrnehmung gemacht, 
daß die Durchsichtigkeit der Luft durch einen eigentümlich hellgrauen Schleier vermindert war, so 
daß sich die Fernsicht nicht über 12 km erstreckte, man hatte den Eindruck eines trockenen Nebels. 
Am Abend wurden die Fenster der Wohnung des Beobachters durch Staubringe beschmutzt gefunden. 
Nürtingen. In Bezug auf das Aussehen der Luft wurde am 22. Februar die gleiche 
Beobachtung wie zu Stuttgart gemacht. 
Oberkessach. In der Nacht vom 21. auf den 22. Februar fiel Regen mit Staub ver- 
mischt, sogenannter „Staubregen“, Die Fensterscheiben an der Südwestseite des Schulhauses waren 
am Morgen des 22, Februar wie mit schmutzigem Wasser besprengt. Die Fensterscheiben waren 
im Laufe des vorangehenden Samstages (21.) gründlich gescheuert worden. Auch Nachbarsfrauen 
klagten über schmutzige Fensterscheiben. In den Nachbarorten wurde dieselbe Beobachtung gemacht. 
Es ging am Vorabend ein ziemlich heftiger Wind. 
Kloster Reichenbach bei Freudenstadt. Daselbst fand am 22. Februar ein Staub- 
regen statt; das Vorkommnis wird als schwacher Staubniederschlag — Staubringe auf dem Regen- 
schirm — geschildert. 
Friedrichshafen. Am 22. Februar etwa 6l/4h V. ging ein Staubregen nieder, so daß 
sich die Staubteilchen auf dunklen Gegenständen durch weißgelbe Farbe abhoben. Das Personal 
der Bodenseedampfer mußte die Tische etc. nachreinigen. Ebenso wurden die Kleider, Mützen etc. 
zesprenkelt. Bei dem Versuch, den Staub von einer Glasscheibe weg zu sammeln, wurde derselbe, 
da er zu fest anhaftete, zerrieben und hinterließ einen gelblichweißen Strich, 
Bayern. 
Bonnland (Pfalz). In der Nacht vom 21. zum 22. Februar tobte außerordentlich heftiger 
Föhn; trotz kleiner Niederschläge fanden sich heute (?) noch die Tannen und Kiefern ohne Aus- 
nahme mit einer weithin bemerkbaren grauen Staub- oder Aschenschicht bedeckt und zwar auf der 
Südwestseite. 
Kronach. Am 22. Februar „Sandregen“. 
Pegnitz. Der in der Nacht vom 21. auf den 22. Februar niedergegangene Sandregen 
war über die ganze Fränkische Schweiz ausgedehnt.
	        
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