Herrmann, E.: Die Staubfälle vom 19. bis 23, Februar 1903 etc, 435
Patnrages. Am 22. gegen 5b oder 5b 30min N würde bei ziemlich starkem Winde ein
Nebel von schmutzig-gelber Farbe beobachtet, der nach dem Ende des Tages hin. verschwand,
Les Amerois. Die Erscheinung hatte in der Nacht vom 22. zum 23, Februar stattgefunden,
da sie erst am 23. morgens sich‘ bemerkbar machte, Alle außen befindlichen Gegenstände waren
mit einem feinen gelblichen Staube bedeckt; dies war besönders sichtbar auf den Dächern und
auf den immergrünen Sträuchern, auf denen dieser Staub das Grün der Blätter durchschnitt, Diese
Erscheinung ist auch auf den Gebäuden in einem Umkreis von mehr als 3 km bemerkt worden.
Der Berichterstatter ist jedoch überzeugt, daß sie auch darüber hinaus sich gezeigt hat, aber nur von
sehr wenig Personen hat festgestellt werden können, denn es regnete sehr ergiebig, und der Staub
wird durch das Wasser abgespült worden sein. Man hat indessen solches noch in den Traufen
bemerkt, besonders da, wo das Wasser stehen geblieben ist und‘ daher kleiner Niedersatz sich
bilden -konnte. :
Niederlande... ©
Yrendyke. Sturm mit Schlammregen. :
Biervliet. Gelber aschiger Himmel, |
Vlissingen. Am 21. Februar 11l V gelbgefärbter Himmel, Staubfall von gelber Farbe,
Februar 3h 10min bis 4b N Schlammregen, sehr viel orangefarbigen Staub hinterlassend,
Souburg. Am 22, Februar 2b N und später: gelbgrauer Rückstand; ‚2b 30min N
plötzlich im Südwesten und Norden gelb gefärbt, ; ;
Stavenisse. Am 22. Februar: gelblicher Staub. . Sn
Westerschouwen und Brouwershaven.. Am 22, Februar: ‚graugelbe Wolke, grau-
Staubfall, Staub fettig.
Heyningen, Am 22. Februar 51 N: Schlammregen, der trockene Staub gelbgrau.
Gertruidenberg. Am 21. bis 22, Februar: graugelber Staub. . .
Rockanje. Am 22. Februar: ockergelber Staubfall während eines Regenfalls, das Regen-
sah aus wie Seifenlösung. . .
Delft. Am 22. Februar 2!/ah N sehr gelbe Färbung der Wolken. Am Morgen des 23.
wurde in aufgestellten Glasdosen mit wenig Regenwasser gemengter Staub gesammelt,
Rotterdam... Am 22. Februar 3 bis 4 N gelber Himmel, brauner Niederschlag im Regen,
Naaldwyk. Am 22. Februar: Staubfall und Regen, aschartiger Niederschlag, ,
Waddingsveen. Am.22. Februar 3 bis 42 N: rotgelbes Aussehen des Himmels; Schlamm-
regen, nach Trocknung gelb. . ;
Leimuiden. Am 22. Februar nachmittags: braungelber Staub.
Nieuwveen. Am 21. Februar: Staubfall während eines Sturmes, .
Loenen a. d. Vecht, Am 22. Februar nachmittags: Schlammregen. beobachtet,
Hilversum. Am 22. Februar: Schlammregen beobachtet, graue Flecke hinterlassend,
De Bilt. Am 22, Februar 4 bis 5b N und in der Nacht: vom 22. zum‘ 23.: Schlammregen,
nach Trocknung gelb. . 5
Kilder. Am 21. Februar 7h N Aschregen, graubraune Regentropfen,
Zutphen. In der Nacht vom 22. zum 23, Februar: Staubfall von ockergelber Farbe,
Makkum. Am Morgen des 23. Februar wurde das Regenwasser getrübt gefunden.
Himmel
gelber
Preoußen.!)
Der Staubfall trat in Norddeutschland etwas anders auf als im März 1901, Er wurde
nicht bloß durch Niederschläge hervorgebracht, sondern die staubführende‘ Luftischicht, die meist als
gelbliche Nebelwolke geschildert wird, senkte sich bis zum Erdboden herab, machte die Luft sehr
ansichtig und brachte‘ den Staub durch offene Fenster in die Wohnungen. hinein. Es scheint an
verschiedenen Orten im ösılichen Teil des Staubfallgebietes zweimal Staub gefallen zu-sein, in der
Nacht. vom 21. zum 22. und in der folgenden Nacht oder am frühen Morgen des 23, Februar, In
arsächlichem Zusammenhang mit dem Staubfall steht offenbar die plötzliche Steigerung der Temperatur
and das Sinken der relativen Feuchtigkeit, das zum erstenmal in der Nacht vom 21. zum 22. und
Jann noch stärker in den Tagesstunden des 23. eintrat. Die Temperatur stieg rasch auf 15 bis 18°,
die Feuchtigkeit sank bis auf 40%0, und man hatte allgemein das Gefühl, plötzlich nach viel süd-
licheren Regionen versetzt zu sein. Am. folgenden Tage, am 24. Februar, waren Temperatur und
Feuchtigkeit auf die normalen. Werte zurückgegangen, ohne. daß die Windrichtung sich wesentlich
geändert hätte,
Sachsen, -
Alt-Geringswalde. Nachdem am Nachmittag des 22. Februar hägrige. Luft. eingetreten
war, zeigten ‚sich am 23, die Gesträuche des. Waldes. in bisher ‚nie‘. gesehener. Weise mit grauer
Staubschicht.. überzogen. : Ganz schwacher Sprühregen, der indes keinen: meßbaren Niederschlag
lieferte,‘ hat nach dem Aussehen der ‚gegen Süden gelegenen Fensterscheiben zu urteilen, statt-
efunden, gi .
9 Elterlein. Staubregen. wurde auch. daselbst beobachtet, Junges Holz: zeigte ‘sich. mit
dichter Staubschicht bedeckt. Der Staub hatte eine rötliche Färbung.
Penig. Am 283. Februar früh sahen die Obstbäume an der Penig-—Chemnitzer Chaussee
sowie die 300 bis 400 m weiter nach links, oberhalb des Weges Penig—-Chursdorf ‚stehenden Nadel-
hölzer wie mit feinem Straßenstaub überzogen ‚aus. Da der Berichterstatter annahm, daß ‚diese
Staubbildung vielleicht eine Folge des in der Nacht vorhergegangenen starken. Windes war. (!), so
legte er dieser Erscheinung zunächst keine Bedeutung bei, bis er durch eine Notiz im sächsischen
Wetterbericht aufmerksam wurde,
1) Hellmann, „Meteorologische Zeitschrift“ 1903, S. 134 und 135.