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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1903, 
- Belgien, 
Maldeghem, Am Sonntag, den 22. Februar fiel ein Regen von feinem, ockergelbem 
Staube, der sich an die Fenster anlegte und fest daran haften blieb. Es ist von mehreren Orten in 
der Umgegend von Maldeghem berichtet worden, daß das Wasser in den Zisternen eine rosa 
Färbung angenommen hatte, ein Zeichen dafür, daß der Staub auf die Dächer gefallen war. 
Somergem. Am Sonnabend, den 21., und Sonntag den 22. Februar ist von bestimmten 
Personen ein Aschenregen festgestellt worden. Es scheint, daß dieselbe Erscheinung auch in den 
angrenzenden Gemeinden, so zu Gard, aufgetreten ist, Am folgenden Morgen sah man an den 
Fensterscheiben eine dünne Staubschicht von ockergelber Farbe haften. Der Berichterstatter 
selbst hat nun am Montag Vormittag beobachtet, daß an dem Eisengitter seiner Besitzung eine gelb- 
liche Substanz sich gleichmäßig angesetzt hatte, Diese verschwand vollständig erst in der folgenden 
Nacht infolge ergiebiger Regenfälle, 
Gent. Von diesem Ort liegen mehrere Berichte vor, 1. Am Sonnabend, den 21. Februar 
wurde zuerst die Anwesenheit von Staub in der Luft bemerkt. Besonders am Abend gegen 6h 
führte der heftige Wind Wirbel von unfühlbarem, blind machendem Staube mit sich, was sehr über- 
raschte, da die Straßen infolge vorhergehenden Regens ein wenig naß waren. Am Sonntag, den 
22, Februar bemerkte der Berichterstatter nichts Ungewöhnliches, es sei denn die gelbliche Färbung 
des Himmels, der während des ganzen Tages sich nicht aufhellte; es war so dunkel, daß man im 
Ende des Dezember zu sein glaubte, Am Dienstag, den 24. Februar, bei prächtigem Wetter begab 
sich der Berichterstatter nach Stockroye bei Hasselt. Bei seiner Ankunft wurde ihm von dem Auf- 
seher gemeldet, daß seine Tannenwaldungen zwei oder drei Tage vorher von einer sonderbaren 
Krankheit befallen worden seien. Alle Nadeln der Tannen waren von einem grauen Staube 
bedeckt, die der Aufseher als die Folge einer kryptogamischen Erkrankung ansah. In der Tat 
zeigten alle Tannen auf einer Fläche von mehr als 100 ha eine schmutzig graue Färbung, anstatt 
der gewöhnlichen dunkelgrünen. Bei aufmerksamer Untersuchung fand sich, daß alle Nadeln mit 
einem erdigen Staub von graugelber Farbe bedeckt waren, Das Aussehen des Überzuges zeigte 
deutlich, daß er in dem Regen enthalten gewesen und nach der Verdunstung zurückgeblieben war, 
Denn der Überzug war gleichmäßig über die Wipfel und die unteren Zweige verbreitet, also durch 
Regen nicht abgewaschen worden, wie man annehmen könnte, wenn nur noch die unteren Zweige 
von Staub überzogen gewesen wären. — 2, Das Dach sowie die Zwischenräume der Fenstersimse 
an dem Staatslaboratorium für analytische Untersuchungen trugen Spuren des Niederschlages, ebenso 
die Ketten an der Schleuse des Antwerpener Hafens und die Laternenpfähle in demselben Stadt- 
viertel. Der gesammelte Stoff zeigte in seiner Zartheit und Fettigkeit den Charakter von Ton und 
klebt an der Zuge; jedenfalls ist er nicht Sand. — 3. Die Erscheinung eines Schlamhmregens wurde 
daselbst beobachet. Der am Montag den 23. Februar morgens von Östende kommende Zug war 
vollständig von einer Schicht weißlichen Schlammes bedeckt, der die Wagenfenster verdunkelte, 
Am folgenden Tage bemerkte der Berichterstatter dieselbe Erscheinung an den Fenstern seiner 
Fabrik, die nach Nordwesten gelegen sind. Der Advokat Dervaux fand auf einer Fahrt in den 
holländischen Gewässern, in früher Morgenstunde, daß die Brücke seiner Jacht ganz weiß und von 
ziner Schicht sehr feinen Stoffes bedeckt war. Mehrere Personen haben bemerkt, daß verschiedene 
der Luft ausgesetzte Metalle, wie Kupfer, Zink usw. oxydiert waren. — 4. Am Sonnabend, den 
21. Februar zwischen 6 und 7h N machte der Berichterstatter eine Radfahrt; als er gegen einen 
stürmisch wehenden Westwind anfuhr, bemerkte er, daß eine ungewöhnliche Menge Staub sein 
Gesicht peitschte und ihn buchstäblich blind machte. Am Sonntag, den 22. Februar bemerkte er, 
daß ein Glasdach, das gegen Westen vor dem Fenster eines Zimmers gelegen ist, von einer leichten 
Schicht ockergelben Staubes bedeckt war. Die Fensterscheiben, die nach Westen und Süden 
lagen, waren gleich bestreut, und die Tropfen abgetrockneten Regens zeichneten sich durch einen 
Ring gelben Staubes ab. Im Garten waren die Blätter der Aucubus von einer Schicht gelblichen 
Staubes bedeckt. Am Vormittag bemerkte der Berichterstatter von neuem eine große Menge 
Staubes, der ihm das Gesicht peitschte, wenn er sich gegen den Westwind wendete. Zwischen 
L und 25 N am 22, hatte der Himmel eine schr ausgesprochen gelbliche Farbe, und das Licht färbte 
außer dem Hause und im Zimmer alle Gegenstände blaßgelb. Wahrscheinlich zogen in diesem 
Augenblick mit Staub beladene Wolken vorüber. Am Tage fielen in Zwischenräumen Platzregen. 
Als am folgenden Tage der Regen aufgehört hatte, bemerkte man, daß der gelbliche Staub sich in 
den Vertiefungen der Blätter der Anucubus gesammelt hatte und dort einen ziemlich dicken Nieder- 
schlag bildete, der beim Berühren als ein unfühlbares Pulver erschien. "Fatsächlich hat der Regen 
dann alles abgewaschen, so daß keine Spur des Staubfalles geblieben ist. 
Ledeberg bei Gent, Am 21, Februar Sandregen. Es ist unmöglich, auf den Straßen 
zu gehen, ohne daß die Augen mit kleinen weißen Staubteilchen gefüllt sind, die alles durch- 
dringen und sich an den Fensterscheiben wie Schnee oder Regen ansetzen. Bedeckung des Himmels 
am 21. Februar: Cirro-stratus und Alto-stratus am Morgen; Cirro-stratus, Alto-cumulus und Fracto- 
sumulus um 1 N und den Rest des Tages; starker Wind aus SW. Die Luft war sehr bewegt; 
dies konnte man aus der ungeordneten Richtung des Rauches der hohen Schornsteine erkennen. 
Jedenfalls ist der Staub erst gegen Abend gefallen; der Berichterstatter selbst bemerkte ihn zwischen 
5 und 6b N. Am folgenden Tage fand man Staub auf den höchstgelegenen Fenstern der Häuser, 
selbst auf den Dächern. Es bedurfte starker Bürstenstriche, um ihn zu entfernen. 
Meerle bei Hoogstraeten., Zu Meerle fand zwischen dem 20. und 21. Februar ein Regen 
von sehr feiner und unfühlbarer rötlicher Asche statt, der auf den Hecken, den Fensterscheiben etc, 
sehr gut sichtbar war. 
Kerkom. Eine Art feiner Erde oder Staub, gemischt mit grauen Aschenteilchen, ist 
zwischen dem 22, und 23. Februar vom Himmel gefallen, er war sichtbar auf den Tannennadeln, 
Turnhout, Der Staubfall wurde am 22. Februar gegen Abend beobachtet. 
Talsperre der Gileppe. Am 22. Februar um 4b 10min N wurde ein Nebel von brauner 
Farbe beobachtet, Am 21. war bereits Nebel beobachtet worden, der aber nicht so stark war, wie 
der am 22. Dieser Nebel machte den Eindruck, als ob Staub in der Luft schwebte.
	        
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